Diese Hausarbeit soll zeigen, wie mit dem Thema Sexualität in den Schlagern der 70er umgegangen wurde. Bevor ich mich mit den Schlagern beschäftige, wende ich mich erst einmal der Gesellschaft der 70er Jahre zu. Denn bevor ich einschätzen kann, wie der Schlager mit dem Thema Sexualität umgeht, muss ich erst einmal wissen, wie die Gesellschaft dieser Zeit zu diesem Thema stand.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Sexualität in der Gesellschaft der 70er Jahre
3. Sexualität in den Schlagern der 70er Jahre
4. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Darstellung und den Umgang mit dem Thema Sexualität in deutschen Schlagern der 1970er Jahre vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und der zunehmenden öffentlichen Diskussion über sexuelle Freizügigkeit.
- Gesellschaftlicher Umbruch und sexuelle Aufklärung in den 70er Jahren
- Stellenwert von Liebe und Erotik in der Schlagerbranche
- Zensur und mediale Kontroversen um provokante Schlagertexte
- Strategien der Andeutung versus Offenheit in der Liedgestaltung
- Die Rolle von Interpreten und Produzenten im Umgang mit Tabuthemen
Auszug aus dem Buch
3. Sexualität in den Schlagern der 70er Jahre
In den 70er Jahren war das wesentliche Thema des Schlagers die Liebe. Das Thema Frauenbewegung und Emanzipation wurde in den Schlagern aufgenommen, doch im partnerschaftlichen und erotischen Bereich negativ bewertet. Der Schlager war auf Heterosexualität festgelegt und betonte es ständig durch das Erwähnen des Wortes: Frau. Die Frau gehört immer zum Mann.
In den Schlagern der 70er Jahre wurde die Sexualität selten erwähnt. Bei einer Thematisierung wurde die sexuelle Ebene meistens nur angedeutet: Jürgen Drews lädt in seinem Schlager „Barfuß durch den Sommer“ (1977) seine Angebetete ein, „noch bis zum Frühstück zu bleiben“.
In „Santa Maria“ (1980) verfällt Roland Kaiser der „Wildnis“ einer Frau. Auf der Insel gerät er in den „Rausch der nächtlichen Stunden“.
In Dalias „Er war gerade 18 Jahr“ (1974) verführt eine ältere Frau einen Jungen. Es wird offen von der reinen körperlichen Liebe gesprochen. Der junge Mann sieht es als „Sport“ an die Frau zu bekommen. Die Frau versucht ihre Einsamkeit zu überwinden, doch sie erlebt nur einen kurzen Rausch und danach ist die Einsamkeit wieder da. Dieser Schlager verschweigt somit nicht, den fahlen Beigeschmack, den ein One-Night-Stand haben kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, den Umgang mit Sexualität in Schlagern der 70er Jahre im Kontext der damaligen gesellschaftlichen Haltung zu analysieren.
2. Sexualität in der Gesellschaft der 70er Jahre: Dieses Kapitel skizziert den gesellschaftlichen Wandel der 70er Jahre, der durch neue Lebensformen, rechtliche Veränderungen und eine zunehmende öffentliche Diskussion über Sexualität geprägt war.
3. Sexualität in den Schlagern der 70er Jahre: Der Hauptteil analysiert, wie Schlager die sexuelle Ebene – oft durch Andeutungen oder als Reaktion auf Zensur und Skandale – in ihre Texte integrierten und welche Rolle dabei die Medialisierung und Interpretation spielte.
4. Schlussteil: Das Fazit stellt fest, dass Schlager das Thema Sexualität meist nur vorsichtig behandelten, um den Verkaufserfolg nicht zu gefährden, während explizit kontroverse Lieder oft erst durch Indizierung zu Protestsymbolen und Hits wurden.
Schlüsselwörter
Schlager, Sexualität, 70er Jahre, Gesellschaftswandel, Frauenbewegung, One-Night-Stand, Zensur, Bayerischer Rundfunk, Erotik, Provokation, Liedtexte, Identitätsfindung, Jugendkultur, Emanzipation, Moralvorstellungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Schlager der 1970er Jahre mit dem damals aufkommenden, kontroversen Thema Sexualität umgingen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem gesellschaftlichen Wandel, den moralischen Vorstellungen der Zeit sowie der lyrischen Gestaltung von Liebe und Sexualität in der populären Unterhaltungsmusik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, ob und in welcher Weise das Schlagergenre die gesellschaftliche Liberalisierung der 70er Jahre in seinen Inhalten widerspiegelte oder eher mied.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine inhaltsanalytische Betrachtung ausgewählter Liedtexte und vergleicht diese mit dem zeithistorischen Kontext der 1970er Jahre.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Schlagerbeispiele, die Strategien der Textgestaltung (Andeutung vs. Offenheit) und den Einfluss von Medienzensur auf den Erfolg dieser Lieder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schlager, Sexualität, 70er Jahre, Zensur, Provokation und gesellschaftlicher Umbruch.
Welche Rolle spielte der Bayerische Rundfunk bei den untersuchten Schlagern?
Der Bayerische Rundfunk fungierte als moralische Instanz, deren Indizierung bestimmter Lieder, wie etwa von Frank Zander oder Gilla, paradoxerweise zu einer Steigerung der Popularität bei jungen Hörern führte.
Wie unterscheidet sich der Schlager „Goethe war gut“ von anderen Liedern?
Der Titel parodiert Schlager, die Sexualität nur durch Andeutungen thematisieren, indem er den Hörer aktiv zur Ergänzung der sexuellen Anspielungen durch Endreime auffordert.
- Arbeit zitieren
- Ann-Kathrin Christiansen (Autor:in), 2005, Das Thema Sexualität in den Schlagern der 70er Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67363