Im Zuge der Digitalisierung stehen TV-Anbieter zunehmend Wettbewerbern aus anderen Branchen gegenüber. Die Zunahme multimedialer Angebote verschärft die Wettbewerbssituation auf den Rezipienten- und Werbemärkten, so dass Rundfunkanbieter gezwungen sind, mit Kostensenkungs- und Sparprogrammen, auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck zu reagieren. Medienunternehmen sehen zunehmend die Wichtigkeit des Controllings und setzen dazu unter anderem verstärkt Controlling-Instrumente ein.
Kaplan und Norton sind der Meinung, dass bestehende Managementsysteme zu stark auf finanzielle Kennzahlen ausgerichtet und damit vergangenheitsbezogen sind. Sie entwickelten im Jahr 1992 das Konzept der „Balanced Scorecard“, da Unternehmen Steuerungsinstrumente benötigen, welche die Strategie des Unternehmens berücksichtigen und dabei kritische Erfolgsfaktoren wie Innovation, fähige Prozesse und Mitarbeiter-Know-how messbar machen.
In der vorliegenden Arbeit wird in einem ersten Teil die Idee und Grundkonzeption der Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton vorgestellt.
In Kapitel 3 wird das Controlling-Instrument BSC auf Medienunternehmen übertragen, genauer auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei wird eine Möglichkeit aufgezeigt, wie sich die BSC branchenindividuell anpassen lässt.
Darüber hinaus wird in Kapitel 4 das Unternehmen „Schweizer Fernsehen“ vorgestellt, welches die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument anwendet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitende Betrachtung
- Einführung in die Balanced Scorecard
- Definition des Begriffs der Balanced Scorecard
- Grundidee und Aufbau der Balanced Scorecard
- Die vier klassischen Perspektiven der Balanced Scorecard
- Die Balanced Scorecard im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
- Wesensmerkmale und Zielsystem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
- Die Perspektiven
- Die Programmauftragsperspektive
- Die Finanzperspektive
- Die Zuschauer- und Werbekundenperspektive
- Die Potentialperspektive
- Strategy Map
- Das Schweizer Fernsehen als Fallbeispiel
- Vorbemerkungen zum Schweizer Fernsehen
- Die strategischen Ziele des Schweizer Fernsehens
- Der Balanced-Scorecard-Ansatz des Schweizer Fernsehens
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit untersucht die Anwendung der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument im Medienbereich. Dabei wird der Fokus auf öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter gelegt. Die Arbeit beleuchtet die Grundidee und Funktionsweise der Balanced Scorecard, die Anpassung an die Besonderheiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die praktische Umsetzung anhand des Schweizer Fernsehens.
- Die Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Steuerung von Unternehmen
- Die Besonderheiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Medienunternehmen
- Die Adaption der Balanced Scorecard auf die spezifischen Bedürfnisse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
- Die praktische Anwendung der Balanced Scorecard durch das Schweizer Fernsehen
- Die Vorteile und Herausforderungen der Balanced Scorecard im Medienkontext
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitende Betrachtung
Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit vor, indem sie die Herausforderungen für Rundfunkunternehmen im digitalen Zeitalter beschreibt. Dabei wird die zunehmende Konkurrenz durch Telekommunikations- und Informationstechnologieunternehmen sowie der steigende Rechtfertigungsbedarf für die Rundfunkgebühr im Kontext knapper werdender Ressourcen beleuchtet.
Kapitel 2: Einführung in die Balanced Scorecard
In diesem Kapitel werden die Grundprinzipien der Balanced Scorecard (BSC) nach Kaplan und Norton vorgestellt. Die Definition der BSC als Steuerungsinstrument, die Grundidee des Konzepts und der Aufbau der BSC werden erläutert. Besonders die vier klassischen Perspektiven der BSC, die eine ausgewogene Darstellung der Unternehmensleistung ermöglichen, werden näher betrachtet.
Kapitel 3: Die Balanced Scorecard im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Das dritte Kapitel thematisiert die Anpassung der Balanced Scorecard an die Besonderheiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es werden die Wesensmerkmale und das Zielsystem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dargestellt und die Anwendung der BSC-Perspektiven (Programmauftrag, Finanzen, Zuschauer und Werbekunden, Potential) im Kontext dieser Merkmale diskutiert.
Kapitel 4: Das Schweizer Fernsehen als Fallbeispiel
Dieses Kapitel zeigt die praktische Anwendung der Balanced Scorecard am Beispiel des Schweizer Fernsehens auf. Die strategischen Ziele des Schweizer Fernsehens werden vorgestellt und die Umsetzung der BSC-Methoden, inklusive der Erstellung einer Strategy Map, werden näher beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Seminararbeit fokussiert auf die Themenbereiche Balanced Scorecard, öffentlicher Rundfunk, Medienmanagement, Strategisches Controlling, Leistungsmessung, Zielsetzung, und Finanzierung. Dabei werden wichtige Begriffe wie Programmauftrag, Rezipientenorientierung, Werbekundenperspektive, Potenzialentwicklung und Strategy Map im Kontext des Schweizer Fernsehens erläutert.
- Citar trabajo
- Christina Sturm (Autor), 2006, Balanced Scorecards als Steuerungsinstrument im Medienbereich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67334