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Frankophonie. Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec

Title: Frankophonie. Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Rico Moyon (Author)

French Studies - Linguistics
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Nicht wissend, dass er einer der größten Entdecker der Weltgeschichte werden sollte, segelte der Genuese Cristoforo Colombo unter der spanischen Flagge und im Auftrag der reyes católicos gen Westen, um einen neuen Seeweg nach Indien zu entdecken. Er stieß schließlich am 12. Oktober des Jahres 1492 auf Land und glaubte, Indien erreicht zu haben und bezeichnete die dort vorgefundenen Bewohner irrtümlich als Indianer. Was Colombo aber tatsächlich entdeckte, war ein neuer Kontinent, dessen Kolonisierung in der Folgezeit auch für Frankreichs Geschichte von Bedeutung sein sollte.


In der vorliegenden Arbeit werde ich, gestützt auf fundamentalen Fakten, auf wichtige zentrale Aspekte der frankokanadischen Geschichte näher eingehen und diese unter ausgewählten Gesichtspunkten analysieren. Der Schwerpunkt wird darin bestehen, die sich herausbildende frankokanadische Identität, die Sprache und Kultur der Kolonisten und deren Nachkommen miteinander in Verbindung zu bringen. Dabei werde ich zum Teil neue Thesen und Modelle zur Diskussion stellen, die ich mit Hilfe der Geschichte versuchen werde, zu veranschaulichen und mit empirischen Fakten zu bekräftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Québec

1.1 Landes- und Kulturgeschichte

1.2 Sprache und Sprachgesetzgebung

2 Identität, Sprachbewusstsein, Sprachidentität

2.1 Die Frage nach der frankokanadischen Identität

2.2 Sprache und Identität in Québec

2.2.1 Sprachbewusstsein und Sprachidentität

2.2.2 Das Sprachbewusstsein – Ein angeborenes Werkzeug?

3 La langue maternelle au Québec

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der frankokanadischen Identität und der Entwicklung der französischen Sprache in Québec. Ziel ist es, auf Basis historischer Fakten zu analysieren, wie Sprache und Sprachidentität als zentrale Eckpfeiler des quebeckischen Bewusstseins fungierten, um sich gegen den kulturellen und sprachlichen Druck der anglophonen Mehrheit abzugrenzen.

  • Historische Entwicklung der Besiedlung und Identitätskonstituierung in Québec
  • Die Rolle der katholischen Kirche und des Sprachbewusstseins als Abgrenzungsmerkmale
  • Entwicklung und Bedeutung der Sprachgesetzgebung in Québec
  • Soziolinguistische Analyse von Sprachidentität und Sprachwandel
  • Perspektiven des Französischen im Kontext von Globalisierung und Bilingualismus

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Sprachbewusstsein und Sprachidentität

In diesem Kapitel kommen zwei Begriffe vor, die eng miteinander verbunden sind. Zum einen tragen beide den Begriff Sprach[e] im Namen, zum anderen bedingen sie sich gegenseitig – auch in der quebecker Geschichte können wir sie antreffen: Das Sprachbewusstsein und die Sprachidentität.

Was ist das Sprachbewusstsein? Die Pädagogik hält eine allgemeine Definition dafür bereit: Das Sprachbewusstsein ist die Kenntnis über die eigene Sprache und die Fähigkeit, über Sprache sprechen zu können.

Peter Cichon, österreichischer Linguist, geht etwas mehr ins Detail und bezeichnet es als »das zentrale interne Steuerungsinstrument unseres gesamten Sprachverhaltens«, dessen Ziel es sei, uns in die Gesellschaft zu integrieren und dies abzusichern. Um dies zu erreichen, muss das Sprachbewusstsein als Wissensspeicher fungieren, d.h. es muss das nötige Wissen um Sprachregeln, Sprachkenntnisse und Erfahrungen mit ihr bereit stellen. Des weiteren soll es als eine operative Instanz uns dazu verhelfen, über Anwendungen der Sprache Erfahrungen zu sammeln, diese dann auszuwerten und uns zur Verfügung zu stellen (s. Wissensspeicher).

Drittens – und für uns am interessantesten – hat es als das so genannte Kontrollorgan die Aufgabe, uns in die Lage zu versetzen, über Sprache nachdenken, sprechen und richten zu können, d.h., dass wir unterscheiden können zwischen richtigem und falschem und – sehr wichtig – zwischen eigenem und fremdem Sprechen. Es versetzt uns demzufolge in die Lage, andere Personen anhand der Erkennung der gesprochenen Sprache identifizieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der frankokanadischen Identität ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.

1 Québec: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Besiedlung Québecs und die evolutionäre Entwicklung der Sprachgesetzgebung.

2 Identität, Sprachbewusstsein, Sprachidentität: Hier werden theoretische Grundlagen zu Identitätsbegriffen diskutiert und auf die spezielle Situation der Frankokanadier angewendet.

3 La langue maternelle au Québec: Eine Analyse der Entwicklung der Muttersprache Französisch unter dem Druck des Englischen und sozioökonomischer Faktoren in den letzten Jahrzehnten.

4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung, dass der Sprachwandel zwar unaufhaltsam ist, die Sprachpolitik jedoch eine wichtige symbolische Funktion für die Identität der Quebecker erfüllt.

Schlüsselwörter

Québec, Frankokanadier, Sprachidentität, Sprachbewusstsein, Identitätsbildung, Sprachgesetzgebung, Französisch, Anglizismen, Révolution tranquille, Kulturgeschichte, Sprachwandel, Bilingualismus, Kollektive Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die geschichtliche und soziolinguistische Entwicklung der Identität der französischsprachigen Bevölkerung in Québec im Spannungsfeld mit der englischsprachigen Umgebung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Konstituierung frankokanadischer Identität, die historische Entwicklung der Sprachgesetze sowie der Einfluss von Sprachbewusstsein auf den Widerstand gegen Assimilation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die frankokanadische Identität die Sprache als Eckpfeiler ihres Bewusstseins nutzte, um sich kulturell und politisch abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturhistorische und soziolinguistische Analyse, die auf fundamentalen Fakten sowie theoretischen Modellen zur Identitätsforschung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Besiedlungsgeschichte, die Rolle der katholischen Kirche, die psychologischen Aspekte des Sprachbewusstseins und die moderne Sprachpolitik ab den 1960er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Identitätsbildung, Sprachidentität, Sprachpolitik, Frankophonie und das Spannungsfeld zwischen Französisch und Englisch in Québec.

Warum spielt die katholische Kirche in der historischen Identitätsbildung eine Rolle?

Nach dem Verlust des Kontakts zum Mutterland Frankreich übernahm die Kirche eine Führungsrolle und wurde zum zentralen Träger der frankophonen Identität, insbesondere als die britische Gesetzgebung den Katholizismus zeitweise unterdrückte.

Wie unterscheidet sich "Sprachbewusstsein" von "Sprachidentität" laut der Arbeit?

Sprachbewusstsein ist das interne Steuerungsinstrument zur Erkennung und Klassifizierung von Sprache, während Sprachidentität die Eigenschaft einer Sprache bezeichnet, als abgrenzbares Merkmal für ein kulturelles Selbstverständnis zu dienen.

Wird die Existenz einer "Krise" des Französischen in Québec bestätigt?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass von einer akuten Krise nicht die Rede sein kann, da sich das Französische trotz Sprachkontakts und Anglizismen als widerstandsfähig erweist.

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Details

Title
Frankophonie. Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec
College
Martin Luther University  (Institut für Romanistik)
Course
Proseminar La crise du français - Le français en crise?
Grade
2,0
Author
Rico Moyon (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V67293
ISBN (eBook)
9783638602464
ISBN (Book)
9783638725286
Language
German
Tags
Frankophonie Eine Geschichte Sprache Identität Québec Proseminar Kanada quebecois langue Kanadier Frankokanadier Bewusstsein Kultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rico Moyon (Author), 2006, Frankophonie. Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67293
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