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Angriff und Apologie - Die Geschichtswissenschaft im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst: Mit Hayden White auf der Suche nach einem neuen Paradigma

Titre: Angriff und Apologie - Die Geschichtswissenschaft im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst: Mit Hayden White auf der Suche nach einem neuen Paradigma

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 33 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Erik Fischer (Auteur)

Histoire - Généralités
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Das Besondere bei Hayden White ist, dass er seine Theorie um die Frage der Historiographie zentriert. Unruhe erzeugte er damit, dass er der Geschichtswissenschaft den Status einer Wissenschaft absprach, die Geschichtsschreibung mit der (schönen) Literatur gleich setzte und in den Augen seiner Kritiker damit den historischen Referenten, also die objektive Realität der Vergangenheit leugnete. Zu diesen Vorwürfen muss man sich nun positionieren. Der Autor gedenkt sie, wenn auch nicht vollständig zu entkräften, so doch zumindest abzuschwächen.
Denn die Abrede eines wissenschaftlichen Status’ für die Geschichtswissenschaft lässt sich aus der Kuhn’schen Definition einer Wissenschaft ableiten. Dort formuliert Kuhn, dass jede (normale) Wissenschaft ein Paradigma benötigt. Dieses „ist die Gesamtheit der theoretischen Überzeugungen, welche die scientific community der jeweiligen Disziplin teilt, und auf dem ein Konsens darüber aufgebaut ist, welche Probleme für das Fach als grundlegend angesehen werden und was für Lösungswege möglich sind.“ Das Paradigma ist also die wissenschaftliche Matrix der Wissenschaft selbst und definiert Grundlagen und Inhalte. White spricht der Geschichtswissenschaft nun eine solche Matrix ab, da sich noch kein Paradigma entwickelt hat und die Geschichtswissenschaft im Status einer Protowissenschaft verharrt. Deutlich wird das für ihn daran, dass in wesentlichen Fragen der Disziplin noch keine Einigkeit erzielt wurde. Stattdessen müssen sich Historiker immer wieder damit auseinandersetzen, was »Geschichte« eigentlich sei und wie man sie schreiben könne. Dies ist wahrhaftig eine richtige Beobachtung und die Diskussion um Hayden White zeugt hinlänglich vom Unvermögen der Disziplin, sich über den grundlegenden Gegenstand klar zu werden. An diesem Punkt ist White also zuzustimmen. Dennoch wird diese Arbeit, obwohl zum Teil apologetisch, nicht frei von Angriffen sein. Die Feststellung eines fehlenden Paradigmas wird der Autor als Ausgangspunkt nehmen, anhand der Überlegungen Hayden Whites ein solches zu suchen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • Angriff und Apologie. Die Geschichtswissenschaft im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst. Mit Hayden White auf der Suche nach einem Paradigma.
  • I. Metahistory
    • A. Das Theoriedefizit der Geschichtswissenschaft
    • B. Die Sprache als Fundament der Geschichte
    • C. Hayden Whites Modell

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist es, die Positionen des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Hayden White in Bezug auf die Geschichtswissenschaft zu untersuchen und zu analysieren. Dabei soll geklärt werden, ob und inwiefern die von White entwickelte Theorie der Tropen als Grundlage für ein Paradigma der Geschichtswissenschaft dienen kann.

  • Die Abgrenzung der Geschichtswissenschaft von der Kunst und Literatur
  • Das Theoriedefizit der Geschichtswissenschaft
  • Die Rolle der Sprache und der narrativen Modellierung in der Geschichtsschreibung
  • Die Möglichkeit der Entwicklung eines Paradigmas für die Geschichtswissenschaft
  • Die Verbindung von Hayden Whites Theorie der Tropen mit Hans Michael Baumgartners transzendentaler Historik

Zusammenfassung der Kapitel

Der erste Teil der Arbeit beleuchtet das Theoriedefizit der Geschichtswissenschaft, das von White als Ausgangspunkt für seine Überlegungen dient. Er argumentiert, dass die Geschichtswissenschaft im Status einer Protowissenschaft verharrt, da sich noch kein Paradigma entwickelt hat und die Disziplin in wesentlichen Fragen noch keine Einigkeit erzielt hat. Der Autor stimmt White in dieser Hinsicht zu, sieht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, ein solches Paradigma zu finden.

Im zweiten Teil der Arbeit werden die Gedanken von White zu Sprache und narrativer Modellierung in der Geschichtswissenschaft vorgestellt. Er argumentiert, dass »Geschichte« nur über die Sprache zugänglich ist und dass die Sprache in der Lage ist, Modelle vergangener Prozesse und Strukturen zu entwerfen, die dann durch eine narrative Modellierung dargestellt und erklärt werden können.

Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem von White entwickelten Modell der »Metahistory«. Dabei geht es um die Untersuchung der Geschichte der Geschichtswissenschaft selbst. White stellt einen Katalog von Fragestellungen auf, die sich die Geschichtswissenschaft stellen muss, um ihre Grundlagen und Inhalte zu erforschen.

Schlüsselwörter

Die wichtigsten Schlüsselwörter und Fokusthemen dieser Arbeit sind Hayden White, Metahistory, Geschichtswissenschaft, Paradigma, Tropen, Sprache, narrative Modellierung, historische Erkenntnis, wissenschaftliche Matrix, transzendentale Historik, linguistic turn.

Häufig gestellte Fragen

Welche provokante These vertritt Hayden White zur Geschichtswissenschaft?

Hayden White sprach der Geschichtswissenschaft den Status einer „normalen“ Wissenschaft ab und setzte die Geschichtsschreibung stattdessen mit schöner Literatur gleich.

Warum betrachtet White die Geschichtswissenschaft als "Protowissenschaft"?

Nach Whites Ansicht fehlt der Disziplin ein einheitliches Paradigma (eine wissenschaftliche Matrix), da in grundlegenden Fragen noch kein Konsens herrscht.

Welche Rolle spielt die Sprache in Hayden Whites Theorie?

White argumentiert, dass Geschichte nur über die Sprache zugänglich ist. Die narrative Modellierung und die Verwendung von „Tropen“ (sprachlichen Wendungen) bestimmen, wie historische Realität konstruiert wird.

Was ist das Modell der "Metahistory"?

Metahistory untersucht die Geschichte der Geschichtswissenschaft selbst und analysiert die tiefenstrukturellen poetischen und rhetorischen Elemente historischer Texte.

Was bedeutet der Begriff "Linguistic Turn" in diesem Kontext?

Es bezeichnet die Wende zur Sprache in den Geisteswissenschaften, bei der die Erkenntnis im Vordergrund steht, dass Sprache die Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern sie erst erschafft.

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Résumé des informations

Titre
Angriff und Apologie - Die Geschichtswissenschaft im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst: Mit Hayden White auf der Suche nach einem neuen Paradigma
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Cours
Theorien und Methoden der Neueren Kulturgeschichte
Note
1,3
Auteur
Erik Fischer (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
33
N° de catalogue
V66346
ISBN (ebook)
9783638584630
ISBN (Livre)
9783656800873
Langue
allemand
mots-clé
Angriff Apologie Geschichtswissenschaft Spannungsfeld Wissenschaft Kunst Hayden White Suche Paradigma Theorien Methoden Neueren Kulturgeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Erik Fischer (Auteur), 2006, Angriff und Apologie - Die Geschichtswissenschaft im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst: Mit Hayden White auf der Suche nach einem neuen Paradigma, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66346
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Extrait de  33  pages
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