Gegenstand dieser Arbeit wird die Entwicklung der Naturphilosophie von George Gordon Lord Byron und Giacomo Leopardi sein. Es werden aus der Lektüre einiger ihrer Werke die Grundzüge der Evolution ihres Verhältnisses zur Natur aufgezeigt. Dabei kann man in beiden Dichtern drei verschiedene Phasen in ihrer Naturbetrachtung erkennen: Byrons Gedankenentwicklung geht von einer traditionellen pantheistischen Naturbetrachtung aus und entwickelt sich zu einer materialistischen, bis hin zu einer deistischen Weltanschauung. Der sogenannte leopardianische Pessimismus führt auf radikale Weise vor allem Leopardis tragische und degenerierende Beziehung zur Natur auf und geht von einem persönlichen zu einem historischen, bis hin zu einem kosmischen Pessimismus.
Zur jeweiligen Phase beider Dichter werden Auszüge aus Beispieltexten hinzugenommen und kommentiert, die ihr Denken in der jeweiligen Phase widerspiegeln können. Die zu diesem Zwecke ausgesuchten Texte Byrons1sind ausChilde Harold’s Pilgrimage, Don Juan, Darkness, Cain, Manfredund ’The Prayer of Nature’2,während die Leopardis vor allem aus der SammlungCantiundOperette morali3wie ’Il passero solitario’, ’Alla luna’, ’L’infinito’, ’Ultimo canto di Saffo’, ’Canto notturno di un pastore errante dell’Asia’, ’A Silvia’ und ’Dialogo della Natura e di un Islandese’ sind. Zu den jeweiligen italienischen Texten werden jeweils deutsche Übersetzungen4in den Fußnoten angegeben.
Ziel der Arbeit ist es, einen Vergleich beider Dichter hinsichtlich ihrer Naturbetrachtung anzustellen, wobei die Unterschiede und Ähnlichkeiten angesprochen und hervorgehoben werden. Zum Schluss der Arbeit werden Reflexionsversuche über eine mögliche verlorene Einheit des Menschen mit der Natur angestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Byron und Leopardi: zwei verschiedene Persönlichkeiten
- Byron
- Leopardi
- Byrons Naturreligion und Leopardis persönlicher Pessimismus
- Vom Naturgefühl zur Naturreligion
- Der persönliche Pessimismus Leopardis
- Byrons Pantheismus und Leopardis historischer Pessimismus
- Byrons Pantheismus
- Leopardis historischer Pessimismus
- Byrons Deismus und Leopardis kosmischer Pessimismus
- Byrons Deismus
- Leopardis kosmischer Pessimismus
- Die verlorene Einheit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Naturphilosophie von George Gordon Lord Byron und Giacomo Leopardi. Ausgehend von der Lektüre ihrer Werke werden die Grundzüge der Evolution ihres Verhältnisses zur Natur beleuchtet. Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Vergleich beider Dichter hinsichtlich ihrer Naturbetrachtung anzustellen, wobei Unterschiede und Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden.
- Entwicklung der Naturphilosophie von Byron und Leopardi
- Vergleich der Naturbetrachtung beider Dichter
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Naturphilosophien
- Einfluss von Naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Zeit
- Evolutionsstufen in der Naturbetrachtung beider Dichter
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich der Einleitung und stellt den Gegenstand der Arbeit sowie die Methode vor. Die Kapitel 2 bis 5 befassen sich mit den unterschiedlichen Phasen der Naturbetrachtung von Byron und Leopardi. Kapitel 2 beleuchtet die Persönlichkeiten beider Dichter und stellt ihre Lebensumstände und -stile in den Kontext der Romantik. Kapitel 3 behandelt Byrons Naturreligion und Leopardis persönlichen Pessimismus, wobei der Wandel von einem Naturgefühl zu einer Naturreligion sowie Leopardis Entwicklung von einem persönlichen zu einem historischen Pessimismus untersucht werden. Kapitel 4 analysiert Byrons Pantheismus und Leopardis historischen Pessimismus, während Kapitel 5 sich mit Byrons Deismus und Leopardis kosmischem Pessimismus befasst.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Naturphilosophie von Byron und Leopardi, wobei die Entwicklung ihres Verhältnisses zur Natur im Fokus steht. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Pantheismus, Deismus, Naturreligion, Pessimismus, Romantik, Weltanschauung und Naturbetrachtung. Die Arbeit analysiert die Einflussfaktoren, die die Naturphilosophien beider Dichter prägten, darunter die naturwissenschaftlichen Fortschritte der Zeit, sowie die literarischen Traditionen, denen sie sich anschlossen.
Häufig gestellte Fragen
Wie entwickelt sich Byrons Verhältnis zur Natur?
Byrons Naturbetrachtung wandelt sich von einer traditionellen pantheistischen Sichtweise über eine materialistische bis hin zu einer deistischen Weltanschauung.
Was charakterisiert den Pessimismus von Giacomo Leopardi?
Leopardis Werk zeigt eine Entwicklung vom persönlichen zum historischen und schließlich zum kosmischen Pessimismus auf.
Welche Werke werden für den Vergleich herangezogen?
Von Byron werden u.a. „Childe Harold’s Pilgrimage“ und „Cain“ analysiert; von Leopardi die „Canti“ und „Operette morali“.
Was versteht Leopardi unter "kosmischem Pessimismus"?
Es ist die radikale Erkenntnis einer tragischen und degenerierenden Beziehung zur Natur, die dem Menschen gegenüber gleichgültig oder grausam erscheint.
Was ist das Ziel des Vergleichs dieser beiden Dichter?
Die Arbeit möchte Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Naturphilosophie aufzeigen und Reflexionen über die verlorene Einheit des Menschen mit der Natur anstellen.
- Arbeit zitieren
- MA Antonio Sisto (Autor:in), 2001, Byrons und Leopardis Verhältnis zur Natur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65019