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Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes 'Torquato Tasso' - Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund

Title: Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes 'Torquato Tasso' - Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund

Essay , 2006 , 11 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christoph Aschenbrenner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Geschrieben von einem „Hofmann für Höfe“, ein „widerlich serviles Produkt durch und durch“ (beide Zitate aus Grawe, S. 194) sei Goethes Torquato Tasso,meint Johannes Scherr im Jahr 1851. Und im ersten Moment mutet das Drama auch als eine durchaus positive Beschreibung des höfischen Lebens an. Doch man muss zwischen den Zeilen lesen. Die wirkliche Handlung versteckt sich hinter Formen und Floskeln, ganz wie auf dem französisch geprägten Hof selbst. Und hier wie dort findet sich Brutales zwischen dem formgewandten Umgang von Adligen untereinander.
Das Theaterstück wurde auch von einem Hofmann geschrieben, aber von einem, der keineswegs mit allen Facetten dieser künstlichen, abgeschotteten Welt einverstanden war. Und als widerlich servil zeigen sich zwar die meisten Figuren, nicht aber das Stück selbst. Und so finden sich durchaus vielschichtige, bisweilen sogar ambivalente Handlungs- und Charakterdarstellungen. Torquato Tasso ist ganz sicher kein Lobgesang auf die adlige Gesellschaft, auch zu Goethes Zeiten dürfte wohl kaum jemand die dort beschriebene Welt als durchgehend positiv empfunden haben. So entpuppt sich das Stück beim genaueren Hinsehen als Kritik am übertrieben höfischen Leben, es ist eine Drama über einen Charakter, der, durchaus mit Schwächen behaftet, nicht in die gefühlssterile Welt des höfischen Theaters passt und dessen Leben durch eine Intrige zerstört wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

HAUPTTEIL

1. VERGLEICH VON TASSO UND ANTONIO IN GOETHES „TORQUATO TASSO“

1.1. Die Charaktere

1.2. Ihr Streit

2. INTERPRETATION DER DUELLSZENE VOR DIESEM HINTERGRUND

SCHLUSS

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Konflikt zwischen den Protagonisten Torquato Tasso und Antonio in Goethes Drama „Torquato Tasso“ und analysiert in diesem Zusammenhang insbesondere die Bedeutung und Wirkung der zentralen Duellszene.

  • Charakteranalyse von Tasso und Antonio als gegensätzliche Persönlichkeiten
  • Untersuchung der Dynamik ihres Streits am höfischen Hof
  • Interpretation der Duellszene vor dem Hintergrund höfischer Konventionen
  • Reflektion über Schuldzuweisungen und die Eskalation zwischen den Kontrahenten

Auszug aus dem Buch

2. Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund

Höfische Verhaltensweisen sind einem strengen Protokoll unterworfen, dessen Nichtbeachtung schlimmstenfalls den Ausschluss aus der höfischen Gesellschaft nach sich zieht. Da die höfische sich aus der ritterlich-kriegerischen Gesellschaft entwickelt hat, kann man hier von einer Domestizierung eines ehemals aggressiven Habitus sprechen. Diese Domestizierung schließt auch Duelle aus: Man ficht mit Worten, nicht mit Waffen. Auseinandersetzungen gewinnt nicht, wer besser kämpft, sondern wer besser kommuniziert.

Damit einher geht eine Rationalisierung des Gefühlslebens, wie es Antonio vorlebt und auch Tasso aufzwingen will. In diesem „Heiligtum“ (Goethe, S. 45) kommt eine Duellforderung fast einem Sakrileg gleich. (Vgl. Borchmeyer, S. 96ff) Für Tasso, der in kurzen Zeiträumen „fühlt“, stellt sie aber eine adäquate, weil sofort greifende Lösung ihres Zwistes dar. Mit dieser Handlung, deren Verlauf im Folgenden geschildert wird, ist der Abstieg Tassos besiegelt.

Tasso und Antonio treffen sich also zum ersten Mal. „Schöner ward kein Mann mir angekündigt“ (Vers 1197f)1, überfällt Tasso mit dem schon erwähnten Überschwang den Diplomaten. „Ohne Zögern“ (V. 1200) bietet er Antonio seine Freundschaft an, drängt sie ihm geradezu auf. Doch scheinbar aus höfischer Zurückhaltung heraus nimmt Antonio das Angebot nicht an. Diese Zurückhaltung ist Tasso zuwider, er hält sie hier nicht für angebracht. Und so dringt er weiter auf den älteren, gesellschaftlich höher stehenden Mann ein. Als Antonio diese Haltung ablehnt, schlägt die Stimmung des Dichters schnell um:

„So sei’s! Ich habe meine Pflicht getan, Der Fürstin Wort, die uns zu Freunden wünscht, Hab ich verehrt und mit dir vorgestellt“ (V. 1215ff).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die kritische Auseinandersetzung mit Goethes „Torquato Tasso“ und ordnet das Stück als Kritik am höfischen Leben ein, in dem der Protagonist an einer Intrige scheitert.

HAUPTTEIL: Der Hauptteil kontrastiert die Charaktere Tasso und Antonio, analysiert die Ursachen ihres Streits und interpretiert die Duellszene im Kontext höfischer Normen.

1. VERGLEICH VON TASSO UND ANTONIO IN GOETHES „TORQUATO TASSO“: In diesem Kapitel werden Tasso als impulsiver Dichter und Antonio als rationaler Staatssekretär gegenübergestellt, um den grundlegenden Konflikt zwischen Gefühl und Kalkül zu verdeutlichen.

1.1. Die Charaktere: Die Unterkapitel beschreiben die gegensätzlichen Weltanschauungen: Tassos Idealismus und Emotionalität prallen auf Antonios doktrinäre, nutzenorientierte Auffassung.

1.2. Ihr Streit: Hier wird die Eskalation des Streits analysiert, der wesentlich durch Antonios Eifersucht und Tassos soziale Ungeschicklichkeit vorangetrieben wird.

2. INTERPRETATION DER DUELLSZENE VOR DIESEM HINTERGRUND: Dieses Kapitel untersucht die Duellszene als Bruch mit dem höfischen Protokoll und markiert den Beginn des dramatischen Abstiegs von Tasso.

SCHLUSS: Der Schluss reflektiert die Schuldfrage im Drama und kommt zu dem Ergebnis, dass Tassos Duellforderung eine fatale, wenn auch menschlich verständliche Überreaktion darstellt.

Schlüsselwörter

Torquato Tasso, Johann Wolfgang von Goethe, Antonio, Hof, Duell, Höfische Gesellschaft, Gefühl, Rationalität, Intrige, Konflikt, Charakterdarstellung, Literatur, Scham, Sturm und Drang, Schuldfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Hauptfiguren Tasso und Antonio in Goethes „Torquato Tasso“ und analysiert, wie ihr Konflikt in der Duellszene kulminiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen der Gegensatz zwischen höfischem Kalkül und künstlerischer Emotionalität sowie die gesellschaftlichen Zwänge am Hof.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Charaktere und ihre Interaktionen zu beleuchten und die Duellszene als entscheidenden Wendepunkt im Drama zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Textinterpretation von Goethes Werk sowie der Einbeziehung von Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der beiden Gegenspieler, die Entstehung ihres Streits und die detaillierte Interpretation der Duellforderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Tasso, Antonio, höfische Gesellschaft, Gefühl, Rationalität, Intrige und Duell.

Warum wird Antonio als Gegenspieler Tassos betrachtet?

Antonio vertritt das höfische Prinzip von Anstand, Nutzen und politischem Kalkül, was Tassos spontanem, von Gefühl geleitetem Wesen diametral entgegensteht.

Wie bewertet der Autor die Schuld an der Eskalation?

Der Autor argumentiert, dass zwar Tasso die Duellforderung stellt, Antonio jedoch als erfahrenerer Mann eine Mitschuld trägt, da er den Dichter bewusst provoziert.

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Details

Title
Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes 'Torquato Tasso' - Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund
College
University of Regensburg  (Institut für Germanistik)
Course
Literatur und Scham
Grade
2,3
Author
Christoph Aschenbrenner (Author)
Publication Year
2006
Pages
11
Catalog Number
V62612
ISBN (eBook)
9783638558235
ISBN (Book)
9783656788720
Language
German
Tags
Vergleich Tasso Antonio Goethes Torquato Tasso Interpretation Duellszene Hintergrund Literatur Scham
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Aschenbrenner (Author), 2006, Vergleich von Tasso und Antonio in Goethes 'Torquato Tasso' - Interpretation der Duellszene vor diesem Hintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62612
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