Erwerbsarbeit hat in Deutschland seit je her einen sehr hohen Stellenwert. Die Nachfrage nach Arbeitskräften wird, wie in kapitalistischen Gesellschaften üblich, grundlegend über den Arbeitsmarkt geregelt. Hierbei ist zu beachten, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer generell unterschiedliche Interessen besitzen.
Arbeitgeber sind auf menschliche Arbeitskraft angewiesen, um den Leistungserstellungs-Prozess in ihren Unternehmen aufrecht erhalten zu können. Demzufolge steht in dem Mittelpunkt der Arbeitgeber eine gewisse Organisationssicherheit und Erwartungssicherheit bezüglich der Arbeitnehmer.
Arbeitnehmer wiederum sind an einer ausreichenden Vergütung ihrer Arbeitsleistung und an einer mit dem Privatleben kompatiblen Arbeitszeitregelung sowie Arbeitsplatzsicherheit interessiert.
Um diese von einander abweichenden Ziele miteinander vereinbar zu machen hat sich in Deutschland ein spezielles System der industriellen Beziehungen entwickelt, das für alle beteiligten Parteien eine dienlichen Interessenausgleich liefern soll. Auf die historische Entwicklung sowie Charakteristika des deutschen Systems der industriellen Beziehungen wird in Kapitel 2 genauer eingegangen. In Kapitel 3 folgt eine Charakterisierung des deutschen Systems industrieller Beziehungen. Hierauf folgt in Kapitel 4 die Frage, ob das deutsche System noch zeitgemäß ist. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historische Entwicklung
- Von 1950 bis Ende 70er/Anfang 80er Jahre
- Von Anfang 80er bis heute
- Charakteristika des deutschen Systems
- Dualität
- Intermediarität
- Zentralisierung
- Repräsentativität
- Verrechtlichung
- Zukunft der industriellen Beziehungen in Deutschland
- Erosion des Tarifsystems
- Kontinuität im Wandel
- Kontinuitäten und Diskontinuitäten
- Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen System der industriellen Beziehungen. Sie analysiert die historische Entwicklung, charakterisiert die wichtigsten Merkmale und diskutiert die Frage, ob das System noch zeitgemäß ist.
- Historische Entwicklung der industriellen Beziehungen in Deutschland mit Fokus auf die Rolle der Gewerkschaften
- Charakterisierung des deutschen Systems industrieller Beziehungen, insbesondere die Dualität, Intermediarität, Zentralisierung, Repräsentativität und Verrechtlichung
- Analyse der aktuellen Herausforderungen für das deutsche System der industriellen Beziehungen, insbesondere die Erosion des Tarifsystems
- Diskussion der Frage, ob das deutsche System der industriellen Beziehungen noch zeitgemäß ist
- Bewertung der Kontinuitäten und Diskontinuitäten im deutschen System der industriellen Beziehungen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2: Historische Entwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung der industriellen Beziehungen in Deutschland mit einem Fokus auf die Rolle der Gewerkschaften. Es gliedert die historische Entwicklung in zwei Abschnitte: von 1950 bis Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre und von Anfang der 80er bis heute.
Kapitel 3: Charakteristika des deutschen Systems: Das Kapitel erläutert die wichtigsten Charakteristika des deutschen Systems der industriellen Beziehungen, wie Dualität, Intermediarität, Zentralisierung, Repräsentativität und Verrechtlichung. Es beleuchtet die besonderen Eigenschaften, die das deutsche System von anderen Systemen der industriellen Beziehungen unterscheiden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf das deutsche System der industriellen Beziehungen und befasst sich mit zentralen Themen wie Gewerkschaften, Tarifsystem, Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung, Globalisierung, Rationalisierung, Mitgliedererosion und Kontinuität im Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Merkmale des deutschen Systems der industriellen Beziehungen?
Zentrale Merkmale sind Dualität (Gewerkschaften/Betriebsräte), Verrechtlichung, Zentralisierung der Tarifverhandlungen und Repräsentativität.
Was bedeutet „Dualität“ in diesem System?
Es beschreibt die Trennung zwischen der überbetrieblichen Ebene (Tarifverträge durch Gewerkschaften) und der betrieblichen Ebene (Mitbestimmung durch Betriebsräte).
Wie haben sich die industriellen Beziehungen seit 1980 verändert?
Die Arbeit stellt eine Erosion des Tarifsystems, sinkende Mitgliederzahlen in Gewerkschaften und einen Wandel durch Globalisierung und Rationalisierung fest.
Warum ist das deutsche System „verrechtlicht“?
Weil die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Deutschland durch eine Vielzahl von Gesetzen (z.B. Betriebsverfassungsgesetz) strikt geregelt sind.
Ist das System heute noch zeitgemäß?
Die Arbeit diskutiert die Zukunftsfähigkeit angesichts der Mitgliedererosion, betont aber auch die „Kontinuität im Wandel“ als Stärke des deutschen Modells.
- Arbeit zitieren
- Diplom Kaufmann Stephan Riedel (Autor:in), 2005, Das Deutsche System der industriellen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/62209