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Das soziokulturelle Phänomen des Märchens der Frau Holle nach den Gebrüder Grimm

Title: Das soziokulturelle Phänomen des Märchens der Frau Holle nach den Gebrüder Grimm

Term Paper , 2005 , 55 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Beatrice Bucher (Author)

Social Work
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Das Märchen der Frau Holle als soziokulturelles Phänomen bietet ein breites Spektrum an Deutungsmöglichkeiten und Symbolgehalten. An ihr zeigt sich anschaulich und exemplarisch die literarische Veränderung eines Frauenbildes.

Thematisiert werden die Überlieferungswege und mögliche Autorenschaften von Märchen.

Zunächst jedoch einmal stehen mit dem Märchen in engem Zusammenhang die Gebrüder Grimm, zwei äußerst bedeutende Germanisten und damit auch die Zeit der Romantik.

Die Nationale Identitätssuche und die Auseinandersetzung mit dem Begriff Volk, das bürgerliche Leben und die Entwicklung der Haus- und Kindermärchen sowie die Auswirkungen marktwirtschaftlicher Wandlungen auf den Buchhandel, all das prägte ausschlaggebend die zwischen Kunst- und Volkspoesie sich entwickelnde spezielle literarische „Gattung Grimm“.

Frau Holle bietet jedoch noch mehr, in enger Verbindung mit der Mythologie verbindet sie sich mit sagenumwobenen Gestalten germanischer Gottheiten. Altes Brauchtum vorchristlicher Zeit liefern weitere Hinweise.

Märchen generell sind geprägt von charakteristischen Merkmalen ihres Märchenpersonals, ihres Inventars und ihrer Darstellungswelten und bieten damit eine breite Fläche von Interpretationsmöglichkeiten. Insbesondere ein Märchen in dem bis heute kein Prinz Zugang gefunden hat!

Märchen sind wie andere Gattungen nicht isoliert zu betrachten, ihre Umformungen sind immer auf unterschiedliche Weise von der Zeit und der Sozialisation der jeweiligen Bevölkerungsgruppe gebunden, das Märchen der Frau Holle hat ihren Tribut gezahlt, seine Faszination und Deutungsvielfalt jedoch nie verloren!

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literatur der Romantik

2.1 Der Begriff Volk

2.2 Nationale Identitätssuche

3. Die Gebrüder Grimm

3.1 Märchen; Zeugnisse mündlicher Erzähltradition

3.2 Volks- oder doch Kunstmärchen?

3.3 Kinder- und Hausmärchen

3.3.1 Die „Gattung Grimm“

4. Verbreitungstheorien von Märchen

4.1 Indogermanische Theorie

4.2 Indische Theorie

5. Charakteristische Merkmale eines Märchens

5.1 Märchenpersonal und Inventar

5.2 Typische Darstellungswelten im Märchen

5.3 Der (Schicksals-) Weg

6. Typische Figuren im Märchen

6.1 Märchendeutung im Sinne der Jung´schen Archetypen

6.2 Mutterfiguren im Märchen

6.2.1 Naturmuttergestalten

6.3 Männliches und weibliches Prinzip

7. Das Märchen der Frau Holle

7.1 Frau Holle eine „sagenumwobene Gestalt“

7.2 Überliefertes Brauchtum

7.3 Germanische Göttin

7.3.1 Todesgöttin „Halja“

7.4 Kontroverse Gestalt

8. Bildelemente und Symbole

8.1 Der Brunnen

8.2 Die Blumenwiese

8.3 Der Backofen

8.4 Der Apfelbaum

8.5 Der Hahn

9. Einzelne Märchenstationen und Figuren

9.1 Die Reise in den Brunnen

9.2 Pechmarie

9.3 Die alte Frau mit den großen Zähnen

9.4 Die Rückkehr

10. Schlussbemerkung

11. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Märchen der "Frau Holle" der Gebrüder Grimm als soziokulturelles Phänomen. Dabei liegt der Fokus auf der tiefenpsychologischen und mythischen Deutung der weiblichen Hauptfiguren, der Symbolik der Märchenelemente und der Frage, inwieweit das Märchen als Ausdruck gesellschaftlicher Wandlungsprozesse und als Spiegelbild des weiblichen Prinzips verstanden werden kann.

  • Die literaturgeschichtliche Einordnung der Romantik und das Wirken der Gebrüder Grimm.
  • Die Verbreitungstheorien von Volksmärchen (Indogermanische vs. Indische Theorie).
  • Archetypische Analysen von Mutterfiguren und weiblichen Prinzipien im Märchen.
  • Die spezifische Symbolanalyse von Frau Holle: Brunnen, Backofen, Apfelbaum und Hahn.
  • Der Übergang von der "guten Mutter" zur "Stiefmutter" oder "Hexe" als patriarchale Transformation.

Auszug aus dem Buch

6.1 Märchendeutung im Sinne der Jung´schen Archetypen

C. G. Jung (1875-1961), der ehemalige Schüler Freuds, entwickelte eine eigene psychologische Richtung weiter. Für ihn gibt es sogenannte Archetypen, die beim Menschen als Grundbaustein des kollektiven Unterbewusstsein, zur Entstehung der Märchen geführt haben. (Pöge-Alder 1994:113)

Jung geht von einem unpersönlichen kollektiven Unbewusstein aus, das wiederum als schöpferische Phantasietätigkeit sich auswirkt. (Pöge-Alder 1994:114)

Eine Nachfolgerin Jungs, Marie Luise von Franz, weist auch auf die Möglichkeiten für Wurzeln eines Mythologens hin. (von Franz, Marie Luise: Bei der schwarzen Frau. In: Studien zur analytischen Psychologie C.G. Jungs, hg. V. K. Binswanger, M. Eliade u. a. Zürich 1955, Bd.II S.4. In: Pöge Alder 1994:114) Märchen werden also nicht getrennt von Mythologien gesehen. Der Schwerpunkt hierbei liegt auch weniger auf der konkreten Entstehung als auf Erkenntnisse die daraus für den Menschen und über den Menschen ableitbar sein können (Pöge-Alder 1994:115)

So spiegeln Märchen Inhalte kollektiven Bewusstseins (z. B. dominierende religiöse Anschauungen oder weltanschaulich allgemein akzeptierte Vorstellungen) wieder und aus diesen wiederum resultiert die jeweilige Symbolik. Auch unbewusste Reaktionen auf psychische und physische Umweltbedingungen, wie Völkerwanderung, Einbruch fremder Kulturen, wirken auf die Entstehung von Erzählungen ständig mit ein.(Pöge-Alder. 1994:114)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Faszination des Märchens und die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem Thema befassen.

2. Literatur der Romantik: Beleuchtung des Zeitalters der Romantik, des Begriffs "Volk" und der Suche nach einer nationalen Identität.

3. Die Gebrüder Grimm: Untersuchung der Arbeit der Brüder Grimm, ihrer Bedeutung für die Märchenforschung und die Entstehung der "Gattung Grimm".

4. Verbreitungstheorien von Märchen: Erläuterung der Indogermanischen und der Indischen Theorie zur Herkunft und Verbreitung von Märchen.

5. Charakteristische Merkmale eines Märchens: Analyse der typischen Bestandteile eines Märchens wie Personal, Darstellungswelten und der Schicksalsweg des Helden.

6. Typische Figuren im Märchen: Tiefenpsychologische Betrachtung der Märchenfiguren, insbesondere der Mutterarchetypen und des weiblichen/männlichen Prinzips.

7. Das Märchen der Frau Holle: Detaillierte Analyse der Figur Frau Holle als mythische, naturverbundene und ambivalente Gestalt.

8. Bildelemente und Symbole: Symbolische Bedeutung von zentralen Märchenelementen wie Brunnen, Blumenwiese, Backofen, Apfelbaum und Hahn.

9. Einzelne Märchenstationen und Figuren: Interpretation der einzelnen Stationen des Märchens von der Reise in den Brunnen bis zur Rückkehr.

10. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflexion über die Beharrlichkeit von Märchenbildern und ihre Relevanz für moderne Reifeprozesse.

Schlüsselwörter

Frau Holle, Gebrüder Grimm, Märchenforschung, C.G. Jung, Archetypen, Matriarchat, Symbolik, Tiefenpsychologie, Volksmärchen, Initiation, Weibliches Prinzip, Romantik, Mythologie, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht das Märchen der "Frau Holle" aus soziokultureller und tiefenpsychologischer Perspektive, wobei insbesondere die Rolle und Darstellung der Frau hinterfragt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Märchenforschung, das Zeitalter der Romantik, die Verbreitungstheorien von Mythen und eine detaillierte Symbolanalyse der Märchenwelt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Märchen als "soziokulturelles Phänomen" fungieren und welche psychologischen und mythischen Deutungsmöglichkeiten hinter der "Gattung Grimm" stecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der literaturwissenschaftliche, historisch-vergleichende und tiefenpsychologische (jungianische) Methoden kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Märchensammlungen, theoretische Ansätze zur Interpretation (Jung, Drewermann) und die konkrete Symbolik von Objekten und Figuren im Märchen der Frau Holle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Frau Holle, Archetypen, Matriarchat, Initiation, Symbolik und die Märchen der Gebrüder Grimm.

Warum wird Frau Holle als "kontroverse Gestalt" bezeichnet?

Da sie zwischen der Rolle als gütige Naturgöttin, "Hüterin der Häuslichkeit" und der christlichen Verteufelung als Unterweltgestalt schwankt.

Welche Bedeutung haben der Brunnen und der Apfelbaum im Märchen?

Der Brunnen dient als Schwelle in eine andere Bewusstseinsebene (Unbewusstes), während der Apfelbaum als Symbol für Reife, Fruchtbarkeit und die Initiation der Frau in ihre Weiblichkeit verstanden wird.

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Details

Title
Das soziokulturelle Phänomen des Märchens der Frau Holle nach den Gebrüder Grimm
College
University of Welfare Mannheim
Course
Medien- und Kulturanalyse
Grade
1,0
Author
Beatrice Bucher (Author)
Publication Year
2005
Pages
55
Catalog Number
V60195
ISBN (eBook)
9783638539340
ISBN (Book)
9783638709606
Language
German
Tags
Phänomen Märchens Frau Holle Gebrüder Grimm Medien- Kulturanalyse Märchendeutung Verbreitungstheorien von Märchen Brauchtum Bildelemente und Symbole Märchenstationen Germanische Göttin männliches und weibliches Prinzip Naturmutter Pechmarie Schicksalsweg Volksmärchen Kunstmärchen Gattung Grimm Romantik Erzähltradition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beatrice Bucher (Author), 2005, Das soziokulturelle Phänomen des Märchens der Frau Holle nach den Gebrüder Grimm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60195
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