Die vorliegende Studie untersucht die Messung der Verhaltenspräferenz mittels einer bildbasierenden Entscheidungsaufgabe mit dem Ziel, die Frage "Sport treiben oder nicht?" zu beantworten. Die Stichprobe umfasst 206 Probanden (67 männliche, 137 weibliche und 2 diverse) mit einem Durchschnittsalter von 34,97 Jahren (SD=14,599). Als Testdesign werden vier randomisiert gestellte, im Aufbau identische Fragebögen genutzt.
Der Fragebogen wird durch 3 Bereiche, die Bewertung der vorab 64 erstellten Bildpaare, personenbezogene Daten und die affektive und kognitive Einstellung zum Sport treiben, aufgebaut. Die Befragung erfolgte online (Sosci Survey) ohne Begrenzung der Bearbeitungszeit im Zeitraum vom 05.09.2019 bis einschließlich den 15.10.2019. Die Auswertung wird durch eine Korrelationsüberprüfung nach Spearman und dem komplexen statistischen Verfahren der linearen Regression mithilfe des Statistikprogramms Jamovi durchgeführt.
Die getesteten Bildpaare bilden in allen vier Fragebögen eine realistische Alternative zueinander. Anhand einer Skalenbewertung von 1 bis 5 kann bei allen Bildpaaren ein Mittelwert zwischen 2.63 (SD=1.47) und 4,08 (SD=1.24) erreicht werden. 20,4% der Entscheidungssummenscores können mit der unabhängigen Variable (Häufigkeit anstrengende sportliche Aktivität) erklärt werden. Die affektive Einstellung korreliert, im Vergleich zur kognitiven Einstellung mit rHäufigkeit AsA=0,595 (p < .001) am höchsten mit der anstrengenden sportlichen Aktivität.
Die entwickelte bildbasierte Entscheidungsaufgabe ermöglicht valide Ergebnisse hinsichtlich der Vorhersage der sportlichen Aktivität. Zuverlässige Prädiktoren für die Vorhersage von Verhalten bilden die anstrengende sportlichen Aktivitäten, angegeben in Häufigkeit pro Woche. Um langfristig die sportliche Aktivität beeinflussen zu können, sollte die affektive Einstellung zum Sporttreiben positiv beeinflusst und verändert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Die empirische Untersuchung
3.1.Fragestellungen und Hypothesen
3.2.Methodik
3.2.1.Stichprobe
3.2.2.Ablauf
3.2.3.Untersuchungsvariablen
3.2.4.Statistische Auswertung
4. Ergebnisse
4.1.Prüfung von statistischen Voraussetzungen
4.2.Bilden die Bildpaare eine realistische Entscheidungsalternative?
4.2.1.Deskriptive Analyse
4.2.2.Lineare Regression
4.3. Welche Parameter beeinflussen die Vorhersage für Sport treiben?
5. Fazit und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt eine bildbasierende Entscheidungsaufgabe, um die Verhaltenspräferenz bezüglich sportlicher Aktivität zu messen und deren Vorhersagbarkeit zu prüfen. Dabei wird untersucht, inwieweit affektive und kognitive Einstellungen sowie die Häufigkeit und Dauer anstrengender oder moderater körperlicher Betätigung als zuverlässige Prädiktoren für das tatsächliche Sportverhalten dienen können.
- Entwicklung und Validierung einer bildbasierten Entscheidungsaufgabe
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen affektiver Einstellung und Sportverhalten
- Vergleich von anstrengender vs. moderater Aktivität als Verhaltensprädiktor
- Anwendung der Affective-Reflective Theory (ART) im sportpsychologischen Kontext
- Analyse von Einflussfaktoren auf Entscheidungen für oder gegen körperliche Aktivität
Auszug aus dem Buch
Die affective-reflective theory (ART)
Die affective-reflective theory (ART) erklärt die Entscheidung zwischen körperlicher Inaktivität und Sport treiben mittels eines Zwei-Prozess-Modells (Vgl. Abb. 1) und erlaubt Verhaltensvorhersagen (Brand und Ekkekakis, 2018). Das in Abbildung 1 dargestellte Modell der ART nach Brand und Ekkekakis (2018) erklärt, dass bewegungsbezogene Reize eine spontane Assoziation und gleichzeitig eine affektive Bewertung hervorrufen. Die affektive Bewertung ermöglicht einen Handlungsimpuls. Dieser Typ-1-Prozess und damit die unwillkürliche Bewertung, bildet die Grundlage für eine möglich folgende reflexive Bewertung, welche in der ART als Typ-2-Prozess beschrieben wird. Der Typ-2-Prozess, aus dem Handlungspläne entstehen können, erfolgt nur bei ausreichend Selbstregulationsressourcen. Sport oder der bewusst kognitive Gedanke daran lösen in den meisten Menschen ein positives oder aber negatives Gefühl aus, welches subjektiv ist. Dieser Prozess stellt eine Einstellung zum Thema Sport dar. Beide interagierenden Prozesse führen entweder zu einem Verhaltenswechsel oder zur Stagnation des Verhaltens. Das bekannte Muster wird beibehalten. Eine Vorhersage von Verhalten ermöglicht die ART dahingehend, dass, sofern Selbstregulationsressourcen aufgebraucht sind und die affektiven und reflexiven Prozesse abweichende Ergebnisse aufzeigen, eher der Typ-1-Prozess Einfluss auf das Verhalten nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Messung von Verhaltenspräferenzen bei sportlicher Aktivität ein und definiert die übergeordnete Forschungsfrage.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die gesundheitliche Bedeutung von körperlicher Aktivität, die dual-mode theory und die affective-reflective theory als theoretisches Fundament beleuchtet.
3. Die empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenerhebung, die methodische Vorgehensweise sowie die verwendeten statistischen Verfahren.
4. Ergebnisse: Hier werden die statistischen Daten analysiert, die Validität der Bildpaare geprüft und die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Parametern und dem Sportverhalten ausgewertet.
5. Fazit und Diskussion: Das letzte Kapitel bewertet die Ergebnisse im Kontext bestehender Literatur, diskutiert methodische Einschränkungen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Sportpsychologie, Verhaltenspräferenz, Entscheidungsaufgabe, bildbasierte Messung, affective-reflective theory, körperliche Aktivität, affektive Einstellung, kognitive Einstellung, Verhaltensvorhersage, Bewegungsförderung, Entscheidungsmodell, Gesundheitsverhalten, Prädiktoren, Statistik, Validität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie man die Präferenz einer Person für oder gegen sportliche Aktivität messen kann, indem eine spezielle bildbasierte Entscheidungsaufgabe entwickelt und validiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die sportpsychologische Verhaltensvorhersage, die Rolle affektiver gegenüber kognitiver Einstellungen und die Untersuchung, welche physischen Belastungsparameter (anstrengend vs. moderat) das Sportverhalten am besten erklären.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: "Ist Sport treiben vorhersehbar?" unter Verwendung eines neu entwickelten, bildbasierten Messinstruments.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung (SoSci Survey) durchgeführt, bei der 206 Probanden Bildpaare bewerteten. Die Daten wurden mittels Korrelationsanalysen nach Spearman und linearer Regression in Jamovi ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch die ART, die methodische Beschreibung der Stichprobe und des Fragebogens sowie eine detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse zur Vorhersagekraft von Sporteinstellungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportpsychologie, Verhaltenspräferenz, Affective-Reflective Theory (ART), affektive/kognitive Einstellung sowie die Validierung von Entscheidungsaufgaben.
Warum wurden für die Messung gerade Bilder verwendet?
Bilder werden genutzt, um automatische affektive Reaktionen und Assoziationen zu provozieren, die oft weniger durch soziale Erwünschtheit verzerrt sind als direkte Fragen nach dem Sportverhalten.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der anstrengenden sportlichen Aktivität?
Die Ergebnisse zeigen, dass die Häufigkeit anstrengender sportlicher Aktivität ein zuverlässigerer Prädiktor für den Entscheidungsscore ist als moderate sportliche Aktivität.
Welche Rolle spielt die affektive Einstellung?
Die affektive Einstellung ist ein stärkerer Prädiktor für das Sportverhalten als die kognitive Einstellung, was die Bedeutung emotionaler Prozesse bei der Entscheidung für Bewegung unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Erl (Autor:in), 2020, Messung der Verhaltenspräferenz zur Frage "Sport treiben oder nicht?", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/594095