Die hier vorliegende Erzählung von Sir Thopas bildet in der Einheit der Canterbury Tales eine Besonderheit. Es ist vermutlich die erste Parodie in der Literatur. Der Pilger Chaucer erzählt die wahrscheinlich schlechteste, aber auch gleichzeitig die humorvollste Erzählung der Canterbury Tales. Auf den ersten Blick fällt auf, dass der Verfasser Chaucer meisterhaft mit allen Gattungen des mittelalterlichen Erzählens umgehen kann. Er dramatisiert und stellt die typische mittelalterliche Romanze sehr überspitzt dar. Es ist nicht zuletzt diese Tatsache, die diese Erzählung so lesens- und liebeswert macht. Untersucht man diese Romanzenparodie genauer und vergleicht sie mit den typischen Vertretern ihrer Zeit, fällt auf, wie der Verfasser Chaucer mit dieser Gattung regelrecht spielt. Fast in jeder Zeile trifft man auf Aussagen, Sätze oder gar Wörter, die die mittelalterlichen Romanzen parodieren. In dieser Hausarbeit möchte ich nun im folgenden zunächst den Begriff der mittelalterlichen Romanze klären, und dann die parodistischen Elemente dieser Erzählung ergründen und aufzeigen. Da dieser Bereich sehr komplex ist, erhebe ich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die mittelenglische Romanze
- Elemente der Parodie in der Erzählung des Sir Thopas
- Elemente der Parodie im Inhalt der Erzählung
- Elemente der Parodie in der äußeren Form
- Schlusswort
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Parodie in Chaucers Erzählung von Sir Thopas im Kontext der mittelalterlichen Romanzen. Ziel ist es, die parodistischen Elemente in der Erzählung aufzudecken und zu analysieren, um die Besonderheiten dieser Gattung zu verdeutlichen.
- Definition und Charakteristik der mittelalterlichen Romanze
- Analyse der parodistischen Elemente in Chaucers Erzählung
- Bedeutung der Parodie in der mittelalterlichen Literatur
- Untersuchung der gattungsspezifischen Merkmale der Romanze
- Veranschaulichung des spielerischen Umgangs Chaucers mit der mittelalterlichen Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Hausarbeit ein und stellt die Erzählung von Sir Thopas als Parodie der mittelalterlichen Romanze vor. Das zweite Kapitel definiert die mittelalterliche Romanze und beleuchtet ihre Ursprünge, Themengebiete und strukturellen Merkmale. Anschließend werden im dritten Kapitel die parodistischen Elemente in Chaucers Erzählung analysiert, sowohl im Hinblick auf den Inhalt als auch auf die äußere Form.
Schlüsselwörter
Mittelalterliche Romanze, Parodie, Chaucer, Sir Thopas, Gattungsmerkmale, Ritterromantik, Humor, literarisches Spiel, mittelalterliche Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an der Erzählung "Sir Thopas"?
Sie gilt als eine der ersten Parodien der Weltliteratur, in der Geoffrey Chaucer die Gattung der mittelalterlichen Ritterromanze humorvoll verspottet.
Welche Merkmale der Ritterromanze werden parodiert?
Chaucer übersteigert typische Elemente wie die Beschreibung des Helden, seine Abenteuerlust und die formelhafte Sprache der mittelenglischen Romanzen.
Wie äußert sich die Parodie in der Form der Erzählung?
Die äußere Form nutzt bewusst schlechte Reime und übertriebene Metren, um die oft minderwertige Qualität zeitgenössischer volkstümlicher Romanzen nachzuahmen.
Was charakterisiert eine typische mittelenglische Romanze?
Sie handelt meist von ritterlichen Tugenden, Abenteuern, Liebe und fantastischen Elementen, oft in einer standardisierten, episch-breiten Erzählweise.
Welche Rolle spielt der Erzähler Chaucer in den Canterbury Tales?
Chaucer tritt selbst als Pilger auf und lässt sich vom Gastgeber unterbrechen, da seine Erzählung von Sir Thopas als "schlecht" empfunden wird – ein ironischer Kunstgriff.
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- Esther Rieck (Author), 2005, The Prologue and Tale of Sit Thopas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57215