Panama war schon seit Beginn der Kolonialzeit geprägt von seiner Bedeutung für den interozeanischen Transit und war aufgrund dessen von ausländischen Mächten sehr begehrt. Für diese reduzierte sich jedoch das Land selbst auf die Funktion und war diese nicht vonnöten, verfiel auch das Interesse an der Region. Doch spätestens mit der Vision des interozeanischen Kanals wurde Panama als Standort reizvoll für fremde Projekte. Für viele der lateinamerikanischen Länder war der Weg in die Unabhängigkeit von Konflikten, Revolten und Umstürzen geprägt. Die Loslösung Panamas von Kolumbien verlief gewaltlos unter dem Schutz der Vereinigten Staaten, doch bezahlte Panama seine Unabhängigkeit und Sicherheit mit seiner Freiheit, die es mit der Abtretung der Kanalrechte und der Akzeptanz der US-Präsenz im eigenen Lande aufgab. Zwar war die Souveränität de jure gegeben, doch der Einfluss der US-amerikanischen Nation auf die junge Republik machte sich in jedem Bereich des öffentlichen Lebens bemerkbar. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der Formierung der jungen Republik Panama nach ihrer Unabhängigkeit 1903 und der Einflussnahme der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Prozesse sowie die Entwicklung des neuen Staates. So soll es nicht Schwerpunkt sein, die Entstehung und den Fortgang oder den Kanalbau selbst in seiner Breite historisch aufzuarbeiten; vielmehr zielen die Ausarbeitungen darauf ab, differenziert den Einfluss der USA in bestimmten Bereichen und Sektoren der Republik Panama vor seinem rechtlichen Hintergrund zu erörtern. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- US-Panamenische Beziehungen Anfang des 20. Jahrhunderts
- Der rechtliche Status der USA und ihr Interventionsrecht
- Der Hay-Bunau-Varilla-Vertrag
- Artikel 136 der Panamenischen Verfassung
- Die Interessenlage der Vereinigten Staaten auf dem Isthmus
- Einflüsse und Auswirkung der US-Präsenz
- Gesellschaftlicher Einfluß der Nordamerikaner
- Politische Interventionen seitens der Regierung
- Regulierende Eingriffe in die panamenische Staatsführung
- Die Innere Sicherheit
- Washingtons Rolle in der Finanzpolitik Panamas
- Wirtschaftliche Auswirkungen der US-Herrschaft in der Kanalzone
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert den Einfluss der Vereinigten Staaten auf die junge Republik Panama nach ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1903. Dabei steht nicht die Entstehung und der Verlauf des Kanalbaus im Vordergrund, sondern die differenzierte Darstellung der US-amerikanischen Einflussnahme in verschiedenen Bereichen des panamenischen Lebens. Die Arbeit beleuchtet die Entwicklung der Beziehungen zwischen Panama und den USA im frühen 20. Jahrhundert, die bis heute prägend wirken. Sie untersucht insbesondere die rechtlichen Grundlagen der US-amerikanischen Präsenz und den daraus resultierenden Interventionsrecht.
- Der Einfluss der USA auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung Panamas
- Die rechtliche Grundlage der US-Präsenz in Panama durch den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag und den Artikel 136 der Panamenischen Verfassung
- Die Auswirkung der US-amerikanischen Interessen auf die Gesellschaft, Politik und Finanzpolitik Panamas
- Die Rolle der USA in der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in Panama
- Die Auswirkungen der US-Herrschaft in der Kanalzone auf die panamenische Wirtschaft
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in die Themenstellung ein und stellt den historischen Kontext der panamenischen Unabhängigkeit und die Bedeutung des Kanals für die USA dar.
- Das zweite Kapitel beleuchtet die Entwicklung der US-panamenischen Beziehungen im frühen 20. Jahrhundert, die durch die Suche Panamas nach Unabhängigkeit und das Interesse der USA an der Kontrolle des Kanalbaus geprägt waren.
- Das dritte Kapitel untersucht die rechtliche Grundlage der US-amerikanischen Präsenz in Panama, insbesondere den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag und den Artikel 136 der Panamenischen Verfassung, die dem Interventionsrecht der USA in Panama den Weg ebnen.
- Das vierte Kapitel analysiert die Interessenlage der USA auf dem Isthmus, welche die Bedeutung des Kanals für die US-amerikanische Expansion und die Sicherung der Seewege beleuchtet.
- Das fünfte Kapitel befasst sich mit den Einflüssen und Auswirkungen der US-amerikanischen Präsenz in Panama, analysiert die Auswirkungen auf die panamenische Gesellschaft, Politik, Finanzpolitik und Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit befasst sich mit den Themen Panama, USA, Kanalbau, Einflussnahme, Interventionsrecht, Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, Artikel 136 der Panamenischen Verfassung, gesellschaftlicher Einfluss, politische Interventionen, Finanzpolitik, Wirtschaft, Kanalzone, Monroe-Doktrin.
Häufig gestellte Fragen
Wie erlangte Panama seine Unabhängigkeit von Kolumbien?
Die Loslösung erfolgte 1903 weitgehend gewaltlos unter dem militärischen Schutz der Vereinigten Staaten, die ein starkes Interesse an der Kontrolle über den geplanten interozeanischen Kanal hatten.
Was regelte der Hay-Bunau-Varilla-Vertrag?
Dieser Vertrag sicherte den USA die Rechte am Kanalbau und die Souveränität über die Kanalzone zu, was die Freiheit der jungen Republik Panama massiv einschränkte.
Was besagte Artikel 136 der ersten panamenischen Verfassung?
Dieser Artikel räumte den USA ein formelles Interventionsrecht in Panama ein, um die „öffentliche Ordnung“ aufrechtzuerhalten, was de facto eine eingeschränkte Souveränität bedeutete.
Welchen Einfluss hatten die USA auf die panamenische Finanzpolitik?
Die USA übten eine regulierende Funktion aus und griffen aktiv in die Finanz- und Wirtschaftspolitik ein, um ihre strategischen Interessen in der Kanalzone abzusichern.
In welchen Bereichen war die US-Präsenz gesellschaftlich spürbar?
Der nordamerikanische Einfluss machte sich in fast allen öffentlichen Lebensbereichen bemerkbar, von der inneren Sicherheit bis hin zur kulturellen Prägung durch die US-Militär- und Zivilpräsenz.
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- Liza Torres (Autor), 2000, Der Einfluss der USA auf die junge Republik Panama, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/56397