Die Binnenmigration wird allgemein definiert als, die Verlagerung des Wohnortes innerhalb eines bestimmten Gebietes oder einer Region.
Dabei unterscheidet man je nach Distanzüberwindung in kleinräumige, zwischen Städten und ihren Umland (Suburbanisierung) und großräumige Wanderungen, über Kreisgrenzen hinweg.
Stadt-Umland-Wanderungen sind meist ohne Arbeitsplatzwechsel verbunden.
Die Gründe liegen überwiegend im Bereich von Preisdifferenzen bei den Wohnungsmieten oder beim Bauland und betreffen vornehmlich Familien.
Migrationen, bei der die Personen dagegen größere Entfernungen zurücklegen, haben in der Regel ein Arbeitsplatzwechsel zur Folge.
Je geringer die zu überwindende Distanz ist, umso häufiger finden Wanderungen statt. Daraus lässt sich ableiten, dass Menschen versuchen großräumige Wanderungen zu vermeiden, so dass starke Wanderungsmotive vorliegen müssen, die sie bewegen ihren Herkunftsort zu verlassen.
Die nachfolgenden Ausführungen wollen die Motive für großräumige Wanderungen näher beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Migrationsströme in Deutschland
3. Historische Betrachtung
4. Makroökonomische Erklärungsansätze
5. Mikroökonomische Erklärungsansätze
5.1. Lebenszyklusmodell
5.2. Humankapitalmodell
5.3. Neue Migrationstheorie
5.4. Place-Utility-Konzept von Wolpert
6. Folgen
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Ursachen und Folgen der Binnenwanderung in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf den Wanderungsbewegungen zwischen den alten und neuen Bundesländern sowie der ökonomischen Motivation von Individuen liegt.
- Historische Entwicklung der Migrationsströme in Deutschland
- Makroökonomische Erklärungsansätze für räumliche Disparitäten
- Individuelle Wanderungsmotive basierend auf mikroökonomischen Modellen
- Analyse der Folgen von Abwanderung und Zuwanderung für die betroffenen Regionen
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Arbeitsmarktsituation und Migrationsbereitschaft
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Binnenmigration wird allgemein definiert als die Verlagerung des Wohnortes innerhalb eines bestimmten Gebietes oder einer Region. Dabei unterscheidet man je nach Distanzüberwindung in kleinräumige, zwischen Städten und ihren Umland (Suburbanisierung), und großräumige Wanderungen, über Kreisgrenzen hinweg. Stadt-Umland-Wanderungen sind meist ohne Arbeitsplatzwechsel verbunden. Die Gründe liegen überwiegend im Bereich von Preisdifferenzen bei den Wohnungsmieten oder beim Bauland und betreffen vornehmlich Familien. Migrationen, bei der die Personen dagegen größere Entfernungen zurücklegen, haben in der Regel einen Arbeitsplatzwechsel zur Folge. In der Abbildung 1 wird deutlich, dass je geringer die zu überwindende Distanz ist, umso häufiger finden Wanderungen statt.
Daraus lässt sich ableiten, dass Menschen versuchen großräumige Wanderungen zu vermeiden, so dass starke Wanderungsmotive vorliegen müssen, die sie bewegen ihren Herkunftsort zu verlassen. Die nachfolgenden Ausführungen sollen die Motive für großräumige Wanderungen näher beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition der Begriffe Binnenmigration und Unterscheidung zwischen verschiedenen Wanderungsarten unter Berücksichtigung räumlicher Distanzen.
2. Migrationsströme in Deutschland: Darstellung der historischen und aktuellen Wanderungsbewegungen in Deutschland, insbesondere das Süd-Nord-Gefälle und die Ost-West-Migration.
3. Historische Betrachtung: Analyse der ökonomischen Transformationsprozesse nach der Wiedervereinigung und deren Einfluss auf die industrielle Struktur und den Arbeitsmarkt.
4. Makroökonomische Erklärungsansätze: Diskussion räumlicher Disparitäten und der theoretischen Einordnung von Wanderungsbewegungen im Kontext von Wettbewerbsfähigkeit und Agglomeration.
5. Mikroökonomische Erklärungsansätze: Analyse individueller Wanderungsmotive mittels verschiedener Modelle wie dem Lebenszyklus- oder Humankapitalmodell.
6. Folgen: Untersuchung der ökonomischen und sozialen Auswirkungen von Abwanderung und Zuwanderung auf die betroffenen Regionen.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Rolle des Wettbewerbs der Regionen.
Schlüsselwörter
Binnenmigration, Deutschland, Ost-West-Wanderung, Humankapital, Arbeitsmarkt, Push-Pull-Modell, räumliche Disparitäten, Agglomeration, Bevölkerungsökonomie, Wanderungsmotive, Lebenszyklusmodell, Transformation, Fachkräftemangel, Regionalentwicklung, Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Hintergründe und Folgen der Binnenwanderung in Deutschland mit einem Fokus auf die Zeit nach der Wiedervereinigung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Migrationsströme, historische Entwicklungslinien, theoretische Erklärungsansätze auf makro- und mikroökonomischer Ebene sowie die regionalen Folgen der Wanderungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, die Ursache-Folge-Beziehungen bei Migrationsbewegungen aufzudecken und zu verstehen, warum Menschen ihren Herkunftsort trotz der damit verbundenen Kosten verlassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Seminararbeit, die auf Basis statistischer Daten und bestehender ökonomischer Theorien sowie Studien argumentiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Migrationsströme, die historische Einordnung der wirtschaftlichen Entwicklung und die theoretische Fundierung mittels makro- und mikroökonomischer Modelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Binnenmigration, Humankapital, Arbeitsmarkt, regionale Disparitäten und Wanderungsmotive definieren.
Wie beeinflusst das Humankapitalmodell die Migrationsentscheidung?
Das Modell besagt, dass Personen dann wandern, wenn der erwartete langfristige Nutzen des Wohnortwechsels die Kosten übersteigt, wobei insbesondere das Einkommensgefälle eine Rolle spielt.
Was besagt das Place-Utility-Konzept nach Wolpert?
Dieses Konzept betont die subjektive Bewertung eines Ortes durch das Individuum; eine Wanderung erfolgt erst, wenn die Attraktivität des aktuellen Wohnortes eine bestimmte individuelle Schwelle unterschreitet.
- Quote paper
- Sven Börner (Author), 2005, Binnenmigration in Deutschland - ökonomische Ursachen und Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55531