1. Einleitung
Diese Hausarbeit entstand ziemlich genau ein Jahr nach Ausbruch des Irakkrieges. Die zunächst erfolglose Suche nach dem Diktator Saddam Hussein ist abgeschlossen, der Irak befindet sich unter dem Protektorat der USA. Die Iraker und die Besatzungsmächte sind auf der Suche nach einer neuen Verfassung, die das Machtvakuum, welches das Regime der Husseins hinterlassen hat, füllen soll. Diese Suche erweist sich aber als besonders schwierig. Der Krieg im Irak geht weiter: Täglich gibt es neue Nachrichten über Attentate auf die Besatzungstruppen, die mit großen Verlusten verbunden sind. So haben inzwischen mehr amerikanische Soldaten nach dem offiziellen Ende des Krieges ihr Leben verloren, als während der eigentlichen Kriegshandlungen. Diese Hiobsbotschaften lassen die Kritik an der militärischen Intervention innerhalb
der USA immer lauter werden. George W. Bush als Präsident und Oberster Kriegsherr der USA steht im Fokus der Kritiker. Ihm wird vorgeworfen, den Krieg wissentlich auf der Basis gefälschter Geheimdienstinformationen forciert zu haben. Stellen sich diese Anschuldigungen als wahr heraus, und sehr viel deutet darauf hin, dann muss nach den eigentlichen Gründen dieses Krieges gefragt werden. Eine derartige Analyse würde aber den Rahmen einer Proseminararbeit eindeutig sprengen und die hierfür notwendigen Quellen und Informationen sind unerreichbar.
Gegenstand dieser Hausarbeit sind zwei Personen, bzw. deren Gedanken und Ausführungen. Auf der einen Seite steht George W. Bush, moderner Kriegsherr und Präsident des militärisch und ökonomisch einflussreichsten Staates der Gegenwart und auf der anderen Seite Niccolo Machiavelli, Philosoph, Geschichtsschreiber und Staatstheoretiker der Renaissance. Zwischen den Lebzeiten dieser beiden Personen liegt ein halbes Jahrtausend. Politisch, ökonomisch und technisch finden beide eine völlig unterschiedliche Welt vor. Jedoch kann man die theoretischen Überlegungen des einen, Niccolo Machiavelli, auf die Rede des anderen, George W. Bush, anwenden und dadurch wichtige Informationen gewinnen. Die Tragweite und Bedeutung Machiavellis für die Internationalen Beziehungen wird damit unterstrichen. Dies ist das Ziel dieser Arbeit. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Begriff der Moral
- Allgemeindefinition
- Arbeitsdefinition
- Die Moral der US-amerikanischen Gesellschaft
- „Der Fürst" und die Moral
- Textanalyse der Rede von George W. Bush
- Was N. Machiavelli zur Rede von George W. Bush sagen könnte
- Machiavelli im Kontext der Internationalen Beziehungen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert die Rede von George W. Bush vom 20.03.2003 im Kontext der Überlegungen Niccolò Machiavellis zum Verhältnis von Moral und Politik. Ziel ist es, die Rede des US-Präsidenten mit Machiavellis Theorien zu konfrontieren und die Bedeutung des Denkers für die Internationalen Beziehungen zu verdeutlichen.
- Das Verhältnis von Moral und Politik im Kontext der Internationalen Beziehungen
- Analyse der Rede von George W. Bush vom 20.03.2003
- Machiavellis Philosophie und deren Relevanz für die heutige Zeit
- Der Einfluss des amerikanischen Moralverständnisses auf die Außenpolitik
- Die Rolle des Staatsmanns in der internationalen Politik
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt den Kontext des Irakkriegs und die Debatte über die militärische Intervention dar. Sie führt die beiden Protagonisten der Arbeit, George W. Bush und Niccolò Machiavelli, ein und definiert die Fragestellung, welche sich auf das Verhältnis von Moral und Politik konzentriert.
- Der Begriff der Moral: Dieses Kapitel liefert eine allgemeine und eine spezifische Arbeitsdefinition von Moral. Es betont die Variabilität des Moralverständnisses im Laufe der Zeit und die Notwendigkeit, kulturelle Umstände zu berücksichtigen.
- Die Moral der US-amerikanischen Gesellschaft: Dieser Abschnitt betrachtet die amerikanische Geschichte und Kultur im Hinblick auf die Moralvorstellungen. Er beleuchtet den puritanischen Einfluss und seine Auswirkungen auf das amerikanische Selbstverständnis.
- „Der Fürst" und die Moral: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Machiavellis Werk „Il Principe", insbesondere mit dem 15. Kapitel, das detaillierte Einblicke in seine Ansichten über das Verhältnis von Moral und Politik bietet.
- Textanalyse der Rede von George W. Bush: Dieser Abschnitt analysiert die Rede von George W. Bush vom 20.03.2003, in der er die militärische Intervention im Irak erklärt. Er untersucht die moralischen Argumente, die Bush für seinen Kriegseinsatz vorbringt.
- Was N. Machiavelli zur Rede von George W. Bush sagen könnte: Dieses Kapitel konfrontiert die Rede von George W. Bush mit Machiavellis Theorien. Es erörtert, welche Erkenntnisse Machiavellis für die Analyse von George W. Bushs Vorgehen liefern könnten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themenbereiche Moral, Politik, Internationale Beziehungen, Krieg, Macht, Staatsräson, Machiavellismus, George W. Bush, Niccolò Machiavelli, „Il Principe“, Moralverständnis, und Militärische Intervention. Sie untersucht die Relevanz Machiavellis für die aktuelle Debatte über Moral und Politik in der internationalen Arena.
Häufig gestellte Fragen
Was sagt Machiavelli über das Verhältnis von Moral und Politik?
In seinem Werk „Der Fürst“ argumentiert er, dass ein Herrscher im Interesse des Staates (Staatsräson) moralische Normen missachten muss, wenn es der Machterhaltung dient.
Wie begründete George W. Bush den Irakkrieg moralisch?
Bush nutzte in seiner Rede Argumente wie die Befreiung eines Volkes, den Kampf gegen das Böse und die Sicherung der Freiheit, um die militärische Intervention zu rechtfertigen.
Warum ist Machiavelli für die heutigen Internationalen Beziehungen relevant?
Er gilt als Begründer des Realismus, einer Theorie, die Machtinteressen und das Überleben des Staates über moralische Ideale stellt.
Welchen Einfluss hat der Puritanismus auf die US-Außenpolitik?
Die Arbeit beleuchtet, wie puritanische Moralvorstellungen das amerikanische Selbstverständnis als "moralische Weltmacht" prägen.
Was würde Machiavelli zur Strategie von George W. Bush sagen?
Die Arbeit konfrontiert Bushs moralische Rhetorik mit Machiavellis kühler Analyse der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit politischer Handlungen.
- Citar trabajo
- Peter Pfeifer (Autor), 2004, Über das Verhältnis von Moral und Politik - Was Niccolò Machiavelli zur Rede des US-Präsidenten George W. Bush vom 20.03.03 sagen könnte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54707