Am 01. Mai 2004 erfolgte die bisher größte Erweiterung der Europäischen Union. Diese sog. Osterweiterung umfasste die Staaten des Baltikums, Polen, Slowenien, Ungarn, Tschechische Republik, Slowakei und die Mittelmeerstaaten Zypern und Malta. Es war die bisher größte Erweiterung, nie zuvor sind so viele neue Staaten zeitgleich der EU beigetreten. Auch die Summe der neu beigetretenen EU-Bürger ist damit sprunghaft gestiegen wie nie zuvor. Natürlich erwartete man von der Erweiterung eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Die Beitrittsländer erhofften sich mehr Investitionskraft durch die Transferzahlungen der EU, eine Öffnung des EU-Binnenmarktes und damit wirtschaftliches Wachstum, die alten EU-Staaten bessere Exportmöglichkeiten in die neue EU. Jedoch gab und gibt es auch kritische Stimmen. Bauern und andere Selbständige in den Beitrittsländern fürchteten, mit den hoch automatisierten Betrieben der alten EU nicht konkurrieren zu können und ihre Selbständigkeit zu verlieren. In den alten EU-Staaten wurde dagegen befürchtet, dass vor allem das produzierende Gewerbe Stellen an den heimischen Standorten abbauen, in den neuen EU-Staaten die billigen Lohnkosten nutzen und Teile ihrer Produktion dorthin verlegen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Außenhandel
- 2.1 Preisvorteile und das Theorem der komparativen Kosten
- 2.2 Unvollständiger Wettbewerb
- 2.2.1 Steigender Skalarertrag
- 2.2.2 Differenzierte Produkte und Produktvielfalt
- 2.3 Produktionsfaktoren und ihre Mobilität
- 2.3.1 Kapital
- 2.3.2 Arbeit
- 2.3.3 Boden
- 2.4 Negative Auswirkungen des freien Handels und Gründe zum Protektionismus
- 2.5 Zölle und Handelshemmnisse
- 3. Die EU
- 2.6 Geschichte
- 2.7 Binnenmarkt
- 2.8 Die Beitrittsländer
- 3.3.1 Baltikum (Lettland, Estland, Litauen)
- 3.3.2 Tschechische Republik
- 3.3.3 Ungarn
- 3.3.4 Polen
- 4. Chancen und Risiken
- 4.1 Die neuen EU-Beitrittsländer
- 4.2 Die alten EU-Mitgliedsländer
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die wirtschaftlichen Konsequenzen der EU-Osterweiterung für den Arbeitsmarkt und die Handelsbeziehungen zwischen den neuen und alten EU-Staaten. Sie analysiert die Bedingungen für Handel zwischen zwei Staaten anhand von Modellen, untersucht welche Industriezweige ins osteuropäische Ausland verlagert werden und wie sich der Handel zwischen den alten EU-Staaten mit den neuen Beitrittsländern verändert. Die Arbeit soll aufzeigen, wer die Gewinner und Verlierer der EU-Osterweiterung sind und welche Chancen und Risiken sich daraus für die Beteiligten ergeben.
- Analyse der wirtschaftlichen Folgen der EU-Osterweiterung
- Untersuchung von Modellen zur Erklärung des Handels zwischen zwei Staaten
- Identifizierung von Industriezweigen, die ins osteuropäische Ausland verlagert werden
- Analyse der Veränderungen im Handel zwischen alten und neuen EU-Staaten
- Bewertung der Chancen und Risiken für die Beteiligten
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung stellt die EU-Osterweiterung vom 01. Mai 2004 vor und beschreibt die Erwartungen an die Erweiterung sowie die kritischen Stimmen dazu. Die Arbeit soll die wirtschaftlichen Konsequenzen der Erweiterung für den Arbeitsmarkt und die Handelsbeziehungen zwischen den neuen und alten EU-Staaten untersuchen.
2. Außenhandel
Dieses Kapitel erörtert die Gründe für Außenhandel und stellt verschiedene Modelle zur Erklärung von Handel vor. Das Theorem der komparativen Kosten wird anhand des Zwei-Länder-Zwei-Güter-Modells von Ricardo erläutert, und es werden die Auswirkungen von steigenden Skalarerträgen und Produktdifferenzierung auf den Handel diskutiert. Das Kapitel beleuchtet auch die Rolle von Produktionsfaktoren und deren Mobilität sowie die negativen Auswirkungen des freien Handels und Gründe für Protektionismus.
3. Die EU
Dieses Kapitel stellt die Europäische Union vor, beleuchtet ihre Geschichte und erläutert den Binnenmarkt. Es geht auch auf die Beitrittsländer ein, insbesondere die Staaten des Baltikums, Tschechien, Ungarn und Polen, und analysiert die spezifischen wirtschaftlichen Herausforderungen und Chancen dieser Länder.
4. Chancen und Risiken
Dieses Kapitel untersucht die Chancen und Risiken der EU-Osterweiterung für sowohl die neuen als auch die alten EU-Mitgliedsländer. Es analysiert die Auswirkungen der Erweiterung auf den Arbeitsmarkt und die Handelsbeziehungen und diskutiert die Auswirkungen auf die einzelnen Wirtschaftszweige.
Schlüsselwörter
EU-Osterweiterung, Außenhandel, komparative Kosten, Produktionsfaktoren, Handelshemmnisse, Binnenmarkt, Beitrittsländer, Chancen und Risiken, Arbeitsmarkt, Handelsbeziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Länder waren Teil der EU-Osterweiterung 2004?
Der EU traten das Baltikum (Estland, Lettland, Litauen), Polen, Slowenien, Ungarn, die Tschechische Republik, die Slowakei sowie Zypern und Malta bei.
Was besagt das Theorem der komparativen Kosten nach Ricardo?
Es erklärt, dass Handel für beide Länder vorteilhaft ist, wenn sich jedes Land auf die Produktion der Güter spezialisiert, die es relativ am effizientesten herstellen kann, selbst wenn ein Land bei allen Gütern absolute Kostenvorteile hat.
Warum verlagern Unternehmen ihre Produktion in die neuen EU-Staaten?
Hauptgründe sind die niedrigeren Lohnkosten, die geografische Nähe zu den alten EU-Märkten und der Wegfall von Handelshemmnissen durch den EU-Binnenmarkt.
Welche Risiken fürchteten die alten EU-Mitgliedstaaten?
Es bestand die Sorge vor einem Stellenabbau im produzierenden Gewerbe ("Job-Export") und einem erhöhten Wettbewerbsdruck durch günstigere Importe.
Bietet die Erweiterung auch Chancen als Absatzmarkt?
Ja, die neuen EU-Staaten stellen mit Millionen neuer Bürger einen riesigen Absatzmarkt für Produkte und Dienstleistungen aus den alten EU-Ländern dar, was das Exportwachstum fördert.
- Quote paper
- René Urbiks (Author), 2006, Die EU-Beitrittsländer - Neue Absatzmärkte und/oder Produktionsstandorte? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/54273