Eine genaue Untersuchung der "erwachsenen Netzliteratur" bildet den Inhalt dieser Arbeit. Hier wird das Instagramprofil @eva.stories bzw. die darauf publizierte Erzählung "The Girl With the Instagram" hinsichtlich seiner hypertextlinguistischen Merkmale analysiert.
Auf Basis dieser Untersuchung können exemplarische Antworten auf die Frage, welche hypertextuellen Strukturierungsformen heutige, fiktionale Hypertexte als Form "erwachsener Netzliteratur" aufweisen, resultieren. Dahingehende Ergebnisse werden in einem abschließenden Fazit zusammengefasst, doch müssen dafür zunächst linguistische Merkmale des Hypertextes als Untersuchungsdimensionen, sowie der Untersuchungsgegenstand vorgestellt werden, um diese aus einer zielführenden Analyse ableiten zu können.
Lebt die Netzliteratur noch? Mit dieser Frage beschäftigen sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts, anlässlich der "Etablierung [der] Kunstform unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle einer massenmedial hergestellten Öffentlichkeit" eine Vielzahl von Autoren. Die klassische Netzliteratur als Form moderner Print-Literatur, die sich nach Hartling (2009) in die vier Genres "Hypertext, Hyperfiction, multimediale Literatur und computergenerierte Literatur" gliedern lässt, sei ein "Strohfeuer in den Medien", dass sich seit 2000 nicht mehr entwickele.
Dem gegenüber steht jedoch die Einschätzung, dass es nicht zu einer Ablösung, sondern viel mehr zu einer Anpassung der Kunstform kommt. Anders formuliert also, dass die Zeit der "Experimente" vorbei und die netzliterarische Produktion erwachsen geworden sei.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der linguistische Hypertext und seine Merkmale
- Der Untersuchungsgegenstand – Ein Bestandteil der Social Media Plattform Instagram
- Die hypertextlinguistische Analyse des Instagramprofils @eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019).
- Die Multimodalität von @eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019)
- Die Interaktivität von @eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019)
- Die Nicht-Linearität von @eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019)
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Instagramprofil @eva.stories (Kochavi & Kochavi, 2019) hinsichtlich seiner hypertextlinguistischen Merkmale. Ziel ist es, exemplarische Antworten auf die Frage zu finden, welche hypertextuellen Strukturierungsformen heutige, fiktionale Hypertexte als Form „erwachsener Netzliteratur“ (Hartling, 2009, S. 318) aufweisen. Die Analyse konzentriert sich auf die spezifische Erzählung THE GIRL WITH THE INSTAGRAM (Kochavi & Wiesenthal, 2019) innerhalb des Instagramprofils.
- Die Entwicklung des Hypertextes als literarische Form
- Hypertextuelle Merkmale in fiktionalen Inhalten auf Instagram
- Die Rolle der Multimodalität und Interaktivität in der Hypertextanalyse
- Die Bedeutung von Nicht-Linearität in der Rezeption von Hypertexten
- Die Frage nach der „erwachsenen Netzliteratur“ im Kontext digitaler Medien
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 stellt die wichtigsten Merkmale des linguistischen Hypertextes vor und zeichnet seine Entwicklung von Vannevar Bushs Memex (Bush, 1945) bis zum World Wide Web nach. Die Analyse fokussiert auf die Unterschiede zwischen traditionellen Texten und Hypertexten, die in einer Tabelle (Tab. 1: Die Textualität des Hypertextes) gegenübergestellt werden.
Kapitel 3 widmet sich dem Untersuchungsgegenstand, dem Instagramprofil @eva.stories. Das Kapitel beschreibt die Social-Media-Plattform Instagram als Teil der digitalen Medienlandschaft und verdeutlicht, wie das Profil THE GIRL WITH THE INSTAGRAM (Kochavi & Wiesenthal, 2019) in diesem Kontext funktioniert.
Kapitel 4 befasst sich mit der hypertextlinguistischen Analyse des Instagramprofils @eva.stories. Die Analyse konzentriert sich auf drei zentrale Aspekte: die Multimodalität, Interaktivität und Nicht-Linearität des Profils. Diese Analyse ermöglicht die Identifizierung der spezifischen hypertextuellen Merkmale des Profils.
Schlüsselwörter
Hypertext, Netzliteratur, Instagram, Social Media, Multimodalität, Interaktivität, Nicht-Linearität, Computerverwaltung, computervermittelte Kommunikation, THE GIRL WITH THE INSTAGRAM, @eva.stories, fiktionale Hypertexte, literarische Analyse, digitale Medien.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Projekt @eva.stories auf Instagram?
@eva.stories ist ein Instagram-Profil, das die Geschichte von Eva Heyman, einem jüdischen Mädchen während des Holocausts, im Format von Instagram-Stories nacherzählt („The Girl With the Instagram“).
Was wird unter „fiktionalem Hypertext“ in sozialen Medien verstanden?
Es handelt sich um literarische Erzählungen, die nicht linear verlaufen und durch Links, Multimedia und Interaktion (z.B. Umfragen oder Kommentare) auf Plattformen wie Instagram strukturiert sind.
Welche Rolle spielt die Multimodalität bei @eva.stories?
Multimodalität bedeutet die Kombination verschiedener Zeichensysteme wie Text, Bild, Video und Ton, um eine immersive und zeitgemäße Erzählweise für die „erwachsene Netzliteratur“ zu schaffen.
Was bedeutet Nicht-Linearität in diesem Kontext?
Nutzer können die Inhalte in unterschiedlicher Reihenfolge konsumieren, Highlights ansehen oder durch Stories springen, was von der traditionellen, linearen Buchlektüre abweicht.
Ist Netzliteratur heute noch relevant?
Die Arbeit zeigt, dass Netzliteratur nicht verschwunden ist, sondern sich an moderne Plattformen angepasst hat und als „erwachsene Netzliteratur“ eine neue Form der öffentlichen Aufmerksamkeit erfährt.
Wie unterscheidet sich @eva.stories von klassischer Print-Literatur?
Durch die direkte Interaktivität mit dem Publikum und die Nutzung plattformspezifischer Funktionen, die den Leser zum aktiven Teilnehmer des Hypertextes machen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Fiktionale Hypertexte auf Instagram am Beispiel von @eva.stories, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541389