Sollen Wundergeschichten im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule überhaupt behandelt werden? Wenn ja, wie? Da auf neutestamentliche Wundergeschichten in den didaktischen Veranstaltungen bisher nicht eingegangen wurde, setzt sich diese Bachelorarbeit mit ihnen auseinander.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich zunächst wissenschaftlich mit dem Thema "Wunder" und exegesiere anschließend kurz die Perikope Mk 10,46-52. Das dritte Kapitel setzt sich zunächst mit zwei entwicklungspsychologischen Theorien zur religiösen Entwicklung von Kindern und dem neueren konstruktivistischen Ansatz auseinander, bevor gängige Schulbücher und Unterrichtsmaterialien auf ihren Umgang mit den Wundergeschichten der Bibel untersucht werden.
Bereits seit über vierzig Jahren streiten die Religionsdidaktiker darüber, ob neutestamentliche Wundergeschichten überhaupt Gegenstand des Grundschulunterrichts sein sollen oder nicht. Deshalb wird auf wichtige Argumente der Gegner und Befürworter von Wundergeschichten eingegangen, bevor drei Methoden vorstellgestellt werden, die einem allzu historisierenden und wörtlichen Verstehen der Geschichten entgegenwirken sollen. In Kapitel 4 werden die unterschiedliche Alternativen und Methoden zur unterrichtlichen Gestaltung von Mk 10,46-52 aufgezeigt, bevor in Kapitel 5 eine exemplarische Stunde vorgestellt wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sachanalyse
- Der Begriff des Wunders
- Blindheit in der Antike
- Exegetische Erarbeitung von Mk 10,46-52
- Exegetisch-theologische Reflexion
- Didaktische Analyse
- Lehrplanbezug
- Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
- Vergleich zweier Lehrbücher
- ,,Wir gehören zusammen 2“
- „Brücken Bauen – Religion 3/4“
- Fazit
- Wundergeschichten in der Grundschule
- Gegner und Befürworter von Wundergeschichten in der Grundschule
- Didaktische Umsetzungsmöglichkeiten
- Wundergeschichten als Glaubensgeschichten
- Wundergeschichten als Handlungsanweisungen
- Wundergeschichten als Hoffnungsbilder
- Didaktische Reduktion
- Lernziele
- Methodische Hinweise
- Verlaufsplanung
- Literatur
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage, wie Wundergeschichten im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule sinnvoll behandelt werden können. Dabei steht die Perikope Mk 10,46-52, die Geschichte von Bartimäus, im Mittelpunkt.
- Der Begriff des Wunders und seine Bedeutung in der Antike
- Exegetische Analyse der Bartimäusgeschichte (Mk 10,46-52)
- Entwicklungspsychologische Voraussetzungen von Kindern im Grundschulalter
- Didaktische Umsetzung von Wundergeschichten im Unterricht
- Methoden und Materialien zur Gestaltung des Unterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Forschungsfrage nach der Einbindung von Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule und verdeutlicht die Bedeutung der Perikope Mk 10,46-52 für diese Fragestellung.
- Sachanalyse: Dieses Kapitel analysiert den Begriff des Wunders, die Bedeutung von Blindheit in der Antike und bietet eine exegetische Erarbeitung der Bartimäusgeschichte.
- Didaktische Analyse: Dieses Kapitel befasst sich mit den didaktischen Voraussetzungen für den Umgang mit Wundergeschichten in der Grundschule. Dazu werden entwicklungspsychologische Theorien, der Lehrplanbezug und die Analyse von Schulbüchern betrachtet. Zudem werden Argumente von Gegnern und Befürwortern von Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule beleuchtet.
- Methodische Hinweise: Dieses Kapitel stellt verschiedene methodische Ansätze zur Gestaltung des Unterrichts mit der Bartimäusgeschichte vor und begründet die Wahl der gewählten Methodik.
- Verlaufsplanung: In diesem Kapitel wird eine exemplarische Unterrichtsstunde für die Bartimäusgeschichte vorgestellt, die sich in eine größere Unterrichtsreihe mit weiteren Wundergeschichten einfügt.
Schlüsselwörter
Wundergeschichten, Religionsunterricht, Grundschule, Exegese, Didaktik, Entwicklungspsychologie, Mk 10,46-52, Bartimäus, Lehrplan, Schulbücher, Unterrichtsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Sollten Wundergeschichten in der Grundschule unterrichtet werden?
In der Religionsdidaktik gibt es Befürworter und Gegner. Die Arbeit argumentiert dafür, sie als Glaubensgeschichten und Hoffnungsbilder zu vermitteln, anstatt sie rein historisch zu betrachten.
Worum geht es in der Geschichte von Bartimäus (Mk 10,46-52)?
Es ist eine Heilungsgeschichte, in der Jesus den blinden Bartimäus heilt. Sie symbolisiert den Übergang von der Dunkelheit zum Licht und den Mut, um Hilfe zu rufen.
Wie verstehen Grundschulkinder biblische Wunder?
Kinder im Grundschulalter befinden sich in einer religiösen Entwicklungsphase, in der sie oft noch wortwörtlich denken. Der Unterricht sollte daher helfen, die symbolische Ebene der Geschichten zu erschließen.
Welche Methoden eignen sich für den Religionsunterricht?
Die Arbeit schlägt Methoden vor, die ein allzu historisierendes Verständnis vermeiden, wie z.B. das Arbeiten mit Standbildern, kreatives Schreiben oder das Deuten von Wundergeschichten als Hoffnungsbilder.
Was bedeutet „didaktische Reduktion“ in diesem Kontext?
Das bedeutet, die komplexen theologischen Inhalte so zu vereinfachen, dass sie für Kinder verständlich sind, ohne den Kern der christlichen Botschaft zu verfälschen.
- Arbeit zitieren
- Corinna Schulz (Autor:in), 2010, Wundergeschichten im evangelischen Religionsunterricht in der Grundschule. Vermittlungsmöglichkeiten von Mk 10,46-52, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/541060