Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern Südamerika die Quelle für die weltweite Grundnahrungsmittelversorgung darstellt und welche zukünftige Rolle Brasilien in diesem Kontext einnehmen wird. Dabei wird erstmals auf den flächenmäßig größten Staat Brasilien eingegangen. Das südamerikanische Land hat vor allem in den letzten Jahrzehnten immer mehr an internationaler Bedeutung im Agrobusiness gewonnen. Grund dafür waren Rekordernten, hohe Wachstumsraten und Exportzahlen Brasilien gilt als einer der größten Exporteure von Zucker, Rind- und Hühnerfleisch, Sojabohnen, Kaffee, Orangensaft und Tabak. Sektoren wie die Sojawirtschaft und die Viehzucht ziehen auch erhebliche negative Folgen mit sich. Dies gilt sowohl für Umweltfaktoren als auch für sozialpolitische Herausforderungen innerhalb der Grenzen. Infolge der Globalisierung und der Öffnung bestimmter Märkte werden Nahrungsmittel immer mehr über größere Distanzen gehandelt. Aufgrund des noch vorhandenen Flächenpotentials des Landes wird es auch zukünftig immer essentieller für die gesamte Sicherstellung der Welternährung.
Allgemein muss schon jetzt über die Ernährungssituation der Zukunft nachgedacht werden, weswegen sich der zweite Teil der Arbeit mit der Thematik der Welternährung auseinandersetzt. Laut Prognosen wird die weltweite Bevölkerung bis 2050 auf circa 9 Mrd. Menschen ansteigen. Parallel gleichen sich die Ernährungsgewohnheiten aufgrund des aufstrebendem Wohlstands der Entwicklungsländer immer weiter an und somit tendiert das Konsumverhalten zu steigen. Das Wachstum und der steigende Konsum ziehen erhebliche Folgen mit sich, denn die Ressourcen werden immer knapper. Die weltweite landwirtschaftliche Fläche pro Kopf ist in den Jahrzehnten stark gesunken. 1900 betrugt die landwirtschaftlich genutzte Fläche pro Kopf noch 0,38 ha, 1970 0,38 ha und ist bis 2016 auf 0,21ha pro Kopf gesunken. Um die erhöhte Nachfrage zu befriedigen, wird einerseits die landwirtschaftliche Nutzfläche erweitert, aber gleichzeitig auch die Faktorproduktivität pro Flächeneinheit versucht zu steigern. Des Weiterem wird im Zuge des internationalen Handels über Nährstoff-, Energie-, und Wasserströme gesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Brasilien
2.1. Brasilien als aufstrebende Wirtschaftsmacht
2.2. Fleischexport
2.3. Die Sojawirtschaft
2.4. Die brasilianische Landwirtschaft im globalen Kontext
3. Die Welternährung
3.1. Aktuelle Situation
3.2. Langfristige Trends
3.3. Ressourceneinsatz
3.3.1. Wasser
3.3.2. Boden
3.4. Neue Modelle der Landwirtschaft
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Südamerikas, insbesondere Brasiliens, für die weltweite Grundnahrungsmittelversorgung und analysiert die daraus resultierenden ökologischen und sozialen Herausforderungen im Kontext einer wachsenden Weltbevölkerung.
- Die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens und seine Position im globalen Agrobusiness.
- Die Auswirkungen des Fleischexports und der Sojawirtschaft auf Umwelt und Gesellschaft.
- Die globale Ernährungssituation und Prognosen für das Jahr 2050.
- Die Endlichkeit natürlicher Ressourcen, insbesondere von Wasser und Boden.
- Innovative landwirtschaftliche Ansätze wie das Urban Farming.
Auszug aus dem Buch
2.1. Brasilien als aufstrebende Wirtschaftsmacht
Brasilien ist im Jahr 2018 mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1.867,8 Mrd. USD die neunt größte Volkswirtschaft der Welt (vgl. WKO 2019). Besonders erfolgreich ist der Staat vor allem durch die Diversifikation der Wirtschaft. 73% der Bruttowertschöpfungen wird in Form von Dienstleistungen erbracht, 22% in der Industrie und 5% im Landwirtschaftssektor. Größter Exportmarkt ist China, gefolgt von der EU und den USA. Der Rohstoffexport dominiert weiterhin die Märkte in Brasilien.
Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Sojaprodukte, Fleisch, Zucker, Eisenerz und Erdöl. Der Landwirtschaftssektor bildet einen Anteil von 40% des Gesamtexportes des Landes und spielt eine große Bedeutung für die Sicherstellung der weltweiten Versorgung (vgl. „Brasilien: Wirtschaft“, 2019).
Grund für den Erfolg ist die rasante gesellschaftliche und landwirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Zu einer bedeutenden Voraussetzung gehören die natürlichen Standortfaktoren. Der Staat hat die Dimension eines Kontinents und ist flächenmäßig doppelt so groß wie die europäische Union, somit steht auch die doppelte landwirtschaftlich nutzbare Fläche zur Verfügung. Aufgrund der großen Verfügbarkeit von Land, sind die Preise in der Regel vor Ort überwiegend billig, verglichen mit europäischen Preisdimensionen (vgl. DÖBELT 2005: 18). Des Weiteren spielt das tropische und subtropische Klima eine wichtige Rolle, denn es ermöglicht zwei bis drei Ernten im Jahr. In erster Linie ist das bei Getreide und Hülsenfrüchten möglich. Ein zusätzlicher Erfolgsfaktor ist die Produktivität der Einwohner, welche im Zusammenhang mit technischen Erneuerungen in der Agrarbranche steht. (vgl. BOJANIC 2017: 5)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung der Nahrungsmittelversorgung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle Brasiliens für die weltweite Grundnahrungsmittelversorgung.
2. Brasilien: Hier wird die wirtschaftliche Aufstiegsgeschichte Brasiliens beleuchtet, wobei ein Fokus auf den Sektoren Fleischexport und Sojawirtschaft sowie deren globaler Einbettung liegt.
3. Die Welternährung: Dieses Kapitel analysiert die aktuelle globale Ernährungslage, diskutiert langfristige Trends sowie den Ressourcenverbrauch von Wasser und Boden und stellt alternative landwirtschaftliche Modelle vor.
4. Ausblick: Der Ausblick fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, den persönlichen Konsum und die landwirtschaftlichen Methoden angesichts endlicher Ressourcen zu überdenken.
Schlüsselwörter
Brasilien, Welternährung, Agrobusiness, Fleischexport, Sojawirtschaft, Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch, Wasserknappheit, Bodendegradation, Urban Farming, Land Grabbing, Globalisierung, Ernährungssicherung, Bevölkerungswachstum, Agrarforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung Brasiliens für die globale Nahrungsmittelversorgung und den damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich Umwelt und Ressourcenverbrauch.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die brasilianische Wirtschaft, die globale Agrarproduktion, die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen wie Wasser und Boden sowie Ansätze für eine nachhaltigere Landwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern Südamerika – mit Fokus auf Brasilien – als Quelle für die weltweite Grundnahrungsmittelversorgung fungiert und welche Rolle das Land in Zukunft einnehmen wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und wertet statistische Daten zu Exportzahlen, Ressourcenverbrauch und demographischen Prognosen aus, um die komplexe Situation der Welternährung darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Analyse Brasiliens, die Untersuchung der globalen Ernährungssituation unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit sowie die Diskussion innovativer Anbaukonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Typische Schlüsselbegriffe sind Brasilien, Welternährung, Agrobusiness, Ressourceneffizienz, Sojawirtschaft und nachhaltige Landnutzung.
Welche Rolle spielen die sogenannten "fliegenden Flüsse" Amazoniens?
Die fliegenden Flüsse bezeichnen ein essentielles hydrologisches System, bei dem in Amazonien verdunstetes Wasser in Form von Niederschlägen in südlichere Gebiete des Kontinents transportiert wird.
Was wird unter dem Begriff "Land Grabbing" verstanden?
Land Grabbing bezeichnet den Erwerb großer Agrarflächen in Entwicklungsländern durch staatliche Akteure oder private Investoren zur Produktion von Nahrungsmitteln oder Energiepflanzen für den Export.
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- Anonym (Author), 2020, Brasilien im Kontext der Welternährung. Ist Südamerika die Quelle für die weltweite Grundnahrungsmittelversorgung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/540674