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Schulpflicht in Deutschland. Rigider Zwang oder gesellschaftlicher Kitt?

Titre: Schulpflicht in Deutschland. Rigider Zwang oder gesellschaftlicher Kitt?

Dossier / Travail , 2019 , 15 Pages , Note: 13

Autor:in: Raimund Lippok (Auteur)

Ethique
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Die Schulpflicht war in der Bundesrepublik lange Zeit unumstritten. In den letzten 30 Jahren allerdings nimmt die Kritik zu. Oft aus religiösen, aber auch aus diversen anderen Gründen, wollen Eltern ihre Kinder zuhause unterrichten. Sie glauben, dass die Schule für ihre Kinder nicht der beste Ort ist, um Bildung zu erlangen und sehen sich in ihrem grundgesetzlichen Elternrecht eingeschränkt. Doch sind Eltern wirklich gezwungen, ihre Kinder in die Schule zu schicken, und welche Gründe sprechen für oder gegen eine allgemeine Schulpflicht? Mit diesen Fragen setzt sich diese Arbeit auseinander. Dazu muss zuerst die rechtliche und praktische Situation in Deutschland beschrieben werden. Dann wird aus verschiedenen Perspektiven die Sinnhaftigkeit der Schulpflicht diskutiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Herkunft der Schulpflicht

2. Situation in Deutschland

2.1 Rechtslage

2.1.1 Grundgesetz

2.1.2 Schulgesetze der Länder

2.1.3 Bürgerliches Gesetzbuch

2.2 Praxis

3. Diskussion

3.1 Soziale Integration

3.2 Schulpflicht als Bildungsgarant

3.3 Mangelnde Entscheidungsfreiheit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kontrovers diskutierte Schulpflicht in Deutschland, indem sie deren historische Genese, die aktuelle rechtliche Verankerung und die praktische Umsetzung analysiert. Ziel ist es, die Vereinbarkeit der Schulpflicht mit den Grundrechten der Eltern und Kinder kritisch zu hinterfragen und Argumente für sowie gegen das bestehende System zu diskutieren.

  • Historische Herkunft und staatliche Instrumentalisierung der Schulpflicht.
  • Rechtliche Grundlagen in Grundgesetz, Schulgesetzen und BGB.
  • Die Spannung zwischen staatlichem Erziehungsauftrag und Elternrecht.
  • Diskussion über soziale Integration versus individuelle Freiheit.
  • Vergleich der absoluten Schulpflicht mit alternativen Modellen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Soziale Integration

Eine der Schülerinnen nannte als Pro-Argument, dass sie jeden Tag in der Schule ihre Freunde sehe. Tatsächlich ist dieser Punkt aus zweierlei Perspektiven sinnvoll. Zum einen, im Sinne des Kindeswohls, müssen Eltern darauf achten, dass ihre Kinder nicht seelisch verkümmern. Dazu gehört auch die Pflege von sozialen Kontakten. So könnte man argumentieren, dass Eltern ihren Kindern, die sie zuhause unterrichten, soziale Kontakte entziehen und damit negativ auf ihre seelische Entwicklung einwirken. Dies könnte eine Pflichtverletzung im Sinne des Art.6 Abs.2 S.1 GG sein. Allerdings können auch solche Eltern für die nötigen sozialen Kontakte der Kinder sorgen, indem sie beispielsweise rege am sozialen Leben im Wohnviertel teilnehmen. Darüber hinaus geht es aber noch um die Integrationsfunktion von Schule. Die vom BVerfG genannten sozialen Kompetenzen wie Toleranz, Durchsetzungsvermögen und Selbstbehauptung werden besonders im Umgang mit anderen Menschen gelernt. Das Gericht verweist dabei auf sogenannte ‚staatsbürgerliche Kompetenzen‘. Sie können zur Vermeidung von religiös oder weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften beitragen. Es geht also um Integration von Minderheiten.

„Integration setze dabei nicht nur voraus, dass die Mehrheit religiöse oder weltanschauliche Minderheiten nicht ausgrenze, sie verlange vielmehr auch, dass diese sich selbst nicht abgrenzen und sich einem Dialog mit Andersdenkenden und -gläubigen nicht verschließen.“

Ein solcher Dialog ist eine Bereicherung für eine pluralistische Gesellschaft. Das Einüben von Toleranz ist auch eine Aufgabe der Schule und ein breites Spektrum von Überzeugungen fördert Toleranz. Je heterogener die Gesellschaft wird, desto nötiger ist diese Grundvoraussetzung demokratischer Willensbildung. Deutschland ist heute heterogener denn je: Zu einer Liberalisierung der Lebensentwürfe kommt die Einwanderung aus zahlreichen Ländern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Kritik an der Schulpflicht in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit mit grundgesetzlichen Elternrechten.

1. Herkunft der Schulpflicht: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der staatlichen Schulpflicht nach, von den antiken Ideen Platos bis zur Implementierung in Preußen unter Friedrich II. und der weiteren Festigung im Kaiserreich.

2. Situation in Deutschland: Es wird die aktuelle rechtliche Lage der Schulpflicht in der Bundesrepublik analysiert, wobei besonders das Grundgesetz, die landesspezifischen Schulgesetze und das Bürgerliche Gesetzbuch im Fokus stehen.

3. Diskussion: Das Kapitel diskutiert Pro- und Contra-Argumente zur Schulpflicht, wobei Themen wie soziale Integration, Bildungsgarantie und die mangelnde Wahlfreiheit der Eltern gegenübergestellt werden.

Schlüsselwörter

Schulpflicht, Grundgesetz, Elternrecht, Bildungsrecht, Erziehungsgewalt, Schulsystem, soziale Integration, Privatschulen, Hausunterricht, Kindeswohl, Bildungsgarant, staatliches Schulmonopol, Schulpflicht-Kritik, pädagogische Freiheit, Schulpflicht-Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Schulpflicht in Deutschland und der zunehmenden Spannung zwischen dem staatlichen Bildungsanspruch und dem grundgesetzlich geschützten Elternrecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung der Schulpflicht, die rechtliche Situation im Grundgesetz, die Rolle der Länder bei der Umsetzung und die gesellschaftliche Diskussion über schulische versus alternative Bildungsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, ob die allgemeine Schulpflicht in ihrer starren Form noch zeitgemäß ist und inwiefern sie mit dem Erziehungsrecht der Eltern und dem Selbstbestimmungsrecht der Kinder kollidiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Rechtsanalyse unter Einbeziehung verfassungsrechtlicher Grundlagentexte sowie aktueller bildungspolitischer Diskurse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Genese der Schulpflicht, die rechtliche Verankerung durch das Grundgesetz und die BGB-Regelungen sowie eine differenzierte Diskussion der Integrations- und Bildungsfunktion von Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Schulpflicht, Elternrecht, Grundgesetz, Kindeswohl, Bildungsfreiheit und die historische Rolle der staatlichen Schulaufsicht.

Welche Rolle spielt die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts in der Arbeit?

Die Arbeit zeigt auf, dass das Bundesverfassungsgericht die Schulpflicht primär als Mittel zur Vermittlung sozialer Kompetenzen und zur Vermeidung von Parallelgesellschaften rechtfertigt, auch wenn dies das Elternrecht einschränkt.

Welche Alternative zur absoluten Schulpflicht wird im Fazit diskutiert?

Das Fazit schlägt vor, die absolute Schulpflicht zugunsten einer relativen Schulpflicht nach österreichischem Modell aufzuweichen, um Eltern mehr Bildungsfreiheit unter staatlicher Aufsicht zu ermöglichen.

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Résumé des informations

Titre
Schulpflicht in Deutschland. Rigider Zwang oder gesellschaftlicher Kitt?
Université
University of Kassel  (Institut für katholische Theologie)
Cours
Bildungsgerechtigkeit
Note
13
Auteur
Raimund Lippok (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
15
N° de catalogue
V537260
ISBN (ebook)
9783346136237
ISBN (Livre)
9783346136244
Langue
allemand
mots-clé
Schulplficht Schulzwang Deutschland Grundgesetz Bildung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Raimund Lippok (Auteur), 2019, Schulpflicht in Deutschland. Rigider Zwang oder gesellschaftlicher Kitt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537260
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Extrait de  15  pages
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