Zur Klärung der Frage nach der Relevanz von Bildern im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I scheint zunächst ein Blick auf den Forschungsstand sinnvoll. Nachdem die Interpretation von Bildern erst in jüngerer Vergangenheit ihr Nischendasein in der Geschichtsdidaktik verlassen konnte, ist die Untersuchung visueller Zeugnisse aus der Vergangenheit zu einem integralen Bestandteil aller geschichtswissenschaftlichen Arbeiten geworden. In diesem Zusammenhang wird auf den sogenannten Visual Turn eingegangen, durch welchen die steigende Relevanz von Bildern im Bereich der Forschung herausgestellt wird. Anschließend wird eine Definition des historischen Bildes gesucht, da es „längst nicht mit jener Selbstverständlichkeit als historische Quelle[n] betrachtet und behandelt [wird], wie das Historiker bei Texten gewohnt sind,“ was damit zu tun hat, „dass Bilder erst ‚auf den Begriff‘ gebracht werden müssen.“ Darauf aufbauend werden die verschiedenen Gattungen von Bildern systematisiert. Schließlich werden die Problematiken der Bildinterpretationsverfahren im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I erörtert, bevor die Möglichkeiten des Einsatzes von Bildern mit Blick auf den Kernlehrplan der Realschule in NRW geprüft werden. Zuletzt wird in Kapitel 5 sowohl eine Synthese der Ergebnisse als auch ein Ausblick hinsichtlich der Relevanz von Bildern im Geschichtsunterricht gewagt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsstand
- Definition und Gattungen historischer Bilder
- Der Einsatz von Bildern in der Sekundarstufe I
- Probleme der Bildinterpretationsverfahren
- Bilder im Geschichtsunterricht mit Blick auf den Lehrplan
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Relevanz und Methodik des Einsatzes von Bildern im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I. Ziel ist es, die aktuellen Herausforderungen der Bildinterpretation angesichts der digitalen Medienlandschaft zu beleuchten und zeitgemäße Methoden für den Einsatz von Bildern im Unterricht zu präsentieren.
- Die steigende Bedeutung von Bildern im Alltag und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Bildinterpretation im Geschichtsunterricht
- Die Entwicklung des Visual Turn in der Geschichtswissenschaft und die damit verbundene Relevanz von Bildern als historische Quellen
- Die Problematik der Bildinterpretationsverfahren im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I
- Der Einsatz von Bildern im Geschichtsunterricht mit Blick auf den Lehrplan der Sekundarstufe I
- Die Bedeutung der Bildkompetenz im Kontext der digitalen Medienlandschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Ausgangspunkt der Arbeit dar und beleuchtet die Bedeutung von Bildern im Geschichtsunterricht. Der Forschungsstand wird im zweiten Kapitel vorgestellt, wobei der Fokus auf den Visual Turn und die steigende Bedeutung von Bildern als historische Quellen gelegt wird. Kapitel 3 befasst sich mit der Definition von historischen Bildern und deren Gattungen. Kapitel 4 analysiert die Problematik der Bildinterpretationsverfahren im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I und die Möglichkeiten des Einsatzes von Bildern mit Blick auf den Kernlehrplan der Realschule in NRW.
Schlüsselwörter
Visual Turn, Geschichtsdidaktik, Bildinterpretation, Bildkompetenz, Sekundarstufe I, Historische Quellen, Lehrplan, Realschule, NRW.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Bilder im Geschichtsunterricht wichtig?
Bilder sind als historische Quellen unverzichtbar, da sie visuelle Zeugnisse der Vergangenheit liefern und in einer zunehmend visuellen Welt die Bildkompetenz der Schüler fördern.
Was versteht man unter dem 'Visual Turn'?
Der Visual Turn bezeichnet den wissenschaftlichen Wandel, bei dem Bilder nicht mehr nur als Illustration, sondern als eigenständige, zu analysierende historische Quellen ernst genommen werden.
Welche Probleme gibt es bei der Bildinterpretation im Unterricht?
Oft werden Bilder als objektive Abbilder der Realität missverstanden. Schüler müssen lernen, dass Bilder konstruiert sind und eine bestimmte Absicht verfolgen.
Wie werden historische Bilder systematisiert?
Man unterscheidet verschiedene Gattungen wie Gemälde, Fotografien, Karikaturen oder Plakate, die jeweils eigene Interpretationsansätze erfordern.
Was fordert der Lehrplan NRW zum Einsatz von Bildern?
Der Kernlehrplan sieht vor, dass Schüler lernen, visuelle Quellen kritisch zu analysieren und deren Aussagekraft im historischen Kontext zu bewerten.
- Citar trabajo
- Leonard Conradi (Autor), 2019, Visualität im Geschichtsunterricht. Relevanz und Methodik der Arbeit mit Bildern in der Sekundarstufe I, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507982