Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der achten Runde des European Social Survey 2016 für den Fall Österreich, welche subjektiven Deprivationsindikatoren einen signifikanten Einfluss auf die Ausbildung autoritärer und xenophober Einstellungen haben. Zur Hypothesentestung kommen mehrere Regressionsmodelle zum Einsatz, die auf die unabhängigen Variablen der subjektiven Einkommensarmut jetzt und zukünftig, der Arbeitslosigkeitswahrscheinlichkeit und der sozialen Exklusion angewendet werden. Theoretisch greift die Arbeit auf Deprivationstheorien und dabei vor allem auf die Modernisierungsverlierertheorie zurück, die von Spier entscheidend weiterentwickelt wurde. Dabei wird auch auf die Ursprünge der Theorie eingegangen sowie auch eine umfassende Begriffsklärung der Begriffe Rechtspopulismus, -extremismus und -radikalismus durchgeführt.
Rechtspopulismus und -extremismus sind sowohl ein sehr kontroverses Forschungsfeld als auch politisch und medial besonders in Westeuropa ein aktuelles Themenfeld. Es gibt unzählige Konzeptionen und Definitionen, was unter Rechtsradikalismus/-populismus und -extremismus verstanden wird. Rechtspopulismus kann als ideologisch mildere Form des Rechtsextremismus charakterisiert werden, sollte aber nicht dadurch verharmlost werden. Denn aktuelle politische Ordnungen zeigen, dass der Rechtspopulismus eine neue Art des Autoritarismus hervorbringt durch den Abbau und die Untergrabung rechtsstaatlicher Strukturen, wie in Italien an Berlusconi und Salvini sowie in Ungarn unter Orbán sichtbar wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretischer Rahmen und Ableitung der Hypothesen
- Rechtspopulismus, -Extremismus und -Radikalismus - Eine Begriffsabgrenzung
- Rechtspopulismus
- Rechtsradikale Ideologeme
- Verhältnis zwischen Rechtspopulismus und -radikalismus
- Deprivationstheorien und die Entwicklung der Modernisierungsverlierertheorie
- Ursprung der Modernisierungsverliererthese: Scheuch & Klingemann - Modell
- Weiterentwicklung der Modernisierungsverliererthese zur Theorie durch Spier
- Kritik an der Modernisierungsverlierertheorie
- Desintegrationstheorie und ihr Verhältnis zur Deprivationstheorie
- Indikatoren und Hypothesenableitung
- Rechtspopulismus, -Extremismus und -Radikalismus - Eine Begriffsabgrenzung
- Untersuchungsdesign und methodisches Vorgehen
- Untersuchungsdesign und Fallauswahl
- Datenbasis
- Fallauswahl
- Methodik
- Deskriptive Statistik
- Regressionsanalyse
- Faktorenanalyse bzw. Kategoriale Hauptkomponentenanalyse
- Untersuchungsdesign und Fallauswahl
- Empirische Analyse
- Operationalisierung
- Operationalisierung der subjektiven Deprivationsindikatoren
- Operationalisierung der autoritären und xenophoben Einstellungen
- Hypothesentestung
- Operationalisierung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den Auswirkungen von subjektiver Deprivation auf autoritäre und xenophobe Einstellungen im Kontext Österreichs. Der Fokus liegt darauf, den Einfluss von Deprivationserfahrungen auf die Ausbildung dieser Einstellungen anhand quantitativer Daten zu analysieren.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen subjektiver Deprivation und autoritären sowie xenophoben Einstellungen
- Anwendung und Überprüfung von Deprivationstheorien, insbesondere der Modernisierungsverlierertheorie
- Quantitative Erfassung und Auswertung von Deprivationsindikatoren
- Einbezug von Daten des European Social Survey 2016 für Österreich
- Diskussion der Bedeutung der Ergebnisse für das Verständnis von Rechtspopulismus und -extremismus
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik von Rechtspopulismus und -extremismus ein und beschreibt die aktuelle Relevanz des Forschungsfelds. Es wird auf die Bedeutung der subjektiven Deprivation als möglicher Faktor für die Ausbildung autoritärer und xenophober Einstellungen hingewiesen.
Das zweite Kapitel beleuchtet den theoretischen Rahmen der Arbeit. Es erfolgt eine Begriffsabgrenzung von Rechtspopulismus, -extremismus und -radikalismus. Im weiteren Verlauf werden Deprivationstheorien und die Entwicklung der Modernisierungsverlierertheorie näher beleuchtet. Die Desintegrationstheorie und ihr Verhältnis zur Deprivationstheorie werden ebenfalls diskutiert. Schließlich werden die Indikatoren für Deprivation definiert und die Forschungsfragen der Arbeit abgeleitet.
Kapitel drei beschäftigt sich mit dem Untersuchungsdesign und dem methodischen Vorgehen. Die Datenbasis und die Fallauswahl werden detailliert beschrieben. Die Methoden der deskriptiven Statistik, Regressionsanalyse und Faktorenanalyse werden vorgestellt.
Im vierten Kapitel erfolgt die empirische Analyse. Die Operationalisierung der subjektiven Deprivationsindikatoren und der autoritären und xenophoben Einstellungen wird erläutert. Schließlich erfolgt die Hypothesentestung.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Rechtspopulismus, -extremismus, -radikalismus, autoritäre Einstellungen, xenophobe Einstellungen, Deprivation, Modernisierungsverlierertheorie, European Social Survey, Österreich.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Modernisierungsverlierertheorie?
Diese Theorie besagt, dass Menschen, die sich durch gesellschaftliche Veränderungen (Globalisierung, technischer Fortschritt) ökonomisch oder sozial abgehängt fühlen, eher zu autoritären und xenophoben Einstellungen neigen.
Wie beeinflusst subjektive Deprivation die politische Einstellung?
Subjektive Einkommensarmut, Sorge um die zukünftige finanzielle Lage und die Angst vor Arbeitslosigkeit können dazu führen, dass Individuen rechtspopulistische oder extremistische Ideologien als Lösung für ihre Unsicherheit wahrnehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus?
Rechtspopulismus wird oft als ideologisch mildere Form charakterisiert, zielt aber dennoch auf die Untergrabung rechtsstaatlicher Strukturen ab. Rechtsextremismus lehnt die demokratische Grundordnung meist fundamentaler ab.
Welche Rolle spielt soziale Exklusion?
Soziale Exklusion verstärkt das Gefühl der Desintegration. Wenn Menschen das Gefühl haben, nicht mehr Teil der Gesellschaft zu sein, steigt die Anfälligkeit für autoritäre Denkmuster und die Ablehnung von „Fremden“.
Was zeigen die Daten des European Social Survey für Österreich?
Die Arbeit nutzt die Daten von 2016, um statistisch zu belegen, welche Indikatoren der Deprivation in Österreich tatsächlich einen signifikanten Einfluss auf die Ausbildung fremdenfeindlicher Einstellungen haben.
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- Luana Luisa Heuberger (Autor), 2019, Die Auswirkung von Deprivation auf autoritäre und xenophobe Einstellungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506706