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Das Modell deliberativer Öffentlichkeit und das Spiegelmodell von Öffentlichkeit

Ein Vergleich

Title: Das Modell deliberativer Öffentlichkeit und das Spiegelmodell von Öffentlichkeit

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Antonia Jaschke (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich von zwei konträren Öffentlichkeitsmodellen: dem Modell der deliberativen Öffentlichkeit und dem systemtheoretischen Spiegelmodell der Öffentlichkeit. Um auf den Vergleich hinzuführen, werden im ersten Teil die beiden Modelle unabhängig voneinander untersucht und beschrieben. Jedes der beiden Modelle wird hierfür in einen Kontext eingebettet. Für das Spiegelmodell wird in erster Linie Bezug auf das Werk "Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme" von Georg Kneer und Armin Nassehi aus dem Jahr 1993, sowie auf verschiedene Werke von Niklas Luhmann selbst genommen.

Öffentlichkeit und öffentliche Meinung gelten als zentrale Begriffe der Kommunikationswissenschaft. Massenmedien greifen diese beiden Begriffe häufig auf, ohne tatsächlich zu definieren, was damit gemeint ist. So ist es nicht selten, dass die Öffentlichkeit mit der Bevölkerung und die öffentliche Meinung mit der Bevölkerungsmeinung gleichgesetzt werden. Im Laufe der letzten Epochen hat sich der Begriff der öffentlichen Meinung sowie der Begriff der Öffentlichkeit stark gewandelt. Es entstehen stets neue und vielfältige Öffentlichkeitsmodelle, die neue Ansätze der Öffentlichkeit darstellen.

Diese vielen unterschiedlichen Definitionen von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung in zahlreichen Modellen helfen nicht bei der Differenzierung der Begriffe und konnten bislang nicht zu einer einheitlichen Definition führen, bzw. Öffentlichkeit zu einer messbaren Größe machen. Sobald eine Beschäftigung mit der Öffentlichkeit stattfindet, werden immer wieder gleiche Ansätze sichtbar. Die bekanntesten Modelle sind Jürgen Habermas’ sozialphilosophisches Idealmodell der bürgerlichen Öffentlichkeit, Niklas Luhmanns systemtheoretisches Spiegelmodell und Elisabeth Noelle-Neumanns sozialpsychologische Theorie der Schweigespirale.

Das Modell der Schweigespirale beruft sich auf eine sozial-psychologische Erklärung und geht davon aus, dass eine sogenannte "Isolationsfrucht" bei Menschen entstehen kann. Innerhalb der Öffentlichkeit beobachten die Menschen ihre Umwelt und können so herausfinden mit welchen Meinungen sie sich nicht sozial isolieren. Dieses Modell soll allerdings im Folgenden nicht weitergehend betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann

2.1 Soziale Systeme in der Systemtheorie

2.2 Typen von sozialen Systemen

2.2.1 Interaktionssysteme

2.2.2 Organisationssysteme

2.2.3 Gesellschaftssysteme

2.3 Autopoietische Systeme in der Systemtheorie

2.4 Die Differenz zwischen System und Umwelt

2.5 Das systemtheoretische Spiegelmodell

3 Die Habermas-Luhmann-Kontroverse

4 Das Modell deliberativer Öffentlichkeit

4.1 Öffentliche Meinung im Modell deliberativer Öffentlichkeit

4.1.1 Gleichheit der Teilnehmer

4.1.2 Prinzipielle Offenheit für Themen und Beiträge

4.1.3 Diskursive Struktur der Kommunikationsabläufe

4.2 Die Gesellschaft im Modell der deliberativen Öffentlichkeit

5 Vergleich der Öffentlichkeitsmodelle

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das systemtheoretische Spiegelmodell von Niklas Luhmann und das Modell der deliberativen Öffentlichkeit von Jürgen Habermas einander gegenüberzustellen und vergleichend zu analysieren, um die unterschiedlichen theoretischen Perspektiven auf Öffentlichkeit zu verdeutlichen.

  • Systemtheoretische Grundlagen der Öffentlichkeit nach Luhmann
  • Normative Prinzipien der deliberativen Öffentlichkeit nach Habermas
  • Gegenüberstellung der Ansätze zur Meinungs- und Willensbildung
  • Strukturvergleich anhand von Input-, Throughput- und Output-Phasen
  • Analyse der Rolle von Akteuren, Diskursivität und Konsensbildung

Auszug aus dem Buch

2.5 Das systemtheoretische Spiegelmodell

Der Begriff des Spiegels hat in der Öffentlichkeit eine lange Tradition. Schon im 18. Jahrhundert wurde den Fürsten ein Spiegel vorgehalten, sodass deren Tugenden ein Spiegelbild der Erwartungen des Volkes waren (vgl. Luhmann 2005, S.163). Die Spiegel-Metapher hat Luhmann wieder aufgegriffen und das systemtheoretische Spiegelmodell der Öffentlichkeit, auch „liberales Modell“ nach Gerhards (1997), ins Leben gerufen. Auch im heutigen Sprachgebrauch kann jemandem „der Spiegel vorgehalten werden“. Mit Hilfe der Spiegel-Metapher wird der Begriff der öffentlichen Meinung von Luhmann beschrieben:

„Der Spiegel der öffentlichen Meinung ermöglicht mithin, ähnlich wie das Preissystem des Marktes, eine Beobachtung von Beobachtern. Als ein soziales System befähigt das politische System sich demnach mit Hilfe der öffentlichen Meinung zur Selbstbeobachtung und zur Ausbildung entsprechender Erwartungsstrukturen. Die öffentliche Meinung dient nicht der Herstellung von Außenkontakten, sie dient der selbstreferentiellen Schließung des politischen Systems, der Rückbeziehung von Politik auf Politik“ (Luhmann 2005, S.172).

Es ist mit einem Spiegel möglich, eine Abbildung des Beobachters selbst, sowie die Abbildung anderer Akteure zu sehen. Der Spiegel zeigt das Gesicht, welches man dem Spiegel zuwendet und für ihn aufsetzt. Und ebenso sieht man auch im Rückblick andere Personen oder Gruppen, die andere Ideen und Meinungen vertreten. Jedoch sieht man auch in deren Abbildung nur die Gesichter, die dem Spiegel gezeigt werden (vgl. Luhmann 2005, S.172).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Öffentlichkeit und öffentliche Meinung zentrale, aber oft unscharf definierte Begriffe der Kommunikationswissenschaft sind, und grenzt das Vorhaben ein, zwei gegensätzliche Modelle zu vergleichen.

2 Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der systemtheoretischen Perspektive, einschließlich der Definition sozialer Systeme, deren Typisierung und der Bedeutung der Differenz zwischen System und Umwelt.

3 Die Habermas-Luhmann-Kontroverse: Hier wird die wissenschaftliche Auseinandersetzung zwischen Niklas Luhmann und Jürgen Habermas thematisiert, wobei insbesondere Habermas' Kritik an der funktionalistischen Gesellschaftssicht Luhmanns hervorgehoben wird.

4 Das Modell deliberativer Öffentlichkeit: Das Kapitel definiert die deliberative Öffentlichkeit als beratschlagendes Modell und beleuchtet die Rolle der öffentlichen Meinung sowie die Merkmale der Gleichheit, Offenheit und Diskursivität.

5 Vergleich der Öffentlichkeitsmodelle: In diesem Teil werden die beiden Modelle anhand der Phasen Input, Throughput und Output systematisch gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Logiken analysiert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Gegenüberstellung zusammen und betont, dass keine einzelne Theorie alle Fragen zur Öffentlichkeit erschöpfend beantworten kann.

Schlüsselwörter

Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Jürgen Habermas, deliberative Öffentlichkeit, Spiegelmodell, soziale Systeme, Kommunikation, Diskursivität, Konsens, Autopoiesis, Zivilgesellschaft, Gesellschaftstheorie, politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht das systemtheoretische Spiegelmodell von Niklas Luhmann mit dem Modell der deliberativen Öffentlichkeit von Jürgen Habermas.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die soziologische Systemtheorie, die Theorie des kommunikativen Handelns, die Konstituierung öffentlicher Meinung und die Rolle von Akteuren in politischen Prozessen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine vergleichende Gegenüberstellung der beiden konträren Öffentlichkeitsmodelle, um deren unterschiedliche theoretische Grundlagen und Funktionsweisen herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, basierend auf den Originalwerken der genannten Theoretiker sowie weiterführender Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Systemtheorie, die Diskussion der Habermas-Luhmann-Kontroverse, die detaillierte Beschreibung des deliberativen Modells sowie einen strukturierten Vergleich der beiden Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Öffentlichkeit, Systemtheorie, Deliberation und die Namen der Hauptvertreter Habermas und Luhmann einordnen.

Wie unterscheidet sich das Verständnis der "öffentlichen Meinung" zwischen den Modellen?

Während die öffentliche Meinung im Spiegelmodell als Instrument zur Selbstreferentialität des politischen Systems dient, wird sie im deliberativen Modell als Produkt eines diskursiven Prozesses zur allgemeinen Konsensfindung betrachtet.

Was bedeutet das "Spiegelmodell" in Luhmanns Theorie?

Es fungiert als Beobachtungsinstanz, die das politische System zur Selbstbeobachtung befähigt, indem es ein Abbild der gesellschaftlichen Akteure und Meinungen liefert, um Erwartungsstrukturen auszubilden.

Warum ist Konsens im deliberativen Modell so wichtig?

Konsens wird hier als notwendiges Resultat einer rationalen, argumentativen Auseinandersetzung angesehen, um soziale Ordnung in einer demokratischen Gemeinschaft zu gewährleisten.

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Details

Title
Das Modell deliberativer Öffentlichkeit und das Spiegelmodell von Öffentlichkeit
Subtitle
Ein Vergleich
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Grade
2,0
Author
Antonia Jaschke (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V501547
ISBN (eBook)
9783346040060
ISBN (Book)
9783346040077
Language
German
Tags
modell öffentlichkeit spiegelmodell vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonia Jaschke (Author), 2019, Das Modell deliberativer Öffentlichkeit und das Spiegelmodell von Öffentlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501547
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