„Kreativität ist ein zentrales Thema der öffentlichen Diskussionen als verborgenes Grundwort hinter solchen Stichwörtern wie Innovation, Fortschritt, Zukunft der Wissensgesellschaft, Genforschung, Bioethik, virtuelle Welten, künstliche Intelligenz.
Der Bezug auf Kreativität, auf kreatives Denken und kreative Problemlösungen ist ausschlaggebend in Fragen der Wissenschaftsförderung, der Wissenschaftspolitik der Finanzierung von Großforschungsprojekten und der Frage nach Förderung und Stärkung von Wissenschafts-, Wirtschafts-, Technologie– und Industrie–Standorten“ („Abel 2005").
Die Erforschung dieser hochgeschätzten geistigen Eigenschaft, die wie im Zitat zu sehen eine bemerkenswerte Entwicklung genommen hat, kommt der Psychologie zu.
In der vorliegenden Arbeit soll zuerst einmal allgemein geklärt werden, was man unter Kreativität zu verstehen hat. Hierzu wird soll eine allgemeine Definition von Kreativität dienen, sowie Erläuterungen zu der kreativen Persönlichkeit, dem Prozess und dem Produkt.
Außerdem soll auf die Ausdrucksformen von Kreativität und deren Förderung eingegangen werden.
Daran schließen sich Thematiken an, die die Nahtstellen von Kreativität und Psychologie aufzeigen. An eine psychologische Definition der Kreativität schließen sich verschiedene Kreativitätstheorien an.
Danach soll die Messung der Kreativität aufgezeigt werden.
Abschließend werden Forschungsergebnisse vorgestellt, die sich mit dem Zusammenhang der Kreativität und dem Wahnsinn bzw. mit der Intelligenz beschäftigt haben, bevor zum Abschluss wieder ein Schwenk zurück auf die Bedeutung der Kreativität gemacht wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition von Kreativität
Die kreative Persönlichkeit
Der kreative Prozess
Das kreative Produkt
Ausdrucksformen der Kreativität
Wege zur Förderung der Kreativität
Definition der Kreativität in der Psychologie
Kreativitätstheorien
Kreativitätsdiagnostik
Der Zusammenhang zwischen Kreativität und Wahnsinn
Der Zusammenhang zwischen Kreativität und Intelligenz
Die weitere Entwicklung der Kreativität
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kreativität aus psychologischer Sicht, um den Begriff zu definieren und dessen Relevanz sowie Wirkungsweisen im modernen Kontext zu beleuchten. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, wie kreative Potenziale identifiziert, gefördert und in Bezug zu anderen kognitiven Merkmalen gesetzt werden können.
- Grundlegende psychologische Definitionen und Konzepte der Kreativität
- Die Charakteristika der kreativen Persönlichkeit und deren Entwicklung
- Phasen des kreativen Prozesses und Kriterien für kreative Produkte
- Methoden und Ansätze zur Förderung der Kreativität im Bildungskontext
- Analyse der Zusammenhänge von Kreativität mit Intelligenz und psychischer Gesundheit
Auszug aus dem Buch
Die kreative Persönlichkeit
Mit den Charakteristika von kreativen Menschen hat sich der Forscher Joy Paul Guilford beschäftigt. Er kam zu dem Entschluss, dass jeder Mensch kreativ sein kann, wenn dessen Potenzial gefördert bzw. wieder aktiviert werden würde. Guilford machte bei kreativen Persönlichkeiten acht Faktoren aus, die für diese kennzeichnend sein würden.
So zeigen diese Personen eine hohe Empfindsamkeit für Problemstellungen. Sie nehmen viel häufiger Widersprüche, Ungereimtheiten und Lücken in ihrem Wissen war wie andere. Sie hinterfragen zudem vermehrt ihre alltäglichen Gewohnheiten und denken über die Berechtigung herkömmlicher Denk- und Verhaltensweisen nach.
Als zweiten Faktor machte Guilford eine überdurchschnittlich hohe Frustrationstoleranz bei den Kreativen aus. Sie vermögen es besser mit innerer Spannung und der Bewältigung von Misserfolgen umzugehen ohne sich davon entmutigen zu lassen oder gar aufzugeben.
Drittens zeichnet sie die Fähigkeit spielerisch eine Vielzahl von Einfällen zur gegebenen Problemstellung zu produzieren aus. Aus Assoziationen, Vorstellungen, Symbolen, Ideen und mehr werden eine Vielzahl von Gedanken zu dem Problem erzeugt aus denen dann häufig kreative Lösungen hervorgehen. Je intuitiver, schneller und weniger überlegt diese Einfälle sind, also je flüssiger sie hervorgebracht werden, um so mehr steigt die Qualität.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung ordnet den Begriff der Kreativität als zentrales Thema moderner wissenschaftlicher Diskussionen ein und skizziert das Vorgehen der Arbeit.
Definition von Kreativität: Das Kapitel nähert sich dem Begriff über seine etymologischen Wurzeln und leitet daraus ein grundlegendes Verständnis für die schöpferische Kraft des Menschen ab.
Die kreative Persönlichkeit: Hier werden die acht von Joy Paul Guilford identifizierten Faktoren erläutert, die einen kreativen Menschen charakterisieren, wie z.B. Frustrationstoleranz und Flexibilität.
Der kreative Prozess: Das Kapitel beschreibt den kreativen Werdegang in vier spezifischen Phasen, von der Vorbereitung über die Inkubation bis zur Evaluation.
Das kreative Produkt: Es werden die notwendigen Kriterien definiert, die ein Objekt erfüllen muss, um als kreative Schöpfung anerkannt zu werden.
Ausdrucksformen der Kreativität: Dieses Kapitel verdeutlicht die Vielseitigkeit kreativen Verhaltens in verschiedenen Lebensbereichen, von der Kunst bis zum Sozialverhalten.
Wege zur Förderung der Kreativität: Hier werden pädagogische Ansätze zur Steigerung der Kreativität diskutiert, insbesondere im schulischen Kontext durch die Schaffung einer kreativen Lernumgebung.
Definition der Kreativität in der Psychologie: Es wird die engere psychologische Definition dargelegt, welche Kreativität primär als Ergebnis divergenten Denkens betrachtet.
Kreativitätstheorien: Das Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Ansätze, darunter die psychoanalytische und die assoziationspsychologische Theorie.
Kreativitätsdiagnostik: Hier werden standardisierte Testverfahren vorgestellt, die Kreativität anhand der Dimensionen Flüssigkeit, Ungewöhnlichkeit und Einzigartigkeit messen.
Der Zusammenhang zwischen Kreativität und Wahnsinn: Das Kapitel untersucht die historische und wissenschaftliche Debatte darüber, ob geistige Instabilität die kreative Leistung fördern kann.
Der Zusammenhang zwischen Kreativität und Intelligenz: Es wird die Korrelation zwischen diesen beiden Merkmalen analysiert und die Hypothese betrachtet, dass Intelligenz eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für Kreativität ist.
Die weitere Entwicklung der Kreativität: Abschließend wird die Bedeutung der Kreativität für die Wissensgesellschaft betont und zukünftige Forschungsnotwendigkeiten aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Kreativität, Psychologie, Divergentes Denken, Kreativitätstheorien, Persönlichkeit, Problemlösung, Förderung, Innovation, Intelligenz, Diagnostik, Wissen, Inspiration, Kreativitätsforschung, Schöpfung, Wissensgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das psychologische Verständnis von Kreativität, von ihrer Definition über die Merkmale kreativer Menschen bis hin zu Förderstrategien und wissenschaftlichen Zusammenhängen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernpunkten gehören die Persönlichkeitsmerkmale Kreativer, der kreative Prozess, die Messbarkeit von Kreativität sowie das Verhältnis zu Intelligenz und psychischen Störungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis von Kreativität zu vermitteln und aufzuzeigen, wie diese Eigenschaft in der modernen Gesellschaft verstanden und nutzbar gemacht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse psychologischer Forschungsergebnisse und Theorien renommierter Forscher wie Joy Paul Guilford und Arthur J. Cropley.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Definitionen, Prozesse, Theorien), praktische Aspekte (Förderung, Diagnostik) und die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Korrelationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kreativität, divergentes Denken, Kreativitätsdiagnostik, kreative Persönlichkeit und die Wissensgesellschaft.
Welche Rolle spielt die "provokative Umwelt" bei der Förderung?
Die "provokative Umwelt" dient dazu, Schülern Raum für Entdeckungen zu bieten, die Angst vor Fehlern abzubauen und das Hervorbringen eigener Ideen gegenüber reiner Reproduktion zu priorisieren.
Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Intelligenz und Kreativität?
Die Forschung zeigt eine schwache bis mäßige Korrelation bis zu einem IQ von 120; darüber hinaus konnte kein eindeutiger Zusammenhang festgestellt werden, was impliziert, dass Intelligenz Kreativität zwar ermöglichen, aber nicht zwangsläufig garantieren kann.
- Quote paper
- Martin Selzle (Author), 2005, Kreativität - aus der psychologischen Sichtweise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50058