Diese Arbeit behandelt das System fester Wechselkurse nach der Konferenz in Bretton Woods. Sie beinhaltet die Entstehung und stellt die Vorschläge von John Maynhard Keynes und Harry Dexter White vor. Es wird auf die Doppelfunktion des Dollars als Leitwährung und Zahlungsmittel, die entstehende Dollarlücke, die Stützung der Wechselkurse, die importierte Inflation (und Gegenmaßnahmen), die Asymmetrie des System und letztlich den Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Vorschläge Keynes’ und Whites
2.1 Der Keynes-Plan
2.2 Der White-Plan
3 Funktionsweise und Problematik des Bretton-Woods-Systems
3.1 Doppelfunktion des Dollars
3.2 Die Dollarlücke
3.3 Stützung der Wechselkurse – Die Interventionspflicht der Zentralbanken
3.4 Importierte Inflation
3.5 Wie konnte man importierter Inflation entgegentreten?
3.6 Die Asymmetrie des Bretton-Woods-Systems
4 Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die historischen Grundlagen, die Funktionsweise sowie die strukturellen Probleme des Bretton-Woods-Systems, mit besonderem Fokus auf der Rolle des US-Dollars als Leitwährung und der daraus resultierenden Asymmetrie. Ziel ist es, die ökonomischen Mechanismen aufzuzeigen, die letztlich zum Zusammenbruch des Systems führten.
- Die unterschiedlichen konzeptionellen Ansätze von Keynes und White.
- Die Doppelfunktion des Dollars und das Problem der Dollarlücke.
- Der Mechanismus der importierten Inflation für Drittstaaten.
- Die strukturelle Asymmetrie und der Zusammenbruch durch das Ende der Goldeinlösegarantie.
Auszug aus dem Buch
3.6 Die Asymmetrie des Bretton-Woods-Systems
Wäre es möglich gewesen, dass die anderen Länder gegen die überschwappenden Dollar auf dem Devisenmarkt und die drohende Inflation (importiert oder hausgemacht) in der Form ankämpfen, dass sie eine stärkere Inflation als die der USA verursachen und den Devisenmarkt ihrerseits -beispielsweise mit DM- überschwemmen? Entsprechend der Ankaufspflicht der Zentralbanken, hätte nun die amerikanische Zentralbank die DM-Flut aufkaufen müssen, um den Kurs stabil zu halten. Die USA war jedoch durch die Vereinbarungen in Bretton Woods nicht dazu verpflichtet, am Devisenmarkt überschüssige Devisen anderer Länder aufzukaufen, um deren Kurs zu stützen. Das System von Bretton Woods war asymmetrisch. Die amerikanische Zentralbank hatte keinerlei Interventionspflicht (vgl. Senf 2004, S.183; Herr 1992, S. 318).
Die Abhängigkeit des inländischen Preisniveauindex (PI) vom ausländischen Preisniveauindex (PA) bei festen Wechselkursen (W; Wr = realer Wechselkurs) soll im Folgenden erläutert werden (W & Wr sind konstant):
Wr = W * PA/PI
W = Wr * PI/PA
PI = W * PA/Wr Da W und Wr konstant sind, ist PI von PA abhängig
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die historische Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg und die Absicht, durch das Bretton-Woods-Abkommen eine stabile Grundlage für den internationalen Handel zu schaffen.
2 Die Vorschläge Keynes’ und Whites: Stellt die konkurrierenden Entwürfe zur Ausgestaltung eines supranationalen Währungssystems gegenüber, wobei insbesondere die Clearing-Union und die Kreditvergabemöglichkeiten diskutiert werden.
3 Funktionsweise und Problematik des Bretton-Woods-Systems: Analysiert den Dollarstandard, die Liquiditätsproblematik und die zwangsläufige Inflationsübertragung durch feste Wechselkurse.
4 Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems: Erläutert das Scheitern des Systems, ausgelöst durch die Einstellung der Goldeinlösegarantie durch die USA und die darauf folgende Etablierung flexibler Wechselkurse.
Schlüsselwörter
Bretton-Woods-System, US-Dollar, Leitwährung, Goldstandard, Dollarlücke, Interventionspflicht, Zentralbank, importierte Inflation, Wechselkurse, Asymmetrie, Goldeinlösegarantie, Preisstabilität, Zahlungsbilanz, Währungsfonds, Weltbank.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das zwischen 1944 und 1973 existierende Weltwährungssystem von Bretton Woods, seine institutionelle Struktur sowie die systemimmanenten ökonomischen Konfliktfelder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit befasst sich mit dem Dollarstandard, der Rolle der Deutschen Bundesbank bei der Stützung des Wechselkurses, dem Phänomen der importierten Inflation sowie der asymmetrischen Machtverteilung zwischen den USA und anderen Ländern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel besteht darin, den kausalen Zusammenhang zwischen der Leitwährungsrolle des Dollars, der resultierenden Geldpolitik der USA und dem letztendlichen Zusammenbruch des fixen Wechselkurssystems aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische und historische Analyse, die auf ökonomischer Fachliteratur (u.a. Senf, Herr, Copur/Schneider) und zeitgenössischen Verträgen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Konzeption der Bretton-Woods-Institutionen, die Analyse der Doppelfunktion des Dollars und die Darstellung, wie strukturelle Ungleichgewichte zur Abkehr vom Gold-Devisen-Standard führten.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Aspekte sind Bretton-Woods, Leitwährung, Gold-Devisen-Standard, Interventionspflicht und die Asymmetrie des globalen Währungssystems.
Warum konnte die Deutsche Bundesbank die Inflation im Inland trotz restriktiver Politik nicht immer verhindern?
Aufgrund der vertraglichen Interventionspflicht musste die Bundesbank Dollar-Überschüsse aufkaufen, was zu einer ungewollten Erhöhung der inländischen Geldmenge führte, die sich der autonomen Geldpolitik entzog.
Welche Rolle spielte die Goldeinlösegarantie beim Ende des Systems?
Die Garantie, Dollar jederzeit gegen Gold zu tauschen, verlor durch die exzessive Geldschöpfung der USA in den 1960er Jahren an Glaubwürdigkeit, was zur einseitigen Aufkündigung durch Präsident Nixon im Jahr 1971 führte.
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- Lars Matschenz (Author), 2005, Das System von Bretton Woods - ein Kurzüberblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49693