1. Einleitung
Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts wurden Gefahren deutlich, die bis dahin weniger beachtet wurden. Eine dieser Gefahren ist die Proliferation. Von der Öffentlichkeit wurde sie bisher kaum zur Kenntnis genommen, mitunter auch mit dem konventionellen Waffenhandel verwechselt. Was genau ist also nun Proliferation?
Unter Proliferation versteht man die Weiterverbreitung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen sowie deren Trägersystemen (Marschflugkörper, Raketen, Bomben, Sprühvorrichtungen etc.). Sie schließt ebenfalls die Technologien ein, die für die Herstellung derartiger Waffen benötigt werden.
Strukturen der Organisierten Kriminalität (OK) sind zum Teil in Proliferationsvorgänge involviert , aber Hauptakteure sind die Regierungen einiger Staaten der Dritten Welt, vor allem: Irak, Iran, Libyen, Nordkorea, Syrien, Indien und Pakistan. Dort arbeitet man in allen Bereichen, also an atomaren, biologischen und chemischen Waffen und den entsprechenden Trägersystemen.
Zunächst möchte ich auf die Methoden der Beschaffung eingehen. Da diese überaus vielfältig sind, beschränke ich mich auf die Probleme der nuklearen Sicherheit in Russland und befasse mich mit der westlichen Industrie.
Des Weiteren werden kurz die deutschen Behörden vorgestellt, die sich mit der Verhinderung von Proliferationsvorgängen befassen.
Die Darstellung entsprechender Rüstungsprogramme erfolgt am Beispiel der Islamischen Republik Iran.
Schließlich wird auf einen möglichen Einsatz von ABC-Waffen durch Terroristen eingegangen und auf Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.
[...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Methoden der Beschaffung
- Erforderliche Mengen nuklearen Materials
- Russland - Paradies für Nuklearschmuggler?
- Sicherheitsprobleme
- Maßnahmen zur Sicherung des russischen Nuklearmaterials
- Dual-use-Problematik
- Allgemeine Maßnahmen zur Verhinderung bzw. Erschwerung des illegalen Handels mit proliferationsrelevanten Materialien
- Maßnahmen der Atomindustrie
- Deutsche Behörden
- Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
- Bundesnachrichtendienst
- Massenvernichtungswaffen in der Dritten Welt – Fallbeispiel Iran
- Atomrüstung
- Biologische und chemische Rüstung
- Raketentechnologie
- ABC-Waffeneinsatz durch Terroristen – ein wahrscheinliches Szenario?
- Atomwaffen
- Biologische Waffen
- Chemische Waffen
- Terrorwaffe der Zukunft?
- Mögliche Gegenmaßnahmen
- Fazit
- Quellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Problem der Proliferation von Massenvernichtungswaffen, insbesondere der Verbreitung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen sowie deren Trägersystemen. Sie untersucht die Methoden der Beschaffung dieser Waffen, insbesondere die Sicherheitsrisiken in Russland, und analysiert die Rolle der westlichen Industrie und deutscher Behörden bei der Verhinderung von Proliferationsvorgängen. Der Fokus liegt auf den Herausforderungen der Dual-use-Problematik sowie auf einem Fallbeispiel der Islamischen Republik Iran.
- Methoden der Beschaffung von Massenvernichtungswaffen
- Sicherheitsrisiken in Russland und die Sicherung von Nuklearmaterial
- Die Rolle der westlichen Industrie und deutscher Behörden bei der Verhinderung von Proliferation
- Die Herausforderungen der Dual-use-Problematik
- Das Fallbeispiel Iran und die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen in der Dritten Welt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung definiert den Begriff der Proliferation und stellt die zentralen Akteure und Themen der Arbeit vor. Kapitel 2 beleuchtet die Methoden der Beschaffung von Nuklearmaterial und fokussiert dabei auf die Herausforderungen der Nuklearen Sicherheit in Russland. Das Kapitel beleuchtet auch die Problematik von Dual-use-Gütern. Kapitel 3 befasst sich mit allgemeinen Maßnahmen zur Verhinderung von Proliferation und untersucht die Rolle der Atomindustrie sowie deutscher Behörden. Kapitel 4 betrachtet die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen in der Dritten Welt am Beispiel des Irans. Kapitel 5 analysiert die Wahrscheinlichkeit eines ABC-Waffeneinsatzes durch Terroristen und diskutiert mögliche Gegenmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Proliferation, Massenvernichtungswaffen, Atomwaffen, Biologische Waffen, Chemische Waffen, Nuklearmaterial, Dual-use-Güter, Sicherheitsrisiken, Russland, Iran, Terrorismus, ABC-Waffen, Gegenmaßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Proliferation im rüstungspolitischen Kontext?
Unter Proliferation versteht man die Weiterverbreitung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen (ABC-Waffen) sowie deren Trägersystemen und Herstellungstechnologien.
Wer sind die Hauptakteure bei Proliferationsvorgängen?
Hauptakteure sind oft Regierungen bestimmter Staaten (z.B. Iran, Nordkorea), aber auch Strukturen der Organisierten Kriminalität können involviert sein.
Was ist das „Dual-use-Problem“?
Es bezeichnet Güter und Technologien, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke (insbesondere für Massenvernichtungswaffen) genutzt werden können.
Warum gilt Russland als kritischer Punkt für nukleare Sicherheit?
Die Arbeit untersucht Sicherheitsrisiken beim Umgang mit russischem Nuklearmaterial und die Gefahr des Nuklearschmuggels nach dem Ende des Ost-West-Konflikts.
Welche deutschen Behörden befassen sich mit der Verhinderung von Proliferation?
Dazu gehören unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie der Bundesnachrichtendienst.
Wie wahrscheinlich ist ein ABC-Waffeneinsatz durch Terroristen?
Die Arbeit analysiert verschiedene Szenarien für den Einsatz von atomaren, biologischen oder chemischen Waffen durch nicht-staatliche Akteure und diskutiert Gegenmaßnahmen.
- Arbeit zitieren
- Michael Rieck (Autor:in), 2000, Proliferation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4821