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Städtischer Personenverkehr in Indien

Title: Städtischer Personenverkehr in Indien

Research Paper (postgraduate) , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Runkel (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Der indische Stadtverkehr kann auf den ersten Blick eines westlichen Exoten anarchistisch wirken. In einem Wirrwarr aus Hupen und Handzeichen, Mensch und Tier, Beklommenheit und Gedränge, von dem die kleineren und größeren Beulen an nahezu jedem fahrbaren Untersatz zeugen, könnte man schnell den Eindruck bekommen, hier fehle jegliches gliedernde Element. Menschen besteigen und verlassen türenlose öffentliche Verkehrsmittel abseits von oft nur schwer erkennbaren Haltepunkten, an Kreuzungen oder auch während der Fahrt. Ein- wie auch Doppeldeckerbusse würden in den Betriebsberichten deutscher Nahverkehrsdienstleister meistzeitig als vollbesetzt qualifiziert – gleiches gilt mehr noch für die Vorortzüge. Die Szenerie demonstriert eine Sachlage, die mit europäischen Definitionen schwerlich beschreibbar scheint.
Von diesem ersten Erscheinungsbild das Fehlen jeglicher Ordnung abzuleiten ist gleichwohl fragwürdig. Immerhin sind im „Motor Vehicles Act“ in 14 Kapiteln detaillierte Regelungen und Vorgaben an die Bundesstaaten von der Fahrzeugzulassung über Geschwindigkeitsbeschränkungen bis hin zu Bußgeldkatalogen kodifiziert.
Dessen ungeachtet ist die dem Stadtverkehr oft nahe gelegte Aggressivität der Verkehrsteilnehmer bei der Verteidigung einer mobilitätsorientierten Lebensgestaltung unterentwickelt. Permanente Aufforderungen zur Mitnahme durch Rikscha- und Taxifahrer an Touristen zeugen von Geschäftstüchtigkeit und den zahlreichen Arbeitsplätzen im städtischen Transportgewerbe.
Das von anderen Mentalitäten und abweichenden Politik- und Planungsauffassungen getragene Bild wurde in der Vergangenheit häufig betont.
Die Debatten erinnern an die in Westeuropa geführten Diskussionen in den 1970er und 80er Jahren über einen „bevorstehenden Verkehrsinfarkt“ und „sich selbst lahm legenden Straßenverkehr“ als Reaktion auf die politische Prämisse prinzipieller Engpassfreiheit bei der Bereitstellung von Verkehrswegekapazitäten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Politische Rahmenbedingungen und öffentlicher Verkehr

2. Der Individualverkehr und die Automobilindustrie

3. Mumbai

4. Delhi

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die städtische Verkehrsentwicklung in indischen Metropolen, analysiert den Einfluss von Suburbanisierung und Motorisierung auf die urbane Infrastruktur und vergleicht diese Prozesse mit westeuropäischen Entwicklungsmustern.

  • Politische Rahmenbedingungen und staatliche Rolle im öffentlichen Nahverkehr
  • Die Dynamik des motorisierten Individualverkehrs und der Automobilindustrie
  • Fallbeispiel Mumbai: Historische Entwicklung und schienengebundener Vorortverkehr
  • Fallbeispiel Delhi: Infrastrukturplanung und die Einführung der Metro
  • Vergleich der städtischen Verkehrsentwicklung zwischen Industriestaaten und Indien

Auszug aus dem Buch

3. Mumbai

In einer Millionenmetropole wie Mumbai (11,9 Millionen Einwohner, Bevölkerungswachstum 1981 bis 1990 : 2.9%; 1991 bis 1995: 3,7%), wo ökonomisch und industriell landesweit bedeutsame Einrichtungen konzentriert sind, kommt der Raumüberwindung eine Position zu, die indische Verkehrswissenschaftler gerne mit "the lungs of the organisation" umschreiben. Ihre Stellung verdankt die Stadt vor allem der Kolonialzeit, wo sie als Brechungspunkt im Wirtschaftsverkehr nach England in Erscheinung trat. Die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra setzt sich aus sieben Inseln zusammen und bedeckt nach einer sukzessiven Grundwasserabsenkung heute eine Fläche von über 430 qm².

Mumbai bildet mit einem ausgedehnten Vorortebahnennetz, welches ca. 58% des täglichen Fahrgastaufkommens von insgesamt fast sechs Millionen Fahrgästen und sogar 80% der gesamten öffentlichen Verkehrsleistung innerhalb der Stadtregion erbringt, eine Ausnahme in den ansonsten vornehmlich durch den straßengebundenen ÖPNV erschlossenen Metropolen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Politische Rahmenbedingungen und öffentlicher Verkehr: Dieses Kapitel thematisiert das Bevölkerungswachstum und die damit verbundenen Herausforderungen an die räumliche Orientierung und verkehrliche Erschließung indischer Ballungsgebiete.

2. Der Individualverkehr und die Automobilindustrie: Der Abschnitt analysiert die Korrelation zwischen wachsendem Wohlstand und Motorisierung sowie den Strukturwandel der indischen Automobilproduktion von einer autarken Industrie hin zur Globalisierung.

3. Mumbai: Hier wird die historische Stadtentwicklung Mumbais in Abhängigkeit von den dominierenden Verkehrsmitteln sowie das leistungsstarke schienengebundene Vorortbahnnetz detailliert betrachtet.

4. Delhi: Das Kapitel befasst sich mit der autogerechten Stadtplanung Neu Delhis, den sozioökonomischen Rahmenbedingungen als Union Territory und der Implementierung der modernen Metro als politischem Prestigeprojekt.

5. Schlussbemerkungen: Der Autor resümiert die technologische Entflechtung von Information und physischer Erreichbarkeit und ordnet den indischen Uniformierungsprozess in globale Evolutionspfade ein.

Schlüsselwörter

Städtischer Personenverkehr, Indien, Mumbai, Delhi, Suburbanisierung, Motorisierungsgrad, Automobilindustrie, öffentlicher Personennahverkehr, ÖPNV, Schienennahverkehr, Infrastrukturplanung, Verkehrspolitik, Urbanisierung, Verkehrsinfrastruktur, B.E.S.T.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Publikation befasst sich mit der städtischen Verkehrsentwicklung in indischen Millionenmetropolen unter besonderer Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Raumplanung, Motorisierung und politischer Steuerung.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Schwerpunkte sind die Automobilindustrie, die historische und aktuelle Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs (Bus und Schiene) sowie die Parallelen zwischen indischen Städten und der Verkehrsentwicklung in europäischen Industriestaaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, Assimilationsprozesse zwischen der Verkehrsentwicklung in den Industriestaaten und in Schwellenländern aufzuzeigen und die Herausforderungen der indischen Megastädte, insbesondere Mumbai und Delhi, zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Der Autor verwendet einen deskriptiv-analytischen Ansatz unter Heranziehung von Langzeitbetrachtungen, statistischen Daten (Modal Split, Fahrzeugbestände) und verkehrswissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse der politischen Rahmenbedingungen und der Automobilindustrie sowie in eine detaillierte Fallstudien-Betrachtung der Städte Mumbai und Delhi hinsichtlich ihrer spezifischen verkehrsinfrastrukturellen Gegebenheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Städtischer Personenverkehr", "Suburbanisierung", "Automobilindustrie" und "Verkehrsinfrastruktur" definiert.

Was zeichnet Mumbais öffentliches Verkehrssystem im nationalen Vergleich aus?

Mumbai ist eine Ausnahme, da die Stadt über ein sehr leistungsstarkes, schienengebundenes Vorortbahnnetz verfügt, das einen Großteil der gesamten öffentlichen Verkehrsleistung erbringt, während andere Metropolen primär auf den straßengebundenen ÖPNV angewiesen sind.

Wie unterscheidet sich die Planungssituation in Delhi von anderen indischen Städten?

Delhi, insbesondere Neu Delhi, wurde bereits früh als autogerechte Stadt konzipiert und weist einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Verkehrsflächen sowie ein zentralisiertes, jedoch politisch und finanziell durch den Status als Union Territory bevorzugtes Infrastruktur-Management auf.

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Details

Title
Städtischer Personenverkehr in Indien
College
University of Applied Sciences Bremen
Grade
1,0
Author
Martin Runkel (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V48213
ISBN (eBook)
9783638449793
Language
German
Tags
Städtischer Personenverkehr Indien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Runkel (Author), 2005, Städtischer Personenverkehr in Indien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48213
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