Durch die massive Veränderung der Unternehmensumwelt der letzten Jahre sehen sich Unternehmen heute einem enorm gestiegenen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Dabei spielen Kostensenkung und Kundenzufriedenheit zentrale Rollen. Der heutige Kunde möchte seine Leistung in der richtigen Qualität, der richtigen Menge, der richtigen Zusammensetzung, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort erbracht sehen und dabei mindestens so preiswert, wie die Konkurrenz sie anzubieten vermag.
Die Unternehmen haben in den letzten Jahren auf diese Wettbewerbsverschärfung reagiert, indem unter anderem eine Konzentration auf Kernkompetenzen erfolgte, um dadurch flexibler zu werden und Kostenvorteile realisieren zu können.
Folge dieser Entwicklung ist eine stärkere Verflechtung der Wirtschaftsstrukturen, da der Grad der Spezialisierung volkswirtschaftlich tendenziell zugenommen hat.
Doch auch andere Aspekte, wie z.B. die Erweiterung des Wettbewerbs durch Globalisierung oder die Verkürzung der Produktlebenszyklen zwingen Unternehmen zu weiteren Bemühungen zur Leistungssteigerung und Kostensenkung.
Im Rahmen dieser Optimierungsnotwendigkeiten wuchs das Interesse an neueren Konzepten wie dem der Supply Chain (SC).
Während sich viele Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt um Optimierung innerhalb der eigenen Organisationen kümmerten, etwa durch Prozessoptimierung oder Veränderung der Aufbauorganisation, richtet sich der Blick nun allmählich verstärkt auf Optimierungsmöglichkeiten außerhalb.
Dabei spielt der Gedanke der Wertschöpfungskette eine zentrale Rolle. Durch die zunehmende Konzentration auf Kernkompetenzen und die damit verbundene Spezialisierung entstanden gleichzeitig verstärkt Abhängigkeiten von anderen Gliedern der Wertschöpfungskette. Eine Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition ist daher eng verbunden mit einer Verbesserung der Kooperation mit externen Partnern, wie z.B. Lieferanten.
Technische Voraussetzung für die Koordinierung einer integrierten SC waren zunächst jedoch DV-Systeme, die in der Lage sind Planungsprozesse auch supraorganisational zu unterstützen.
Diese Unterstützung wird seit einigen Jahren von Advanced Planning Systemen (APS) geleistet.
Wichtiger inhaltlicher Bestandteil der APS, sowie auch der SC, ist dabei die genaue Vorhersage zukünftiger Bedarfe und Absätze.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zum Begriff der Supply Chain
- Haus des Supply Chain
- Advanced Planning
- Zum Begriff des Advanced Planning
- Advanced Planning Systems
- Gängige Systemanbieter auf dem Markt
- Bedarfsplanung und Absatzprognose in der Supply Chain-Planning Matrix
- Bedarfsplanung und Prognosen
- Intra- und Interorganisationale Bedeutung der Bedarfsplanung
- Bullwhip - Effekt
- Zusammenhang zwischen Unsicherheit und Beständen
- Durchlaufzeit, Kundenentkopplungspunkt und Prognose
- Bedarfsplanung und Aggregation
- Organisatorische Einordnung der Absatzplanung
- Prognosetechniken
- Top Down-/Bottom-Up - Prognose
- Qualitative Prognoseverfahren
- Quantitative Prognoseverfahren
- Eindimensionale Methoden
- Multidimensionale Methoden
- Prognosetechniken im Zusammenhang
- Prognosefehler
- Erfolgreiches Prognostizieren
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Thematik der Bedarfsplanung und Prognosetechniken im Kontext des Supply Chain Managements (SCM) und Advanced Planning (AP). Sie zielt darauf ab, die Bedeutung der Bedarfsplanung innerhalb einer Organisation und im Netzwerk darzustellen, einen Überblick über Prognosetechniken zu geben und die Herausforderungen im Zusammenhang mit Prognosefehlern zu beleuchten.
- Die Bedeutung der Bedarfsplanung in einer Organisation und im Netzwerk
- Ein Überblick über Prognosetechniken
- Die Herausforderungen im Zusammenhang mit Prognosefehlern
- Einführung in die Themen Supply Chain Management und Advanced Planning
- Die Integration von Bedarfsplanung und Prognosetechniken in die Supply Chain Planning Matrix
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt den Leser in die Thematik der Supply Chain ein und beleuchtet die Bedeutung der Bedarfsplanung und Prognosetechniken in diesem Kontext. Es werden zentrale Konzepte wie Advanced Planning Systems (APS) und der Bullwhip-Effekt erläutert.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung der Bedarfsplanung innerhalb und zwischen Organisationen. Dabei werden die Auswirkungen von Unsicherheit auf die Bestände sowie die Rolle der Durchlaufzeit, des Kundenentkopplungspunktes und der Prognose betrachtet.
Das dritte Kapitel widmet sich verschiedenen Prognosetechniken, die in der Praxis Anwendung finden. Es werden qualitative und quantitative Verfahren, sowie eindimensionale und multidimensionale Methoden vorgestellt.
Schließlich werden im vierten Kapitel die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit Prognosefehlern thematisiert und die Bedeutung von erfolgreichen Prognosemethoden für den Erfolg im Supply Chain Management hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Advanced Planning, Bedarfsplanung, Prognosetechniken, Bullwhip-Effekt, Prognosefehler, Kundenentkopplungspunkt, Durchlaufzeit, APS, SCM, Qualitative Prognoseverfahren, Quantitative Prognoseverfahren.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. Jan-Christian Grunert (Author), 2002, Bedarfsplanung und Prognosetechniken. Advanced Planning im Supply Chain Management (SCM), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4811