Die Domäne der Neuro- und Psycholinguistik versucht in Studien Beweise für die Beschaffenheit des kognitiven Systems zu liefern und ein tiefgreifendes Verständnis darüber zu erlangen, wie Sprachproduktion und Sprachrezeption funktionieren. Um diese Aspekte zu untersuchen, werden in Studien Messungen der Hirnströme der Probanden aufgezeichnet. Die ereigniskorrelierten Hirnpotentiale, die dabei aufgezeichnet werden, lassen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen darüber zu, was im Sprachverarbeitungszentrum des Gehirns gerade passiert.
In der vorliegenden Arbeit werden Studien examiniert, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Äußerung und Diskurs beschäftigen. Ziel soll es sein, einen repräsentativen Überblick einerseits darüber zu geben, wie der Diskurs eine Äußerung beeinflussen kann und andererseits, wann und mit welcher Priorität der Diskurs vom Rezipierenden in die Bedeutungsinterpretation involviert wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ereigniskorrelierte Hirnpotentiale
- N400
- P600
- Die Korrelation zwischen Äußerung und Diskurs
- Lexikalisch-semantische Verletzungen
- Referentielle Abhängigkeiten
- Reanalyse und Reparatur
- Enriched Composition
- Type-Shifting
- Referenztransfer
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Korrelation zwischen Äußerung und Diskurs im Rahmen der Neuro- und Psycholinguistik. Das Ziel ist es, einen umfassenden Überblick darüber zu liefern, wie Diskursinformationen die Verarbeitung von Äußerungen beeinflussen und welche Prozesse dabei im Gehirn ablaufen.
- Elektrophysiologische Evidenzführung durch ereigniskorrelierte Hirnpotentiale (EKP)
- Einfluss von Diskursinformationen auf Satzverarbeitungsprozesse
- Analyse von lexikalisch-semantischen Verletzungen, referentiellen Abhängigkeiten und Reanalyse- und Reparaturprozessen
- Untersuchung des Konzepts der Enriched Composition, insbesondere Type-Shifting und Referenztransfer
- Zusammensetzung eines größeren Bildes über die Mechanismen der Sprachverarbeitung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Domäne der Neuro- und Psycholinguistik vor und erläutert die Bedeutung von ereigniskorrelierten Hirnpotentialen für die Untersuchung von Sprachproduktion und -rezeption.
- Ereigniskorrelierte Hirnpotentiale: Dieses Kapitel bietet eine Einführung in die Funktionsweise von EKPs, beschreibt ihre wichtigsten Komponenten (N400 und P600) und erklärt, wie sie zur Erforschung von Sprachverarbeitungsprozessen eingesetzt werden.
- Die Korrelation zwischen Äußerung und Diskurs: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss von Diskursinformationen auf die Satzverarbeitung, wobei verschiedene Aspekte wie lexikalisch-semantische Verletzungen, referentielle Abhängigkeiten und Reanalyse- und Reparaturprozesse untersucht werden.
Schlüsselwörter
Ereigniskorrelierte Hirnpotentiale, N400, P600, Sprachverarbeitung, Diskurs, Äußerung, Lexikalisch-semantische Verletzungen, Referentielle Abhängigkeiten, Reanalyse, Reparatur, Enriched Composition, Type-Shifting, Referenztransfer, Elektroenzephalografie (EEG).
Häufig gestellte Fragen
Was sind ereigniskorrelierte Hirnpotentiale (EKP)?
EKP sind durch Elektroenzephalografie (EEG) messbare Hirnströme, die als Reaktion auf bestimmte Reize (z.B. Wörter) auftreten und Aufschluss über Sprachverarbeitungsprozesse geben.
Was bedeutet die N400-Komponente in der Neurolinguistik?
Die N400 ist ein Ausschlag, der auftritt, wenn ein Wort semantisch nicht in den Kontext passt oder schwer in den Diskurs integriert werden kann.
Wann wird eine P600-Komponente gemessen?
Die P600 tritt primär bei syntaktischen Fehlern oder bei der notwendigen Reanalyse und Reparatur von Satzstrukturen auf.
Wie beeinflusst der Diskurs die Verarbeitung einzelner Sätze?
Vorherige Informationen im Diskurs schaffen Erwartungen. Wenn eine neue Äußerung diesen Erwartungen widerspricht, zeigt sich dies sofort in den Hirnströmen des Rezipienten.
Was versteht man unter "Enriched Composition"?
Dies beschreibt Prozesse wie Type-Shifting oder Referenztransfer, bei denen die Bedeutung eines Satzes über die rein wörtliche Bedeutung hinaus durch den Kontext angereichert werden muss.
- Quote paper
- Sebastian Voigt (Author), 2018, Der Einfluss von Diskursinformationen auf Satzverarbeitungsprozesse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468963