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Glaubt Sokrates wirklich, dass Tugend nicht lehrbar ist?

Argumentiert Sokrates im Menon inkonsistent?

Titre: Glaubt Sokrates wirklich, dass Tugend nicht lehrbar ist?

Dossier / Travail , 2015 , 26 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Nils Schäfer (Auteur)

Philosophie - Philosophie antique
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In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Frage, wie die Konklusion des Dialogs mit der in seiner Mitte eingeführten Lehre von der Wiedererinnerung vereinbar ist. Nach meiner Auffassung tut sich zwischen den beiden im Dialog vertretenen Positionen ein Widerspruch auf den zu Lösen einen großen Beitrag zum Verständnis der platonischen Erkenntnistheorie liefern könnte. In dieser Arbeit soll nun aber zu allererst das Problem klar herausgearbeitet werden. Mein Ziel in dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass es zwischen den im Menon vertretenen Überzeugungen eine erhebliche Spannung, wenn nicht einen logischen Widerspruch gibt.

Platons Menon ist ein spannender Dialog an der Schnittstelle zwischen zwei Kernthemen der platonischen Philosophie wie auch der Philosophie überhaupt: Wissen und Tugend. Menon fragt zu Beginn nach dem Ursprung der Tugend. Was folgt ist dann ein Dialog über Fragen nach Wissen allgemein und nach Erkenntnis. Wie ist das Verhältnis von Wissen und Lernen? Und was bedeutet das für die Frage, was wir überhaupt lernen können.

Im Verlauf dieses Dialogs stellt Menon die Frage, ob Lernen überhaupt möglich sei. Vorausgegangen ist dieser Frage die Vorstellung sokratischer Erkenntnistheorie. Und so entwickelt sich der Dialog zu einer Untersuchung des Problems, ob Lernen überhaupt möglich ist und wenn ja, wie es von Statten gehen kann. Sokrates Antwort auf das von Menon aufgeworfene Problem ist die Lehre von der Wiedererinnerung. In aller Kürze zusammengefasst besagt diese Lehre, dass unsere Seele alles Wissen bereits enthält und dass jedes Lernen bloß ein Wiedererinnern, ein Zugreifen auf das in der Seele bereits enthaltene Wissen ist. Nach dem Dialog über die Frage, ob Tugend nun also ein solches Wissen ist, welches gelernt werden kann, kommt Sokrates zu dem Schluss, Tugend sei kein Wissen und könne somit auch nicht gelernt werden. Allerdings, so Sokrates‘ Konklusion weiter, könne man eine wahre Meinung von der Tugend haben und gemäß dieser Meinung tugendhaft handeln.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Zusammenhang von Wissen und Tugend

1. Das Wissen-Was-Prinzip

1.1 Das Prinzip im Menon-Dialog

1.2 Priorität des Wissen-Was-Prinzips

2. Das Paradox

3. Beweis der Inkonsistenz in Platons Menon

3.1 Wissen und Wahrheit (W1-W3)

3.2 Die Lehre von der Wiedererinnerung (W4-W6)

3.3 Alles Lernen ist ein Wiedererinnern (W7)

3.4 Tugend, Wissen und wahre Meinung (W8-W14)

4. Auflösungsversuch zum Widerspruch

4.1 Knowing What und Knowing How

4.2 Menons Uneinsichtigkeit

4.3 Ausblick zur Lösung des Widerspruchs

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob Platons Dialog Menon logisch inkonsistent ist, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zwischen der Lehre von der Wiedererinnerung und der Schlussfolgerung, dass Tugend nicht lehrbar sei. Ziel ist es, das Problem präzise herauszuarbeiten und einen möglichen Lösungsansatz zu diskutieren, der auf einem Themenwechsel von einer "Wissen-Was"-Frage zu einer "Wissen-Wie"-Frage basiert.

  • Platonische Erkenntnistheorie und das Menon-Paradox
  • Die Lehre von der Wiedererinnerung als Grundlage des Lernens
  • Analyse der Konsistenz von Wissen, Tugend und lehrbarer Meinung
  • Unterscheidung zwischen "Knowing What" und "Knowing How"
  • Kritische Auseinandersetzung mit Interpretationen von Fine und Gulley

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Lehre von der Wiedererinnerung (W4-W6)

Die ersten drei Prämissen im Argument sagen zunächst nichts weiter als dass alles was in der Welt der Fall ist, auch gewusst werden kann. Platon geht in seiner Antwort auf Menons Paradox jedoch weit darüber hinaus und geht davon aus, dass all das, was möglicherweise Gegenstand von Wissen sein kann, auch tatsächlich gewusst werden kann. Weiter besagt die Lehre von der Wiedererinnerung, dass alles was tatsächlich gelernt oder entdeckt werden kann, von der Seele bereits gewusst wird. Hier soll nun gezeigt werden, dass Platon die Prämissen W4 bis W6 akzeptiert.

Eine Frage, die sich im Zusammenhang mit der hier diskutierten Thematik auftut, ist die nach der Art und Menge des Wissens, welches in der Seele bereits vorhanden ist, sofern überhaupt Wissen in der Seele vorhanden ist. In seiner Antwort auf das Paradox verweist Sokrates zunächst auf ihm bekannte religiöse Lehren. Diese besagten: „Da also die Seele unsterblich und oft wiedererstanden ist, und da sie alles hier und im Hades geschaut hat, gibt es nichts, was sie nicht weiß.“(Plato. und Kranz 1994, S. 81c) Diese Stelle im Dialog scheint keine direkte argumentative Funktion zu haben. Die Aussagen Sokrates‘ im Bezug auf religiöse Lehren von der Unsterblichkeit der Seele und der Wiedererinnerung sind an dieser Stelle nur zitiert und geben nicht Sokrates‘ eigenen Standpunkt wieder. Sokrates verweist in diesem Zusammenhang explizit auf Priesterinnen und Priester auf der einen Seite sowie Dichter auf der anderen. (vgl. Plato. und Kranz 1994, S. 81c - d) Die sind es, auf die er sich an dieser Stelle beruft. Und damit macht er auch sehr deutlich, dass nicht sein genuin eigener Standpunkt vertreten wird, sondern Ideen anderer vorgetragen werden. Sollte diese Stelle tatsächlich als Teil der sokratischen Argumentation gemeint sein, könnte man sie nicht allzu ernst nehmen, wird an dieser Stelle doch eine sehr fragwürdige These ohne weitere Begründung in den Raum gestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Menon-Dialogs und Formulierung der Forschungsfrage zur Vereinbarkeit der Konklusion über die Lehrbarkeit von Tugend mit der Lehre von der Wiedererinnerung.

Der Zusammenhang von Wissen und Tugend: Diskussion der platonischen Moralphilosophie und des engen, bis zur Identität reichenden Verhältnisses von Wissen und Tugend.

1. Das Wissen-Was-Prinzip: Erläuterung der notwendigen Bedingungen für eine Definition im Sinne des sokratischen Forschens.

1.1 Das Prinzip im Menon-Dialog: Konkretisierung der Definitionsanforderung anhand von Beispielen wie "Figur" und "Tugend".

1.2 Priorität des Wissen-Was-Prinzips: Darstellung der erkenntnistheoretischen Bedingung, dass man das Wesen einer Sache kennen muss, um über sie urteilen zu können.

2. Das Paradox: Untersuchung von Menons Zweifeln an der Möglichkeit von Forschung und Wissenserwerb.

3. Beweis der Inkonsistenz in Platons Menon: Rekonstruktion eines logischen Arguments, das eine scheinbare Inkonsistenz in Platons Überzeugungen aufzeigt.

3.1 Wissen und Wahrheit (W1-W3): Analyse der propositionalen Struktur von Wissen und Wahrheit als Basis des Arguments.

3.2 Die Lehre von der Wiedererinnerung (W4-W6): Untersuchung der Rolle der unsterblichen Seele und der Wiedererinnerung im Menon.

3.3 Alles Lernen ist ein Wiedererinnern (W7): Diskussion der Prämisse, dass jegliches Lernen ein aktiver Prozess des Wiedererinnerns ist.

3.4 Tugend, Wissen und wahre Meinung (W8-W14): Zusammenführung der Prämissen zu einem Widerspruchsmodell.

4. Auflösungsversuch zum Widerspruch: Vorschlag einer Lösung durch die Hypothese eines Themenwechsels im Dialog.

4.1 Knowing What und Knowing How: Differenzierung zwischen Wissen um Wesen und Wissen um Fertigkeiten.

4.2 Menons Uneinsichtigkeit: Analyse der Gründe für den Themenwechsel unter Berücksichtigung von Menons Druck.

4.3 Ausblick zur Lösung des Widerspruchs: Reflexion über die Grenzen der Arbeit und Anregungen für zukünftige, auch literarische Interpretationen.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Konsistenz von Platons Argumentation und Bestätigung der Bedeutung der Wiedererinnerungslehre.

Schlüsselwörter

Platon, Menon, Wiedererinnerungslehre, Wissen, Tugend, Erkenntnistheorie, Wissen-Was-Prinzip, Paradox, Lehrbarkeit, Knowing How, Knowing What, Konsistenz, Philosophie, Dialog, Sokratische Methode

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Platon im Dialog Menon eine in sich logisch widersprüchliche Auffassung zur Lehrbarkeit der Tugend vertritt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die platonische Erkenntnistheorie, die Rolle der Wiedererinnerungslehre und die Analyse der logischen Struktur von Wissensbegriffen bei Platon.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Problem einer scheinbaren Inkonsistenz im Menon klar herauszuarbeiten und einen Lösungsansatz zu diskutieren, der den Dialog konsistent lesbar machen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die analytische Rekonstruktion von Argumenten aus dem Text und vergleicht diese mit philosophischen Interpretationen, insbesondere von Gail Fine und Norman Gulley.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des "Wissen-Was-Prinzips", die Untersuchung des Menon-Paradoxes, die formale Darstellung des Widerspruchs durch ein Prämissensystem und den Versuch einer Auflösung durch die Differenzierung von "Knowing What" und "Knowing How".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem: Platon, Menon, Wiedererinnerung, Wissen-Was-Prinzip, Knowing How, Inkonsistenz und Tugend.

Wie unterscheidet der Autor zwischen "Knowing What" und "Knowing How"?

Der Autor unterscheidet das Wissen um das Wesen eines Gegenstandes (Knowing What) von dem Wissen um spezifische Fertigkeiten oder Handwerkstechniken (Knowing How), um den scheinbaren Themenwechsel bei Sokrates zu erklären.

Warum hält der Autor die Lehre von der Wiedererinnerung für so zentral?

Weil sie laut Autor Platons Antwort auf das Paradox darstellt und in späteren Werken weiterentwickelt wird, was ihre Bedeutung als ernsthaftes philosophisches Instrument in Platons Denken unterstreicht.

Welche Bedeutung kommt Menon als Gesprächspartner für Sokrates zu?

Menons Sturheit und sein spezielles Interesse an praktischem Erfolg üben Druck auf Sokrates aus, was nach Ansicht des Autors einen Themenwechsel im Dialog provoziert haben könnte.

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Résumé des informations

Titre
Glaubt Sokrates wirklich, dass Tugend nicht lehrbar ist?
Sous-titre
Argumentiert Sokrates im Menon inkonsistent?
Université
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Cours
Platons Menon
Note
1,0
Auteur
Nils Schäfer (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
26
N° de catalogue
V463889
ISBN (ebook)
9783668923300
ISBN (Livre)
9783668923317
Langue
allemand
mots-clé
Platon Tugend Lehrbarkeit Ideenlehre Idee Menon Moral
Sécurité des produits
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Citation du texte
Nils Schäfer (Auteur), 2015, Glaubt Sokrates wirklich, dass Tugend nicht lehrbar ist?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463889
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Extrait de  26  pages
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