Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, genau diese relevanten Ereignisse als Kontextinformationen in Kapitel zwei aufzuführen und anschließend auf die Frage einzugehen, inwiefern die katholische Kirche vom nationalsozialistischen Staat diskreditiert wurde. Allerdings werden in Kapitel drei nicht lediglich Ereignisse diskutiert, sondern auf einen Sachverhalt Bezug genommen, der vor allem kurz nach der Veröffentlichung der ,,Enzyklika“ für die katholische Kirche von Bedeutung war. Denn wie in Kapitel 3.1 genauer erläutert wird, wurden im Jahr 1937, somit also kurz nach der Veröffentlichung der ,,Enzyklika“, zahlreiche Gerichtsprozesse gegen Geistliche geführt und ebenfalls in großem Maße an die Öffentlichkeit getragen. Mit diesen Gerichtsprozessen hat sich vor allem Hans Günter Hockerts in seinem Werk ,,Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Herrschaftstechnik und zum Kirchenkampf“ beschäftigt und umfangreich herausgearbeitet, dass diese Prozesse hauptsächlich dazu dienten, die Kirche zu diskreditieren. Hockerts stellt zwar dar, dass die Gerichtsprozesse als ein bewusst eingesetztes propagandistisches Mittel des nationalsozialistischen Staates betrachtet werden können und erläutert ebenfalls umfangreich die Reaktionen der Kirche, allerdings wird kaum darauf eingegangen, wie genau diese Propaganda des Regimes ausgesehen hat und mit welchen Mitteln versucht wurde, sie durchzusetzen. Die vorliegende Hausarbeit hat die Intention, ebenfalls die soeben genannten Gerichtsprozesse genauer zu thematisieren. Allerdings soll hier der Fokus darauf liegen, die Berichterstattung über diese Prozesse anhand von Zeitungsartikeln in den Fokus zu stellen, um zu überprüfen, durch was sich diese Berichterstattung ausgezeichnet hat und inwiefern sie in Kombination mit den Inhalten der Artikel bzw. den Vorwürfen, die den Geistlichen dort gemacht werden, der Kirche schadet.
Inhaltsverzeichnis
- 1.) Einleitung
- 2.) Der „,Kirchenkampf\" in den Anfängen
- 3.) Die Diskreditierung der Kirche durch die Nationalsozialisten
- ▶3.1) Vorstellung der Zeitungsartikel
- 3.1.1) Aufbau und Inhalt
- ▶3.1.2) Vokabular
- ▶3.1.3) Die deutsche Presse unter nationalsozialistischer Kontrolle
- 3.2) Sittenverfall als propagandistisches Mittel - §174, §175, §176
- ▶3.1) Vorstellung der Zeitungsartikel
- 4.) Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Diskreditierung der katholischen Kirche durch die nationalsozialistische Presse. Ziel ist es, die Strategien des Regimes aufzuzeigen, die Kirche zu entmachten und ihr Ansehen in der Gesellschaft zu schädigen. Im Fokus stehen dabei Gerichtsprozesse gegen Geistliche, die in den Zeitungsartikeln der „Briesetal-Bote“ von 1937 thematisiert werden.
- Der „Kirchenkampf“ im Nationalsozialismus
- Die Rolle der Presse als Propagandainstrument
- Die Diskreditierung der katholischen Kirche durch die Zeitungsartikel
- Der Einsatz von Vokabular und Inhalten zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung
- Die Rezeption der Gerichtsprozesse in der Öffentlichkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den historischen Kontext des „Kirchenkampfes“ dar und erläutert, warum die Kirche für die Nationalsozialisten ein wichtiges Ziel war. Kapitel 2 betrachtet die Anfänge des Konflikts zwischen Kirche und Staat in der Weimarer Republik und die Entwicklung der „Kirchenkampfes“ nach Hitlers Machtergreifung. Kapitel 3.1 widmet sich der Analyse von Zeitungsartikeln der „Briesetal-Bote“ aus dem Jahr 1937. Die Artikel befassen sich mit Gerichtsprozessen gegen Geistliche und zeigen, wie die nationalsozialistische Presse die Kirche diskreditiert hat. Kapitel 3.2 behandelt das Propagandamittel des „Sittenverfalls“ und die Verwendung von §174, §175, §176 zur Stigmatisierung der Kirche.
Schlüsselwörter
„Kirchenkampf“, nationalsozialistische Presse, Diskreditierung, katholische Kirche, Gerichtsprozesse, Zeitungsartikel, Propaganda, „Briesetal-Bote“, Sittenverfall, §174, §175, §176, Meinungsbildung, öffentliche Meinung.
Häufig gestellte Fragen
Wie diskreditierten die Nationalsozialisten die katholische Kirche?
Ein Hauptmittel waren die sogenannten "Sittlichkeitsprozesse" gegen Geistliche, die propagandistisch ausgeschlachtet wurden, um das Ansehen der Kirche zu schädigen.
Welche Rolle spielte die Presse in diesem Prozess?
Die Presse stand unter NS-Kontrolle und nutzte gezieltes Vokabular und tendenziöse Berichterstattung, um die öffentliche Meinung gegen die Kirche zu beeinflussen.
Was ist der "Briesetal-Bote"?
Es handelt sich um eine Zeitung aus dem Jahr 1937, deren Artikel in der Hausarbeit analysiert werden, um die NS-Propaganda zu belegen.
Warum waren die Jahre ab 1937 besonders kritisch?
Nach der Veröffentlichung der päpstlichen Enzyklika "Mit brennender Sorge" verschärfte der NS-Staat den "Kirchenkampf" durch verstärkte Verfolgungen und Prozesse.
Welche Paragrafen wurden für die Propaganda genutzt?
Oft wurden Vorwürfe basierend auf den Paragrafen §174, §175 und §176 (Sittlichkeitsdelikte) erhoben, um einen allgemeinen Sittenverfall der Kirche zu suggerieren.
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- Marieke Ozimek (Autor), 2017, Die Diskreditierung der katholischen Kirche durch die nationalsozialistische Presse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457340