In den Jahren zwischen 1460 und 1520 entstand eine Gruppe von Kompositionen, die als Trauermotetten bezeichnet werden. Hervorgehend aus der im 14. Jahrhundert aufkommenden Tradition der Komponistenmotetten standen die Trauermotetten im direkten Bezug zur Auslebung des christlichen Glaubens, speziell den Riten um die Kunst des Sterbens, der Ars moriendi. Die Werkgruppe steht im engen intertextuellen Zusammenhang untereinander und hat als ein wichtiges Charakteristikum die Eigenschaft der Imitation des Kompositionsstils verstorbener Komponisten.
Josquins Nymphes de bois ist eine dieser Trauermotette und wird in der Literatur als Schlüsselwerk für diese Untergattung bezeichnet. Im Folgenden soll eine historische Verortung der Trauermotetten stattfinden, eine genauere Definition gegeben und schließlich eine Werkanalyse von Nymphes de bois vorgestellt werden. Das Aufzeigen verschiedener Parallelen zwischen den Werken soll die Intertextualität der Trauermotetten verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ars moriendi
- Trauermotetten
- Nymphes de bois
- Analyse
- Intertextualität
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Trauermotette "Nymphes de bois" von Josquin de Prez im Kontext der Trauermotetten um 1500. Ziel ist es, die Trauermotetten historisch zu verorten, eine Definition dieser Gattung zu geben und "Nymphes de bois" im Detail zu analysieren. Darüber hinaus wird die Intertextualität der Trauermotetten aufgezeigt und so der Einfluss verstorbener Komponisten auf die Werke verdeutlicht.
- Historische Einordnung der Trauermotetten
- Definition der Trauermotetten
- Analyse von "Nymphes de bois"
- Intertextualität der Trauermotetten
- Einfluss verstorbener Komponisten auf die Werke
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Entstehungszeit und die Gattung der Trauermotetten ein. Sie erläutert die Bedeutung der Ars moriendi im mittelalterlichen Europa und die Rolle der Musik in den Todesritualen. Kapitel 2 widmet sich der Ars moriendi und deren Einfluss auf die Trauermotetten. In Kapitel 3 werden die Trauermotetten als eigene Werkgruppe vorgestellt und von den Komponistenmotetten abgegrenzt. Kapitel 4 widmet sich der Analyse von "Nymphes de bois" und der Bedeutung der Intertextualität in der Trauermotette.
Schlüsselwörter
Trauermotette, Josquin de Prez, Ars moriendi, Intertextualität, Komponistenmotette, Musik und Tod, mittelalterliche Kultur, Totenmesse, Klagelied, Personalstil
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter einer Trauermotette?
Trauermotetten sind Kompositionen aus der Zeit zwischen 1460 und 1520, die im Kontext christlicher Sterberituale (Ars moriendi) entstanden sind und oft verstorbene Komponisten ehren.
Warum ist "Nymphes de bois" ein Schlüsselwerk?
Josquin de Prez’ Werk gilt als zentrales Beispiel für die Untergattung der Trauermotetten, da es den Personalstil verstorbener Meister imitiert und intertextuelle Bezüge nutzt.
Was bedeutet "Ars moriendi"?
"Ars moriendi" steht für die "Kunst des Sterbens" – eine mittelalterliche Tradition religiöser Riten, die den Übergang in das Jenseits begleiteten.
Wie zeigt sich Intertextualität in diesen Motetten?
Komponisten zitierten Melodien oder imitierten den Stil ihrer Vorgänger, um eine Verbindung zwischen den Werken und den geehrten Personen herzustellen.
Welche Rolle spielte die Musik in mittelalterlichen Todesritualen?
Musik wie die Totenmesse oder Klagelieder war integraler Bestandteil der Riten zur Auslebung des christlichen Glaubens und der Trauerbewältigung.
- Arbeit zitieren
- Fee O'Keeffe (Autor:in), 2017, Josquin de Prez‘ "Nymphes de bois" im Kontext der Trauermotetten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455149