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Die illegitime Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents

Title: Die illegitime Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Karina Boldyreva (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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„Wirtschaft und Gesellschaft“ von Max Weber gilt als ein Monumentalwerk in der deutschen Soziologie. Sein Aufsatz über die Herrschaftstypologie hat seine Aktualität bis heute noch nicht verloren, im Gegenteil, auf seine Ausführungen zum Phänomen „Herrschaft“ greifen die Wissenschaftler vieler Forschungsgebiete, die sich mit menschlichem Handeln zu tun haben. Die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang beziehen sich auf die Entstehung der Herrschaft, deren Legitimation, aber auch deren Vergehen.
Max Webers Aufsatz zur Stadtsoziologie stellt einen wichtigen Versuch dar, die Besonderheiten der Europäischen Entwicklung durch zahlreiche Vergleiche mit der Antike zu erläutern. Außerdem ging es dem Autor darum, die unterschiedlichen Ausprägungen der okzidentalen Stadtgemeinde herauszuarbeiten und deren Legitimierungsprozess als Herrschaftsgewalt aufzuzeigen.
Im Teil 1 werden solche Begriffe erklärt, wie Herrschaft, Legitimität, Stadt. Es wird auf einige Merkmale der Herrschaft eingegangen, die ein besseres Verständnis der „nichtlegitimen“ Herrschaft ermöglichen. Der Begriff „Stadt“ wird dabei im Kontext der Herausbildung der „Gemeinde“ erklärt, auf deren eigenartige Stellung im mittelalterlichen Okzident näher eingegangen wird.
Im zweiten Teil sollen die Formen der Verbände beschrieben werden, die zu unter-schiedlichen Zeitpunkten im Mittelalter in den Städten des Okzidents eine herrschende Stellung in der Stadtentwicklung erlangen konnten.
Das Teil 3 wird dem Problem der Illegitimität gewidmet. Es wird erklärt, auf welche Weise die Illegitimität mit der Herrschaft verbunden sind, wie die illegitime Herrschaft überhaupt zustande kommt und wie der Prozess der „Legitimierung“ abläuft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Definition und Abgrenzung der Begriffe “Herrschaft”, “Legitimität”, “Stadt”

2 Formen der herrschenden Gewalten innerhalb der Gemeinde

2.1. Herrenrecht und dessen Niedergang

2.2. Verbrüderung und Entstehung der Stadtgemeinde

2.3. Die Rolle der Geschlechter

2.4. Durchbrechung der Geschlechterherrschaft durch Popolo

2.5. Entstehung von Signorien

3 Die illegitime Herrschaft der Stadtgemeinde

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht auf Basis von Max Webers Herrschaftstypologie, wie die illegitime Herrschaft in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents entstand und welcher Legitimationsprozess dieser zugrunde lag.

  • Analyse der Begriffe Herrschaft, Legitimität und Stadt im Kontext von Max Weber
  • Untersuchung der Entstehung von Stadtgemeinden durch Eidverbrüderung
  • Darstellung der Konflikte zwischen Geschlechterherrschaft und dem Popolo
  • Erklärung des Übergangs von Usurpation zu traditioneller Legitimierung

Auszug aus dem Buch

2.4. Durchbrechung der Geschlechterherrschaft durch Popolo

Trotz der Tatsache, dass die Honorationen die bereits erwähnte „Geschlechterherrschaft“ in der mittelalterlichen Stadt durchsetzen konnten, doch bildeten die Mehrheit der Stadtgemeinde die von Honorationen abhängigen Bürger – Popolo.

Der Popolo setzte sich aus sehr verschiedenen Elementen zusammen: vor allem aus Unternehmern einerseits, Handwerkern andererseits. Den ersteren schreibt Weber die führende Position im Kampf gegen die ritterlichen Geschlechter. Sie stifteten die Eidverbrüderung der Zünfte gegen die Geschlechter und unterstützten diese Entwicklung durch die Finanzierung, die gewerblichen Zünfte stellten die nötigen Massen für den Kampf.

Andererseits war der italienische Popolo auch eine Art politischer Organschaft: „eine politische Sondergemeinde innerhalb der Kommune, mit eigenen Beamten, eigenen Finanzen und eigener Militärverfassung: im eigentlichsten Wortsinn ein Staat im Staate, der erste ganz bewusst illegitime und revolutionäre politische Verband.“ An der Spitze dieser Sondergeimeinde war capitano del popolo. Er wurde meist jährlich gewählt und besoldet, und von auswärts her berufen und verwaltete die Sondergemeinde mit seinem eigenen Beamtenstab. In seinen Funktionen war es, die Popolanen vor Gericht zu schützen, Beschlüsse der Kommunalbehörden zu beanstanden, Anträge an sie zu richten. Außerdem verfügte er oft über einen direkten Anteil an der Gesetzgebung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Max Webers Herrschaftstypologie und Definition der Forschungsabsicht bezüglich der Legitimierung städtischer Herrschaftsformen.

1 Definition und Abgrenzung der Begriffe “Herrschaft”, “Legitimität”, “Stadt”: Theoretische Herleitung der zentralen Begriffe und Erläuterung der Bedeutung der Stadtgemeinde bei Weber.

2 Formen der herrschenden Gewalten innerhalb der Gemeinde: Beschreibung der verschiedenen historischen Verbände und Machtstrukturen, die in der mittelalterlichen Stadt aufeinandertrafen.

3 Die illegitime Herrschaft der Stadtgemeinde: Synthese der Ergebnisse zur Illegitimität als dynamisches Element der Machtveränderung und zur anschließenden Konsolidierung durch Legitimität.

Schlüsselwörter

Max Weber, Herrschaftstypologie, Stadtgemeinde, Legitimität, Illegitimität, Mittelalter, Okzident, Geschlechterherrschaft, Popolo, Signorie, Eidverbrüderung, Usurpation, Verbandsbildung, städtisches Bürgertum, Stadtsoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Legitimation und Transformation von Herrschaftsverhältnissen in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents, basierend auf soziologischen Ansätzen von Max Weber.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Herrschaft, den Übergang von herrschaftlichen Strukturen zu städtischen Gemeinden, die Rolle von Honoratioren und dem Popolo sowie die Entstehung von Signorien.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Prozess der Legitimierung von Herrschaft in der mittelalterlichen Stadt, insbesondere wie ursprünglich illegitime, durch Usurpation entstandene Machtansprüche langfristig als legitime Herrschaft etabliert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale Begriffe und Typologien aus Max Webers "Wirtschaft und Gesellschaft" auf die historischen Gegebenheiten der mittelalterlichen Stadt anwendet.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Formen herrschender Gewalten, von der Schwächung des Herrenrechts über die Entstehung der Stadtgemeinde bis hin zur Durchbrechung der Geschlechterherrschaft durch das Popolo.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Herrschaftstypologie, Legitimität, städtische Eidverbrüderung (conjuratio), revolutionäre Neuerung und patrimoniale Herrschaft.

Welche Bedeutung hat das "Popolo" in der Argumentation des Autors?

Das Popolo wird als "Staat im Staate" charakterisiert, das durch eine bewusste illegitime und revolutionäre Verbandsbildung die monopolistische Macht der Geschlechterherrschaft erfolgreich angriff.

Wie unterscheidet sich die "Signorie" von anderen städtischen Herrschaftsformen?

Die Signorie stellt eine spezielle Form der illegitimen Herrschaft dar, die durch die Ausweitung von Machtbefugnissen auf Lebenszeit und spätere Erblichkeit den Übergang zu einem patrimonialen Fürstentum einleitete.

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Details

Title
Die illegitime Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents
College
Hamburg University of Ecomomy and Policy
Course
Soziologie: Sozial- und Gesellschaftstheorie 1
Grade
1,0
Author
Karina Boldyreva (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V45469
ISBN (eBook)
9783638428682
Language
German
Tags
Herrschaft Gemeinde Stadt Okzidents Soziologie Sozial- Gesellschaftstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karina Boldyreva (Author), 2005, Die illegitime Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45469
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