„Wirtschaft und Gesellschaft“ von Max Weber gilt als ein Monumentalwerk in der deutschen Soziologie. Sein Aufsatz über die Herrschaftstypologie hat seine Aktualität bis heute noch nicht verloren, im Gegenteil, auf seine Ausführungen zum Phänomen „Herrschaft“ greifen die Wissenschaftler vieler Forschungsgebiete, die sich mit menschlichem Handeln zu tun haben. Die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang beziehen sich auf die Entstehung der Herrschaft, deren Legitimation, aber auch deren Vergehen.
Max Webers Aufsatz zur Stadtsoziologie stellt einen wichtigen Versuch dar, die Besonderheiten der Europäischen Entwicklung durch zahlreiche Vergleiche mit der Antike zu erläutern. Außerdem ging es dem Autor darum, die unterschiedlichen Ausprägungen der okzidentalen Stadtgemeinde herauszuarbeiten und deren Legitimierungsprozess als Herrschaftsgewalt aufzuzeigen.
Im Teil 1 werden solche Begriffe erklärt, wie Herrschaft, Legitimität, Stadt. Es wird auf einige Merkmale der Herrschaft eingegangen, die ein besseres Verständnis der „nichtlegitimen“ Herrschaft ermöglichen. Der Begriff „Stadt“ wird dabei im Kontext der Herausbildung der „Gemeinde“ erklärt, auf deren eigenartige Stellung im mittelalterlichen Okzident näher eingegangen wird.
Im zweiten Teil sollen die Formen der Verbände beschrieben werden, die zu unter-schiedlichen Zeitpunkten im Mittelalter in den Städten des Okzidents eine herrschende Stellung in der Stadtentwicklung erlangen konnten.
Das Teil 3 wird dem Problem der Illegitimität gewidmet. Es wird erklärt, auf welche Weise die Illegitimität mit der Herrschaft verbunden sind, wie die illegitime Herrschaft überhaupt zustande kommt und wie der Prozess der „Legitimierung“ abläuft.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1 Definition und Abgrenzung der Begriffe "Herrschaft", “Legitimität”, “Stadt”
- 2 Formen der herrschenden Gewalten innerhalb der Gemeinde
- 2.1 Herrenrecht und dessen Niedergang
- 2.2 Verbrüderung und Entstehung der Stadtgemeinde
- 2.3 Die Rolle der Geschlechter
- 2.4 Durchbrechung der Geschlechterherrschaft durch Popolo
- 2.5 Entstehung von Signorien
- 3 Die illegitime Herrschaft der Stadtgemeinde
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der illegitimen Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents und analysiert die verschiedenen Formen der herrschenden Gewalten im Kontext der Stadtentwicklung. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie und warum die Gemeinde trotz ihrer nicht-legitimen Machtposition eine prägende Rolle in der mittelalterlichen Stadtgesellschaft einnahm.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe "Herrschaft", "Legitimität" und "Stadt" im Kontext der mittelalterlichen Stadtentwicklung
- Analyse der Formen der herrschenden Gewalten in der mittelalterlichen Stadt, einschließlich Herrenrecht, Verbrüderung und Geschlechterherrschaft
- Die Rolle des Popolo und die Durchbrechung der Geschlechterherrschaft
- Die Entstehung von Signorien und ihre Bedeutung für die Machtverhältnisse in der mittelalterlichen Stadt
- Die Herausforderungen der Legitimierung der Gemeindeherrschaft im Okzident
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der illegitimen Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents ein und erläutert die Relevanz des Themas im Kontext von Max Webers Herrschaftstheorie.
Kapitel 1 definiert und grenzt die zentralen Begriffe „Herrschaft", „Legitimität“ und „Stadt“ ab. Es werden Webers Definitionen und Analysen dieser Begriffe im Kontext der städtischen Entwicklung des Okzidents dargestellt.
Kapitel 2 beleuchtet die verschiedenen Formen der herrschenden Gewalten in der mittelalterlichen Stadt. Es analysiert die historische Entwicklung von Herrenrecht, Verbrüderung, Geschlechterherrschaft und Popolo.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen der Sozial- und Gesellschaftstheorie wie Herrschaft, Legitimität, Stadt, Gemeinde, Herrenrecht, Verbrüderung, Geschlechterherrschaft, Popolo, Signorien und Illegitimität. Sie beleuchtet diese Begriffe im Kontext der mittelalterlichen Stadtgeschichte des Okzidents und analysiert die Herausforderungen der Legitimierung der Gemeindeherrschaft in dieser Epoche.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema dieser soziologischen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die „illegitime Herrschaft“ der Gemeinde in mittelalterlichen Städten basierend auf den Theorien von Max Weber.
Wie definiert Max Weber den Begriff „Herrschaft“?
Herrschaft wird als die Chance verstanden, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden, wobei die Legitimität eine zentrale Rolle spielt.
Warum wird die Herrschaft der Stadtgemeinde als „illegitim“ bezeichnet?
Im Mittelalter entstand die Stadtgemeinde oft durch revolutionäre Akte oder Verbrüderungen, die außerhalb der traditionellen feudalen Rechtsordnung standen.
Was ist die Rolle des „Popolo“ in der Stadtentwicklung?
Der Popolo stellt eine organisierte Bürgerschaft dar, die die Vorherrschaft der adligen Geschlechter durchbrach und eigene politische Machtstrukturen schuf.
Welche Bedeutung haben „Signorien“?
Signorien bezeichnen Einherrschaften in italienischen Städten, die aus den Machtkämpfen innerhalb der Gemeinde hervorgingen und die Stadtentwicklung prägten.
Was unterscheidet die okzidentale Stadt von anderen Stadtformen?
Die Besonderheit liegt in der Herausbildung einer autonomen Gemeinde mit eigenem Recht und einer spezifischen Legitimierung der Herrschaftsgewalt.
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- Karina Boldyreva (Autor), 2005, Die illegitime Herrschaft der Gemeinde in der mittelalterlichen Stadt des Okzidents, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45469