Mit dem Blickwinkel auf verschiedene Indizien für Ungleichheit wird dieser Essay die Auswirkungen der Kolonialzeit in Bezug auf die gegenwärtige Ungleichheit anhand der Ländern Frankreich und Senegal untersuchen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk dieser Arbeit nicht auf der Erforschung globaler Ungleichheiten, sondern vielmehr sollen die nationalen Ungleichverteilungen untersucht und miteinander verglichen werden. Es soll bewiesen werden, dass die Kolonialzeit ein Erbe der Divergenz hinterlassen hat.
Gegenwärtig nimmt der Gini-Koeffizient der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich einen Wert von 32,7 an. Dieser Index beschreibt zu welchem Ausmaß die Einkommensverteilung oder Konsumausgaben von Individuen in einer Volkswirtschaft von einer idealen gleichmäßigen Verteilung abweicht. Ein Wert von nahe Null ist für eine Volkswirtschaft somit optimaler als ein Wert von nahe Hundert. Zum Vergleich beträgt der Gini-Koeffizient des ehemalig kolonialisierten Land Senegal 40,3 und ist damit deutlich höher als der von Frankreich.
Besteht hier ein Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Ungleichheit? Hat der Kolonialismus mit der Implementierung postkolonialer Strukturen eine direkte Auswirkung auf ungleiche Einkommensverteilung in den betroffenen Ländern? Der Gini-Koeffizient liefert dazu empirische Daten, die einen interessanten Sachverhalt aufweisen, welcher eine genaue Untersuchung rechtfertigt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historie Kolonialismus
- Frankreich als Kolonialmacht
- Ungleichheitsmaße
- Gini-Index und Lorenz Kurve
- Palma-Ratio
- Analyse des Kolonisten und des Kolonisierten
- Frankreich
- Senegal
- Indikatoren der Ungleichheit in Abhängigkeit von Kolonialismus
- Bildung
- Korruption
- Ausbeutung & Auslandsverschuldung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Kolonialzeit auf die gegenwärtige Ungleichheit in Frankreich und Senegal. Der Fokus liegt auf der Analyse nationaler Ungleichverteilungen und deren Vergleich. Die Arbeit will belegen, dass die Kolonialzeit ein Erbe der Divergenz hinterlassen hat.
- Analyse der historischen Hintergründe des Kolonialismus und seiner Auswirkungen
- Anwendung von Ungleichheitsmaßen zur Quantifizierung der Ungleichheit in Frankreich und Senegal
- Untersuchung von Indikatoren wie Bildung, Korruption und Ausbeutung im Kontext der Kolonialgeschichte
- Beziehung zwischen den Indikatoren und ihrer Entstehung in der Kolonialzeit
- Bewertung des Einflusses des Kolonialismus auf die strukturelle Ungleichheit in den betrachteten Ländern
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet den historischen Kontext des Kolonialismus und erläutert, wie die militärische Eroberung von Gebieten mit anderer Kultur zu einer Umformung der Gesellschaft und Ausbeutung von Ressourcen führte. Kapitel 3 definiert die relevanten Ungleichheitsmaße, die für die Analyse verwendet werden. In Kapitel 4 werden diese Maße auf Frankreich und Senegal angewendet, um die Einkommensverteilung und Ungleichheit in beiden Ländern zu analysieren. Kapitel 5 untersucht verschiedene Indikatoren der Ungleichheit, wie Bildung, Korruption und Ausbeutung, und deren Entstehung im Kontext der Kolonialzeit.
Schlüsselwörter
Kolonialismus, Ungleichheit, Gini-Index, Lorenz Kurve, Palma-Ratio, Frankreich, Senegal, Bildung, Korruption, Ausbeutung, Auslandsverschuldung, Postkolonialismus, Neokolonialismus, Dekolonisation.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst Kolonialismus die heutige wirtschaftliche Ungleichheit?
Der Kolonialismus hinterließ oft Strukturen der Divergenz und Abhängigkeit, die sich in ungleichen Einkommensverteilungen widerspiegeln.
Was sagt der Gini-Koeffizient über Frankreich und Senegal aus?
Frankreich hat einen Gini-Wert von 32,7 (gleichmäßiger), während der Senegal mit 40,3 eine deutlich höhere Ungleichheit aufweist.
Welche Rolle spielt Korruption als Erbe des Kolonialismus?
Die Arbeit untersucht, wie postkoloniale Machtstrukturen Korruption begünstigen und somit die nationale Ungleichheit verschärfen können.
Warum wird Bildung als Indikator für Ungleichheit betrachtet?
Der ungleiche Zugang zu Bildung, oft verwurzelt in kolonialen Bildungssystemen, zementiert soziale und ökonomische Unterschiede über Generationen.
Was ist die Palma-Ratio?
Ein alternatives Ungleichheitsmaß, das das Einkommensverhältnis der reichsten 10 % zu den ärmsten 40 % einer Bevölkerung vergleicht.
- Citar trabajo
- Selin Dizdar (Autor), 2018, Nachhaltige Ungleichheit durch Kolonialismus?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452768