In der vorliegenden Hausarbeit soll ein Blick auf die Kommunikationsgewohnheiten, die sich mit der Nutzung von Instant Messaging Anwendungen wie beispielsweise WhatsApp einstellen, geworfen werden. Auf welche Weise findet interpersonale
Kommunikation über dieses Medium statt? Inwieweit wird unsere Kommunikation darüber mediatisiert? Um noch einen Schritt weiter zu gehen: Ist WhatsApp als exemplarisches Beispiel für Instant Messaging Anwendungen ein Medium, das uns auf dem Weg zur Sozialisation hilft oder kann entfremdet es die Menschen in ihren privaten Beziehungen voneinander?
Ständige Verfügbarkeit und soziale Vernetzung sind gerade in der heutigen Mediengesellschaft immer wieder häufig Anlass zum Diskurs über mögliche Vorzüge als auch Problematiken, die Smartphones potentiell verbergen.
Zunächst sollen grundlegende Theorien über Mediatisierung, mediatisierte Kommunikation sowie den Menschen als soziales Wesen und seine Gewohnheiten in der interpersonalen Kommunikation betrachtet werden, um diese im Anschluss auf die oben aufgelisteten Fragestellungen anzuwenden. So soll Schritt für Schritt eine Annäherung an die zentrale Disskussionsfrage der vorliegenden Arbeit (Wie beeinflusst WhatsApp unsere interpersonale Kommunikation?) erarbeitet werden, die auch anhand von beispielhaften Kommunikationssituationen in WhatsApp diskutiert werden soll.
Abschließend wird ein zusammenfassendes Fazit Überblick über die im Rahmen der Hausarbeit gewonnenen Erkenntnisse schaffen und ferner ein Ausblick gegeben werden, inwiefern insbesondere WhatsApp unsere interpersonale Kommunikation prägt oder verändert und ob sie mediale Kommunikation Anspruch auf Ersatz des Face-to-Face-Gesprächs erheben kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Vor und hinter dem Bildschirm: Mediatisierungsprozesse kommunikativen Handelns
1.1. Annäherungen an den Mediatisierungsbegriff
1.2. Interpersonale Kommunikation als grundlegendes Bedürfnis des Menschen
1.3. Besonderheiten mediatisierter Kommunikation
2. Kommunikation 2.0: Mit Instant Messaging auf dem besseren Weg zur Sozialisation?
2.1. Instant Messaging und Smartphones als sozialer Trend
2.2. Der App-Favorit "WhatsApp" in seinen medien- und kommunikationswissenschaftlichen Dimensionen
2.2.1. Funktionen von WhatsApp
2.2.2. Besonderheiten der multimedialen Kommunikation über Whatsapp anhand von exemplarischen Beispielen
2.2.3. Betrachtung möglicher Veränderungen interpersonaler Kommunikation durch Anwendungen wie Whatsapp
Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Instant-Messaging-Anwendungen wie WhatsApp auf die interpersonale Kommunikation, um zu klären, inwiefern diese Anwendungen unsere zwischenmenschlichen Beziehungen verändern oder als Ersatz für Face-to-Face-Gespräche dienen können.
- Grundlagen der Mediatisierungstheorie
- Stellenwert der interpersonalen Kommunikation
- Analyse der Nutzungsweisen von WhatsApp bei Jugendlichen
- Multimediale Funktionen und deren kommunikative Auswirkungen
- Kritische Reflexion über "Phubbing" und ständige Verfügbarkeit
Auszug aus dem Buch
1.3. Besonderheiten mediatisierter Kommunikation
Wurde sich in 1.2. der interpersonalen Kommunikation in einem allgemeineren Sinn angenähert, so soll in diesem Abschnitt eine spezifischere Auseinandersetzung mit der Form der mediatisierten Kommunikation geschehen. Im Hinblick auf die Forschungsfrage dieser Arbeit soll weniger von Massenmedien, als von Medien der interpersonalen Kommunikation (z.B. Smartphones) die Rede sein.
Was zeichnet nun also die Kommunikation über Medien im Genaueren aus? Es macht zunächst einmal Sinn, die mediatisierte Kommunikation von der klassischen Face-to-Face-Situation abzugrenzen. In diesem Zusammenhang hat sich Friedrich Krotz im Rahmen seiner Mediatisierungstheorie ganz besonders intensiv mit der mediatisierten Kommunikation zwischen Menschen auseinandergesetzt.
So vertritt er diese These, dass Medienkommunikation eine veränderte Form von Face-to-Face-Kommunikation sei, da "die Menschen in der Kommunikation mit und mittels Medien auf ihre Face-to-Face-Kommunikationserfahrungen zurückgreifen müssen, wobei sie aber wissen, dass es sich bei Medienkommunikation nicht um Face-to-Face-Kommunikation handelt." (Krotz 2007, 86). Medien der Kommunikation würden eine Ausweitung und Modifikation des Grunderüsts von Kommunikation verkörpern (vgl. ebd.). Doch inwiefern in diesem Sinne von einer Modifikation und nicht etwa einer Einschränkung oder gar Verhinderung der Urform der interpersonalen Kommunikation, also des Face-to-Face-Gesprächs, die Rede sein kann, muss im Laufe dieser vorliegenden Arbeit noch geklärt werden.
Krotz zufolge sei beiden Kommunikationsformen gemein, dass es innerhalb der Gesprächssituation zu inneren, reflektivem Verhalten sowohl der eigenen, als auch der Kommunikation des Gegenübers komme, das sich durch das gedankliche Hineinversetzen in die verschiedenen Gesprächsrollen äußere (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vor und hinter dem Bildschirm: Mediatisierungsprozesse kommunikativen Handelns: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen zur Mediatisierung und definiert die Rahmenbedingungen für das Verständnis interpersonaler Kommunikation im digitalen Zeitalter.
2. Kommunikation 2.0: Mit Instant Messaging auf dem besseren Weg zur Sozialisation?: Das Hauptkapitel analysiert das Nutzungsverhalten von Jugendlichen, die spezifischen Funktionen von WhatsApp sowie die Auswirkungen dieser App auf zwischenmenschliche Interaktionsmuster.
Fazit und Ausblick: Hier werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt, um zu bewerten, inwieweit WhatsApp als Ersatz für direkte Face-to-Face-Kommunikation fungieren kann und welche gesellschaftlichen Herausforderungen dabei entstehen.
Schlüsselwörter
Mediatisierung, WhatsApp, Instant Messaging, interpersonale Kommunikation, Face-to-Face-Kommunikation, Smartphone, Medienkonvergenz, soziale Interaktion, Phubbing, Sozialisation, digitale Kommunikation, Kommunikationsverhalten, Symbolischer Interaktionismus, multimediale Kommunikation, ständige Verfügbarkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Mediatisierung der interpersonalen Kommunikation durch mobile Anwendungen, mit einem besonderen Fokus auf WhatsApp.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Mediatisierungstheorie, die Bedeutung zwischenmenschlicher Kommunikation, Trends in der Smartphone-Nutzung sowie die funktionalen Besonderheiten von Instant-Messenger-Apps.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Instant-Messaging-Anwendungen unsere Art zu kommunizieren verändern und ob sie die Qualität von Face-to-Face-Gesprächen ersetzen oder ergänzen können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Analyse herangezogen?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Mediatisierungstheorie sowie einer qualitativen Betrachtung anhand von Nutzungsdaten und Beispielen für die kommunikative Verwendung der App.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die technologischen und sozialen Aspekte von WhatsApp, insbesondere auf Funktionen wie Text-, Bild- und Sprachnachrichten und deren Einfluss auf das soziale Miteinander.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Mediatisierung, Interpersonale Kommunikation, Smartphone, WhatsApp und soziale Interaktion.
Was bedeutet das Phänomen "Phubbing" im Kontext dieser Arbeit?
Phubbing beschreibt die soziale Entfremdung, die entsteht, wenn Personen in einem direkten Gesprächssetting ihre Aufmerksamkeit stattdessen ihrem Smartphone zuwenden.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von "Blauen Häkchen" und der "Zuletzt online"-Anzeige?
Diese Funktionen werden als Werkzeuge diskutiert, die einerseits Synchronität fördern, andererseits jedoch auch einen gewissen sozialen Druck aufbauen, zeitnah auf Nachrichten zu antworten.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2015, Leben in der mediatisierten Welt. Wie mobile Instant-Messaging-Anwendungen wie "WhatsApp" unsere interpersonale Kommunikation verändern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441111