China mit weit über eine Milliarde Menschen verspricht aufgrund des riesigen Marktpotentials hohe Erfolge für mutige Investoren. Vor mehr als 20 Jahren begann in China die Reform- und Öffnungspolitik. Der schrittweise Übergang zu einer immer mehr marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaftsform hat große Wachstumskräfte freigesetzt und heute gehört die Volksrepublik (VR) zu den wachstumsstärksten Märkten überhaupt.
Zu den Schlüsselbranchen zählen der Maschinenbau und die Textilindustrie. Eine zunehmende Zahl von westlichen Unternehmen (Unt.) möchte an der boomenden Wirtschaft in den genannten Branchen partizipieren. Dennoch sollten die Risiken und Probleme nicht unterschätzt und Chancen des chinesischen (chin.) Marktes nicht überschätzt werden.
Im November 2001 wurde in Doha der Beitritt Chinas zur „World Trade Organisation“ (WTO), der am 11.12.2001 wirksam wurde, beschlossen. Damit hat sich die VR zu einer weiten Liberalisierung innerhalb der nächsten fünf Jahre verpflichtet. Es muss ein einheitlicher chin. Binnenmarkt geschaffen werden, bestehende Beschränkungen des Marktzugangs und lokale Monopole abgeschafft werden. Das Investitionsklima wird sich durch den Beitritt verbessern, jedoch müssen die ausländischen (ausländ.) Investoren mit zunehmenden nicht-tarifären Handelshemmnissen rechnen. Dennoch verspricht der chin. Markt hervorragende Geschäfte.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Direktinvestitionen (DI) in der VR China und deren Einfluss auf die chin. Wirtschaft zu analysieren und anschließend die Auswirkungen des WTO-Beitritts abzuleiten.
Als erstes sollen hierzu die Institution der WTO, ihre Ziele und Grundsätze aufgezeigt werden. Danach folgt eine kurze Darstellung der chin. Beitrittsbemühungen und der WTO-Forderungen vom Bundesverband der deutschen Wirtschaft (BDI).
Im nächsten Abschnitt soll der Begriff der DI erläutert werden, um das Thema von anderen Formen der möglichen Investitionen abzugrenzen und um die Motive von Investoren und allgemein bestehende Risiken dieser Art darzustellen. Es werden die DI in China und deren Einfluss auf die chin. Wirtschaft analysiert. Darauf folgen die Hauptdeterminanten der DI in China und die Bedeutung des chin. Marktes für die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Anschließend werden sowohl der wirtschaftliche Nutzen des Beitritts für die VR und die WTO, als auch die Auswirkungen auf bestimmte Branchen und die DI erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 World Trade Organisation (WTO)
2.1 Institution der WTO, Grundsätze und Ziele
2.2 Der WTO-Beitritt der Volksrepublik China und Beitrittsforderungen des BDI
3 Direktinvestitionen in China
3.1 Begriff und Abgrenzung
3.2 DI in China und deren Einfluss auf die chinesische Wirtschaft
3.3 Hauptdeterminanten der FDIs in China
3.4 Bedeutung des chinesisches Marktes für die deutsche Wirtschaft
4 Auswirkungen des WTO-Beitritts
4.1 Wirtschaftlicher Nutzen des Beitritts für China und die WTO
4.2 Branchenspezifische Auswirkungen in China
4.3 Einfluss des WTO-Beitritts auf die FDIs
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen des Beitritts der Volksrepublik China zur Welthandelsorganisation (WTO) auf die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen. Ziel ist es, die Entwicklung der Direktinvestitionen (DI) in China zu untersuchen und abzuleiten, wie sich die neuen Rahmenbedingungen durch den WTO-Beitritt auf das Investitionsklima, die Wirtschaftsstruktur sowie die spezifischen Branchenergebnisse auswirken.
- Grundlagen der World Trade Organisation und Beitrittsvoraussetzungen für China
- Struktur, Determinanten und Einfluss von Direktinvestitionen auf die chinesische Wirtschaft
- Wirtschaftlicher Nutzen des WTO-Beitritts für China und internationale Handelspartner
- Analyse branchenspezifischer Auswirkungen, insbesondere auf den Automobil- und Textilsektor
- Bedeutung des chinesischen Marktes für deutsche Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.3 Hauptdeterminanten der FDIs in China
Die Literatur unterscheidet zw. zwei Arten von DI. Für die marktorientierten DI spielt die Größe und das Wachstum des Gastlandes eine große Rolle. Die exportorientierten DI sehen die Kosten als Wettbewerbsfaktor. Einige Faktoren haben beide DI-Formen gemeinsam.
Ziel der marktorientierten DI ist es NL zu gründen, die den lokalen Markt mit Produkten und DL beliefern. Abgesehen von den traditionellen Gründen, wie Umgehen von Handelsbarrieren, Marktgröße, Aussichten auf Marktwachstum und Entwicklungsgrad des Gastlandes, sind für diese Form der DI vor allem die lokalen Faktoren von Wichtigkeit. Generell könnte man sagen, dass ein Gastland, das über einen großen Markt, schnelles Marktwachstum und hohen ökonomischen (ökonom.) Entwicklungsgrad verfügt, bessere Chancen hat und mehr FDIs anzieht. Auch für die exportorientierten FDIs spielt die Marktgröße eine wichtige Rolle, da mit einem größeren Markt höhere economies of scale und spillovers verbunden sind.
Die bemerkenswerte ökonom. Entwicklung Chinas, der riesige Markt mit mehr als einer Milliarde Menschen und das hohe Konsumpotential, haben die VR als Standort für marktorientierte DI attraktiv gemacht. Begehrenswert sind die Bereiche chemische Industrie, Getränke, elektronische Haushaltsgeräte, Automobilbranche, Elektronik und Pharmazeutik.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des chinesischen Marktes ein und definiert das Ziel, die Auswirkungen des WTO-Beitritts auf Direktinvestitionen zu analysieren.
2 World Trade Organisation (WTO): Das Kapitel erläutert die Grundsätze der WTO und stellt den historischen Beitrittsprozess der Volksrepublik China sowie die Forderungen des BDI dar.
3 Direktinvestitionen in China: Hier werden Begriffe definiert, der Einfluss von Investitionen auf die lokale Wirtschaft beleuchtet, Determinanten analysiert und die Relevanz Chinas für die deutsche Wirtschaft hervorgehoben.
4 Auswirkungen des WTO-Beitritts: Dieses Kapitel behandelt den wirtschaftlichen Nutzen des Beitritts, untersucht branchenspezifische Konsequenzen und analysiert die Auswirkungen auf das zukünftige Investitionsumfeld.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zu erwartenden Strukturveränderungen zusammen und bewertet die Chancen für ausländische Investoren durch den WTO-Beitritt Chinas.
Schlüsselwörter
China, WTO-Beitritt, Direktinvestitionen, FDI, Außenhandel, Investitionsklima, Wirtschaftsreform, Marktzugang, Welthandelsorganisation, Automobilindustrie, Textilindustrie, Liberalisierung, deutsche Wirtschaft, Standortfaktoren, Exportchancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Öffnung Chinas durch den WTO-Beitritt und untersucht, wie sich dieser Schritt auf die Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen im Land auswirkt.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Institution WTO, der Prozess der Direktinvestitionen (DI), die Determinanten für ausländisches Kapital und die spezifischen Auswirkungen der Marktliberalisierung auf diverse Industriebranchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss des WTO-Beitritts auf das chinesische Investitionsumfeld zu analysieren und zu bewerten, inwiefern dies zu einer Veränderung der Investitionstätigkeit führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturquellen, wirtschaftlichen Daten und Positionspapieren basiert, um die Implikationen des WTO-Beitritts auf Basis wirtschaftswissenschaftlicher Theorien abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der WTO, die theoretische und empirische Analyse von Direktinvestitionen in China sowie die Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen des WTO-Beitritts für China und seine Handelspartner.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind China, WTO-Beitritt, Direktinvestitionen (FDI), Liberalisierung, Investitionsklima, Handelsbarrieren und Wirtschaftsentwicklung.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der deutschen Wirtschaft in China?
Die Arbeit stellt Deutschland als einen der bedeutendsten Handelspartner Chinas dar und betont, dass deutsche Unternehmen besonders durch Großprojekte und Investitionen in Sektoren wie Verkehr und Chemie stark präsent sind.
Was sind laut der Arbeit die größten Risiken des Beitritts?
Als größte Risiken nennt die Arbeit einen potenziellen Anstieg der Arbeitslosigkeit durch den Reformdruck auf ineffiziente Staatsunternehmen sowie die Herausforderung, soziale Instabilitäten während der Umstrukturierung zu vermeiden.
- Citar trabajo
- Petra Sedlackova (Autor), 2002, Auswirkungen des WTO-Beitritts Chinas auf die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen in China, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4375