In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff der ,,Dichotomie" (Spaltung) und der ,,Schwarzweißmalerei" anhand diverser figuraler, struktureller (räumlicher), ideologischer und emotionaler Oppositionen im Werk definiert, um anschließend der Frage nachzugehen, inwiefern die fiktive Spaltung im Roman einer realen Spaltung der spanischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts entspricht.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Stadt-Land-Schwarzweißmalerei: Madrid versus Orbajosa/Villahorrenda
- 1.1. Infrastruktur und Wirtschaft in Villahorrenda
- 1.2. Ortsnamen als Spiegelbild der Wirklichkeit
- 1.3. Pepe Rey und die Desillusionierung des ländlichen Raumes
- 2. Religiöse Schwarzweißmalerei: Katholizismus versus Atheismus
- 3. Moralische Schwarzweißmalerei: Gerechtigkeit versus Anarchie
- 4. Emotionale Schwarzweißmalerei: Ratio versus Emotio
- 5. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Darstellung des Schwarzweißmalerei-Motivs in Benito Pérez Galdós' Roman „Doña Perfecta“. Die Arbeit untersucht, wie Galdós die Gegensätze zwischen Stadt und Land, Katholizismus und Atheismus, Moral und Anarchie sowie Vernunft und Gefühl in der Romanhandlung darstellt.
- Die symbolische Darstellung des Schwarzweißmalerei-Motivs im Roman
- Die Darstellung der Opposition zwischen Madrid und Orbajosa/Villahorrenda
- Die Rolle der Religion und des Atheismus in der Romanhandlung
- Die Konfrontation von Moral und Anarchie in der Gesellschaft von Orbajosa
- Der Konflikt zwischen Vernunft und Gefühl in den Figuren Pepe Rey und Doña Perfecta
Zusammenfassung der Kapitel
1. Stadt-Land-Schwarzweißmalerei: Madrid versus Orbajosa/Villahorrenda
Das erste Kapitel stellt die beiden zentralen Schauplätze des Romans, Madrid und Orbajosa/Villahorrenda, vor und verdeutlicht den Kontrast zwischen dem modernen und liberalen Madrid und dem rückständigen und konservativen Orbajosa. Die Beschreibung der Infrastruktur und des Alltagslebens in Villahorrenda verdeutlicht die Armut und den Mangel an Fortschritt. Die „telling names“ der Ortsnamen, die von Pepe Rey ironisch kommentiert werden, verdeutlichen die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
2. Religiöse Schwarzweißmalerei: Katholizismus versus Atheismus
Dieses Kapitel beleuchtet den Konflikt zwischen dem Katholizismus und dem Atheismus, der durch die Figuren von Don Innocencio und Pepe Rey repräsentiert wird. Der Beichtvater, Don Innocencio, steht für die Tradition und die moralischen Werte der Kirche, während Pepe Rey den rationalen und empirischen Ansatz der Wissenschaft vertritt. Die Darstellung des Konflikts zwischen Religion und Wissenschaft erfolgt in Form einer dialektischen Konstruktion, die die Unvereinbarkeit der beiden Positionen unterstreicht.
Schlüsselwörter
Schwarzweißmalerei, „Doña Perfecta”, Benito Pérez Galdós, Madrid, Orbajosa, Villahorrenda, Katholizismus, Atheismus, Liberalismus, Konservatismus, Moderne, Tradition, Stadt, Land, Pepe Rey, Doña Perfecta, Don Innocencio
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Schwarzweißmalerei“ im Roman „Doña Perfecta“?
Es bezeichnet die extreme Gegenüberstellung von gegensätzlichen Werten, Charakteren und Orten, um die tiefen Gräben in der spanischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts zu verdeutlichen.
Welcher Kontrast besteht zwischen Madrid und Orbajosa?
Madrid repräsentiert das moderne, liberale und wissenschaftlich orientierte Zentrum, während Orbajosa (und Villahorrenda) für Rückständigkeit, religiösen Konservatismus und wirtschaftlichen Stillstand stehen.
Welche Figuren verkörpern den religiösen Konflikt?
Pepe Rey steht für den rationalen Atheismus bzw. wissenschaftlichen Fortschritt, während der Beichtvater Don Inocencio den dogmatischen Katholizismus und die traditionellen Werte verteidigt.
Was verraten die Ortsnamen im Roman?
Galdós nutzt „telling names“ wie Villahorrenda (schreckliches Dorf), um ironisch die Diskrepanz zwischen der behaupteten Idylle des Landlebens und der harten Realität aufzuzeigen.
Wie wird der Gegensatz von Ratio und Emotio dargestellt?
Die Arbeit analysiert diesen Konflikt besonders anhand der Figuren Pepe Rey und Doña Perfecta, wobei wissenschaftliche Vernunft auf fanatische, emotional gesteuerte Überzeugungen trifft.
Entspricht die fiktive Spaltung im Roman der historischen Realität?
Ja, die Arbeit untersucht, inwiefern die dichotome Darstellung im Werk die tatsächlichen politischen und sozialen Spannungen im Spanien des 19. Jahrhunderts widerspiegelt.
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- Christoph Ervens (Author), 2015, Schwarzweißmalerei in "Doña Perfecta", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436764