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Globalisierung und ihre möglichen Auswirkungen auf kulturelle Identität

Title: Globalisierung und ihre möglichen Auswirkungen auf kulturelle Identität

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Karena Friedrich (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Vor über 30 Jahren erklärte der Kommunikationswissenschaftler Marshall McLuhan die über Massenmedien vernetzte Welt zum "global village". In diesem globalen Dorf, Metapher für eine zusammenrückende Weltgemeinschaft, bleibe keine individuelle Handlung ohne Auswirkungen auf andere Weltbewohner. Jeder sei von den Entscheidungen der Anderen mit betroffen (McLuhan 1993). Er schuf damit eine Bezeichnung für eine Vermehrung und Verdichtung der globalen Beziehungen zu einer Zeit, als der heute allgegenwärtige Begriff Globalisierung auch Jahre später noch in keinem Lexikon zu finden war. So wie das global village für die Massenkommunikation, so steht der Begriff Globalisierung für die Vermehrung und Verflechtung ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Interaktionen von nationalen Gesellschaften über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg (vgl. Nohlen 2001).
Der Begriff Globalisierung gehört heute wohl zu den meistzitiertesten Begriffen in öffentlichen Diskussionen, ohne dass bisher eine allgemeingültige Definition dabei herausgekommen wäre. Dies ist nicht unbedingt verwunderlich angesichts der relativ kurzen Zeit seit Aufkommen des Begriffes Anfang der neunziger Jahre. Zudem ist es schwer, mit einem Begriff weitreichende ökonomische und gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen unserer Zeit zusammenfassend zu erklären. In der vorliegenden Arbeit soll daher zunächst eine Einführung in verschiedene Bereiche von Globalisierung erfolgen, um dann im Folgenden tiefer einzugehen auf einen gesellschaftlichen Aspekt im Wirkungsfeld der Globalisierung, dessen Auswirkungen im direkten Erlebnisbereich eines jeden liegen: Kultur und Identität im allgemeinen und kulturelle Identität im speziellen sollen, nach einer begrifflichen Erklärung, betrachtet werden im Hinblick auf die Frage, ob und wie Globalisierung dort zu spüren ist. Diesen Überlegungen folgend wird die Frage aufgeworfen, inwieweit die Angst begründet ist, dass kulturelle Globalisierung gleichbedeutend ist mit (kultureller) Amerikanisierung? Im Resümee gibt die Autorin eine persönliche Einschätzung der vorangegangenen Überlegungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Ökonomische Globalisierung

2.2 Politische Globalisierung

2.3 Informatorische Globalisierung

2.5 Kulturelle Globalisierung

3. Kulturelle Identität im Wandel

3.1 Kultur

3.2 Identität

3.2.1 Stuart Hall: das Subjekt der Aufklärung, das soziologische und das postmoderne Subjekt

3.3. Kulturelle Identität

4. Auswirkungen kultureller Globalisierung auf die kulturelle Identität

4.1 Zerstreuung (Hall)

4.2 Homogenisierung

4.3 Hybridisierung und Glokalisierung

5. Kulturelle Globalisierung gleich Amerikanisierung?

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Auswirkungen der Globalisierung, wobei der Fokus auf dem Bereich der kulturellen Identität liegt. Es wird der Frage nachgegangen, ob kulturelle Globalisierung zwangsläufig zu einer Homogenisierung führt oder ob durch Prozesse der Hybridisierung neue Identitätsformen entstehen, und inwieweit die Sorge vor einer "Amerikanisierung" berechtigt ist.

  • Dimensionen der Globalisierung (ökonomisch, politisch, informatorisch, kulturell)
  • Theoretische Konzepte von Kultur und Identität
  • Auswirkungen der Globalisierung auf individuelle und kollektive Identitäten
  • Phänomene wie McDonaldisierung, Hybridisierung und Glokalisierung
  • Kritische Reflexion des Begriffs der Amerikanisierung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Stuart Hall: das Subjekt der Aufklärung, das soziologische und das postmoderne Subjekt

Hall „sympathisiert“ mit der Ansicht, dass moderne Identitäten „dezentriert, zerstreut und fragmentiert seien – Folge einer sich wandelnden sozialen und kulturellen Welt, die den Individuen ihre „kulturelle Landschaft von Klasse, Geschlecht, Sexualität, Ethnizität, ´Rasse` und Nationalität“ und damit auch ihre persönliche Identität fragmentiere (Hall 1999: 393). Wie es zu verschiedenen Definitionen und schlussendlich einer Dezentrierung gekommen ist, veranschaulicht Hall anhand von drei Konzepten der Identität.

Das Subjekt der Aufklärung sah den Menschen als zentriertes und vereinheitliches Individuum, das mit Vernunft, Handlungsfähigkeit und Bewusstsein versehen war. Das Subjekt, der Mensch habe von Geburt an ein „Zentrum“, den sogenannten inneren Kern, der sich im Laufe des Lebens verändern könne, aber im wesentlichen immer der gleiche bliebe und damit die Identität des Individuums auszeichne (1999: 395). Vor dieser Entwicklung wurde Identität als gottgegeben betrachtet, die Sichtweise eines „souveränen Individuums“ existierte in dieser Form nicht. Erst durch Reformation und Protestantismus konnte sich das Individuum von religiösen Institutionen lösen und selbst in den Mittelpunkt der Betrachtung gelangen.

Nach René Descartes (1596-1650) stehe das Individuum im „Zentrum des Geistes“, gegründet auf seiner Fähigkeit zur Vernunft und zum Denken. Ganz nach der Devise Descartes´ „Cogito, ergo sum – Ich denke, also bin ich“ (vgl. Hall 1999: 403) steht seitdem im Zentrum dieser Identitätskonstruktion das „rationale, reflektierende und bewusste Subjekt“, auch als „cartesianisches“ Subjekt bezeichnet.

Das soziologische Subjekt gründete in der Annahme, dass der innere Kern des Subjekts nicht mehr autonom war, sondern durch „signifikante Andere“ und durch diese Anderen vermittelte Symbole, Werte und Bedeutungen geformt würde (Hall 1999: 395). Das Subjekt behielt zwar seinen „inneren Kern“, war aber durch die zahlreichen Einwirkungen von außen sehr veränderbar. Ausgangspunkt dieser Annahme war die zunehmende Komplexität der modernen Welt, in der das Subjekt in der Interaktion mit und abhängig von der Gesellschaft seine Identität bilde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Globalisierung ein, definiert den Begriff und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss der Globalisierung auf Kultur und Identität.

2.1 Ökonomische Globalisierung: Dieses Kapitel behandelt die weltweite Vernetzung der Märkte, die Rolle transnationaler Unternehmen und die kontroversen Auswirkungen auf Arbeitnehmer und nationale Ökonomien.

2.2 Politische Globalisierung: Hier wird die vermeintliche Machtlosigkeit von Nationalstaaten gegenüber den globalen Marktkräften sowie die Notwendigkeit und Möglichkeiten politischer Kontrolle diskutiert.

2.3 Informatorische Globalisierung: Dieses Kapitel analysiert, wie moderne Kommunikationsmedien und das Internet die zeitliche und räumliche Entgrenzung vorantreiben und globale Beziehungen verdichten.

2.5 Kulturelle Globalisierung: Es werden die verschiedenen Sichtweisen auf kulturelle Globalisierung beleuchtet, von der pessimistischen Befürchtung der Amerikanisierung bis hin zu differenzierteren Ansätzen der kulturellen Aneignung.

3. Kulturelle Identität im Wandel: Das Kapitel bietet eine theoretische Begriffsbestimmung von Kultur und Identität, insbesondere unter Einbeziehung der Identitätskonzepte von Stuart Hall.

3.1 Kultur: Dieser Abschnitt definiert Kultur als vom Menschen geschaffenes, soziales Gebilde, das Werte und Verhaltensmuster umfasst, die den Menschen in seinem Sozialisationsprozess prägen.

3.2 Identität: Hier wird Identität als ein nicht abgeschlossenes, sondern permanentes Entwicklungs- und Anpassungselement des Individuums im Spannungsfeld zwischen innen und außen beschrieben.

3.2.1 Stuart Hall: das Subjekt der Aufklärung, das soziologische und das postmoderne Subjekt: Dieses Kapitel erläutert drei zentrale historische Konzepte des Subjekts und leitet zur modernen Erkenntnis der Dezentrierung über.

3.3. Kulturelle Identität: Dieser Teil betrachtet kulturelle Identität als Ergebnis eines interaktiven Abstimmungsprozesses zwischen Selbstbild und Außenwahrnehmung innerhalb einer Gesellschaft oder Gruppe.

4. Auswirkungen kultureller Globalisierung auf die kulturelle Identität: Es werden konkrete Effekte wie Zerstreuung, Homogenisierung und Hybridisierung in Bezug auf kulturelle Identitäten untersucht.

4.1 Zerstreuung (Hall): Das Kapitel diskutiert, wie die globalisierungsbedingte Raum-Zeit-Verdichtung bestehende Identitätskonstruktionen und deren Repräsentationssysteme herausfordert.

4.2 Homogenisierung: Hier steht die Sorge vor einer kulturellen Gleichschaltung durch eine dominante Kultur, oft als "McDonaldisierung" bezeichnet, im Mittelpunkt.

4.3 Hybridisierung und Glokalisierung: Dieser Abschnitt thematisiert die positive Vermischung von Kulturen und die Suche nach lokalen Identitäten als Gegenbewegung zur globalen Nivellierung.

5. Kulturelle Globalisierung gleich Amerikanisierung?: Die Arbeit hinterfragt, ob die globale Verbreitung amerikanischer Konsumgüter automatisch mit einer inhaltlichen Amerikanisierung gleichzusetzen ist.

6. Resümee: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch ihre eigene Wahrnehmung kultureller Globalisierung im Alltag.

Schlüsselwörter

Globalisierung, kulturelle Identität, Kultur, Identität, Amerikanisierung, McDonaldisierung, Hybridisierung, Glokalisierung, Nationalstaat, Stuart Hall, transnationale Konzerne, Weltgemeinschaft, Postmoderne, Sozialisation, Global Village

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den gesellschaftlichen Konsequenzen der Globalisierung, wobei der Schwerpunkt auf den Auswirkungen dieser Prozesse auf die kulturelle Identität von Individuen und Gesellschaften liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ökonomische, politische und informatorische Globalisierung, theoretische Konzepte von Identität sowie die kulturellen Auswirkungen wie Homogenisierung versus Hybridisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, wie Globalisierung kulturelle Identität beeinflusst und ob die verbreitete Angst vor einer kulturellen Amerikanisierung berechtigt ist oder ob lokale Identitäten kreativ mit globalen Einflüssen umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf soziologischen und kulturwissenschaftlichen Konzepten basiert, insbesondere unter Bezugnahme auf Stuart Hall, Anthony Giddens und Ulrich Beck.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Dimensionen der Globalisierung definiert, danach werden theoretische Grundlagen zu Kultur und Identität erörtert, um anschließend die Auswirkungen kultureller Globalisierung (Zerstreuung, Homogenisierung, Hybridisierung) zu diskutieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie kulturelle Identität, Globalisierung, Amerikanisierung, McDonaldisierung, Hybridisierung und Glokalisierung charakterisiert.

Welche Bedeutung haben "signifikante Andere" für die Identität?

Nach dem soziologischen Subjekt-Konzept sind "signifikante Andere" konkrete Personen (z.B. Eltern, Lehrer), durch deren Interaktion, Symbole und Werte das Individuum seine Identität formt.

Was ist der Kern des "postmodernen Subjekts" nach Stuart Hall?

Das postmoderne Subjekt besitzt keine festgelegte Identität mehr; es ist fragmentiert und "dezentriert", da es sich in einer Welt verschiedener kultureller Systeme zwischen widersprüchlichen Identitäten bewegen muss.

Wie unterscheidet sich "Glokalisierung" von "Homogenisierung"?

Während Homogenisierung eine Angleichung an ein dominantes (oft amerikanisches) Muster beschreibt, bezeichnet Glokalisierung die selektive Aneignung globaler Einflüsse bei gleichzeitiger Rückbesinnung auf lokale oder regionale Traditionen.

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Details

Title
Globalisierung und ihre möglichen Auswirkungen auf kulturelle Identität
College
University of Augsburg
Course
Hauptseminar "Gesellschaftliche Konsequenzen der Globalisierung"
Grade
1,7
Author
Karena Friedrich (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V43670
ISBN (eBook)
9783638414166
Language
German
Tags
Globalisierung Auswirkungen Identität Hauptseminar Gesellschaftliche Konsequenzen Globalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karena Friedrich (Author), 2004, Globalisierung und ihre möglichen Auswirkungen auf kulturelle Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43670
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