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Lernorte außerhalb des Klassenzimmers oder Medien?

Title: Lernorte außerhalb des Klassenzimmers oder Medien?

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Franziska Reichel (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Erkenntnistheoretische Aspekt (Konstruktivismus)

Der Begriff ‚Konstruktion′ wird vom lateinischen ‚constructa′ abgeleitet und bedeutet ‚gedanklicher Entwurf′, ‚Plan′, ‚Entwicklung′.
Konstruktivisten behaupten, es gibt keine allgemein endgültige Wahrheit bzw. Wirklichkeit. Jeder konstruiert seine Eigene. Das heißt, das Lernen des Schülers ist ein eigenständiger Konstruktionsprozess. Hiller und Popp unterscheiden eine Wirklichkeit erster Ordnung von einer Wirklichkeit zweiter Ordnung.
Unter Wirklichkeit erster Ordnung verstehen wir die Wirklichkeit, die objektiv feststell- und nachprüfbar ist (Tatsachen). Zum Beispiel: Im Supermarkt gibt es Sonderangebote.
Unter Wirklichkeit zweiter Ordnung verstehen wir die Wirklichkeit, die wir konstruieren, die andere aber auch ganze anders konstruieren können. Es ist die Wirklichkeit der Deutungen und subjektiven Bedeutungen. Zum Beispiel: Der Supermarkt als Einkaufsfalle.

Um den Begriff eines Gegenstandes wirklich zu verstehen, muss der Sinn des Gegenstandes erfasst worden sein. "Anschauen ist eine Tätigkeit". Um etwas wahrzunehmen, muss man etwas wissen und Fragen haben, sonst bleibt der Sinneskontakt oberflächlich und ohne wirklichen Erkenntnisgewinn. Das heißt, Sehen hängt vom Vorwissen des Betrachters ab.
1.) Wenn der Lehrer dem Schüler etwas vor die Augen stellt, sollte er das Vorwissen der Kinder prüfen, überlegen, welche Informationen vorab nötig sind. Schüler haben unterschiedliches Vorwissen und deshalb nehmen sie auch unterschiedlich wahr.
2.) Aus diesem Grund ist es wichtig, vorab einen persönlichen Bezug zum betrachteten Gegenstand aufzubauen. Man muss den Kindern ein Motiv liefern, sich mit etwas anschaulich auseinanderzusetzen.
Anschauen ist also ein aktiver Vorgang. Dies erfordert Anstrengung (genaues Hinsehen, Fragen stellen, Antworten finden). Kinder brauchen Motivation, Interesse, Neugier und Anstrengungsbereitschaft.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Erkenntnistheoretische Aspekt (Konstruktivismus)

2. Lernorte außerhalb des Klassenzimmers

2.1. Der Lehrplan für die Grundschule in Bayern 2000

2.2. Lernorte und Lernstandorte

2.3. Lernorte – Wozu?

2.3.1. Aus reformpädagogischer Sicht

2.3.2. Aus heutiger schulpädagogischer Sicht

2.4. Durchführung eines Unterrichtsganges

2.4.1. Lernorte – Wann?

2.4.2. Der methodische Dreischritt

3. Medien

3.1. Was sind Medien?

3.2. Ziele eines Medieneinsatzes

3.3. Funktionen der Medien

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Lernorten außerhalb des Klassenzimmers sowie den gezielten Medieneinsatz im Grundschulunterricht, um ein ganzheitliches, konstruktivistisches Lernen zu ermöglichen.

  • Konstruktivistische Lerntheorie und deren Anwendung im Unterricht
  • Reformpädagogische Ansätze und deren Relevanz für den Sachunterricht
  • Methodik der Durchführung von Unterrichtsgängen (der methodische Dreischritt)
  • Didaktische Funktionen und Zielsetzungen des Medieneinsatzes

Auszug aus dem Buch

2.4.2. Der methodische Dreischritt

Um einen höchstmöglichen Lernerfolg zu erzielen, müssen Lernaktivitäten innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers so miteinander verknüpft sein, dass sie sich gegenseitig ergänzen und stützen. Das erfordert eine gut geplante Durchführung, die wir anhand von drei Schritten darstellen möchten.

Vorbereiten auf das Lernen „vor Ort“ In dieser Phase müssen organisatorische Entscheidungen getroffen werden. Hierzu gehört die Auswahl des Lernorts, die rechtzeitige Einholung der Zustimmung der Schulleitung u.a.. Der zeitintensivste Bereich ist die didaktisch-methodische Vorbereitung, in der die Ermittlung der Vorerfahrungen und Vorstellungen der Schüler erfolgt. Dies erfolgt am besten im freien Unterrichtsgespräch. Des weiteren dient diese Phase dem Schüler der Einstimmung auf das Thema und dem Aufbau von Erwartungen. In den meisten Fällen haben die Kinder bereits ein eigenes, meist lücken- oder sogar fehlerhaftes Bild von einem Thema. Durch das Sammeln von Informationsmaterial aus verschiedenen Quellen z.B. Texten, Bildern, mündlichen Berichten u.a., ist der Schüler aufgefordert, die neu erworbenen Kenntnisse den alten hinzuzufügen bzw. letztere zu revidieren. Um die Begegnung vor Ort so effektiv wie möglich zu gestalten, ist es sinnvoll, die Schüler Fragen ausarbeiten zu lassen, die beispielsweise auf Karteikarten notiert werden. Zur Einstimmung auf einen Unterrichtsgang können auch Filme eingesetzt werden, die aber nicht als Ersatz der originalen Begegnung zu sehen sind. Schwerpunkte der Vorbereitungsphase sind also:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erkenntnistheoretische Aspekt (Konstruktivismus): Dieses Kapitel erläutert den konstruktivistischen Lernbegriff, bei dem Schüler ihr eigenes Wissen durch aktive Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit konstruieren.

2. Lernorte außerhalb des Klassenzimmers: Hier werden die pädagogische Begründung und die praktische Bedeutung außerschulischer Lernorte für einen handlungsorientierten und lebensnahen Unterricht thematisiert.

3. Medien: Das Kapitel definiert den Medienbegriff und analysiert, wie Medien gezielt zur Stoffpräsentation, didaktischen Steuerung und Lernzielkontrolle eingesetzt werden können.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Lernorte, Grundschule, Sachunterricht, Unterrichtsgang, Reformpädagogik, Medieneinsatz, Handlungsorientierung, Lernen, Didaktik, Wirklichkeit erster Ordnung, Wirklichkeit zweiter Ordnung, Selbsttätigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die didaktischen Potenziale von Lernorten außerhalb des Klassenzimmers und die unterstützende Funktion von Medien, um den Sachunterricht in der Grundschule lebendig und erfahrungsbasiert zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind konstruktivistische Erkenntnistheorie, reformpädagogische Ansätze für außerschulisches Lernen, die methodische Planung von Unterrichtsgängen sowie Funktionen von Medien im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lehrer durch die Verknüpfung von realen Lernorten und didaktisch reflektiertem Medieneinsatz das Interesse und die aktive Auseinandersetzung der Schüler mit Lerngegenständen fördern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literaturanalyse basiert, um didaktische Prinzipien für den Grundschulunterricht herzuleiten und zu begründen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Konstruktivismus, die Begründung für das Lernen an außerschulischen Orten (einschließlich Planungskriterien) und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rolle von Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Konstruktivismus, Lernorte, Sachunterricht, Unterrichtsgang und Medieneinsatz.

Was unterscheidet Lernorte von Lernstandorten?

Lernorte sind Orte, die nicht primär für schulische Zwecke konzipiert wurden (z.B. Betriebe, Natur), während Lernstandorte gezielt für didaktische Erkundungsprozesse eingerichtet wurden (z.B. Museen, botanische Gärten).

Warum ist eine Vor- und Nachbereitung bei Unterrichtsgängen essenziell?

Ohne Vorbereitung fehlt der Bezugsrahmen für das Erlebte, und ohne Nachbereitung sowie Reflexion können Schüler ihre Primärerfahrungen nicht in Wissen transformieren und keine kritische Distanz zum Erfahrenen aufbauen.

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Details

Title
Lernorte außerhalb des Klassenzimmers oder Medien?
College
University of Bamberg  (Fachbereich Pädagogik)
Course
Sachunterricht
Grade
1,3
Author
Franziska Reichel (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V4248
ISBN (eBook)
9783638126311
Language
German
Tags
Lernorte Klassenzimmers Medien Sachunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Reichel (Author), 2002, Lernorte außerhalb des Klassenzimmers oder Medien?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4248
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