Ein Interview aus DIE ZEIT vom 03.03.2011 dient als Grundlage für diese Analyse. Ein Reporter der Zeitung, Marian Blasberg, besuchte dafür Roberto Yáñez Betancourt y Honecker, einen Enkel E. Honeckers, in Chile. Die Inhalte des Interviews handeln von seiner Vergangenheit in DDR bis zu seinem gegenwärtigen Leben in Chile. Im Fokus stehen immer wieder die Folgen der Vergangenheit. R. Yáñez sagt im Interview, dass bei ihm ein Posttraumatisches Belastungssyndrom diagnostiziert wurde. Diese Diagnose ist Ausgangspunkt für die Entwicklung der Forschungsfragen. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass R. Yáñez nur deshalb interviewt wird, weil er der Enkel von E. Honecker ist. Daher wird auch die Beziehung zueinander betrachtet.
Folgende Forschungsfragen sollen im Laufe dieser Arbeit beantwortet werden:
• Was erinnert Herr Yáñez aus der Vergangenheit in der DDR?
• Welches sind die Risikofaktoren von Herrn Yáñez für eine Traumafolgestörung?
• Welches sind die Schutzfaktoren von Herrn Yáñez um einer Traumafolgestörung entgegen zu wirken?
• Welche Traumafolgen/ Symptome sind erkennbar?
• Was hat aktuell Bedeutung für Herrn Yáñez?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theorie
- Biografie über Roberto Yáñez Betancourt y Honecker
- Das Posttraumatische Belastungssyndrom
- Definitionen
- Surrealismus
- Rebell
- Methode
- Ablauf der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse
- Entwicklung der Kategorien
- Inhaltsanalytische Auswertung
- Hauptkategorie 'Erinnerungen/ mögliche Faktoren für eine Traumafolgestörung`
- Hauptkategorie 'Anzeichen der PTBS
- Hauptkategorie 'Beziehung zur Familie
- Hauptkategorie 'in der Gegenwart
- Diskussion
- Gütekriterien
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse eines Interviews aus der „DIE ZEIT“ vom 03.03.2011, das Roberto Yáñez Betancourt y Honecker, einen Enkel von Erich Honecker, zum Thema seiner Vergangenheit in der DDR und seinem gegenwärtigen Leben in Chile gibt. Im Zentrum der Analyse stehen die Folgen der Vergangenheit, insbesondere die Diagnose eines Posttraumatischen Belastungssyndroms (PTBS) bei R. Yáñez. Ziel ist es, die im Interview geäußerten Erinnerungen, Risikofaktoren, Schutzfaktoren und Traumafolgen zu identifizieren und zu analysieren.
- Die Erinnerungen von R. Yáñez an seine Zeit in der DDR
- Die Risikofaktoren für eine Traumafolgestörung bei R. Yáñez
- Die Schutzfaktoren, die R. Yáñez vor einer Traumafolgestörung schützen könnten
- Die erkennbaren Traumafolgen und Symptome bei R. Yáñez
- Die aktuelle Lebenswelt und die Bedeutung von Ereignissen für R. Yáñez
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit stellt die durchgeführte inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse eines Interviews aus der „DIE ZEIT“ mit Roberto Yáñez Betancourt y Honecker vor. Die Analyse basiert auf einem Interview aus der Zeitung vom 03.03.2011, in dem der Reporter Marian Blasberg R. Yáñez in Chile besucht. Der Fokus liegt auf R. Yáñez´ Vergangenheit in der DDR und seiner gegenwärtigen Lebenswelt in Chile, wobei insbesondere die Folgen der Vergangenheit im Vordergrund stehen. Die Forschungsfragen zielen darauf ab, R. Yáñez´ Erinnerungen, Risikofaktoren für eine Traumafolgestörung, Schutzfaktoren, Traumafolgen und aktuelle Lebenswelt zu erforschen.
Theorie
Dieses Kapitel erläutert die Biografie von R. Yáñez, das Krankheitsbild der PTBS und wichtige Definitionen im Kontext des Interviews.
1.1 Biografie über Roberto Yáñez Betancourt y Honecker
R. Yáñez wurde 1974 in Ost-Berlin geboren. Er ist der Sohn von Sonja Honecker und Leo Yáñez Betancour, einem chilenischen Dissidenten, der nach dem Militärputsch 1973 in Chile in der DDR Zuflucht fand. Nach seiner Schulzeit in Ost-Berlin emigrierte R. Yáñez 1990 mit seinen Eltern nach Chile. Nach der Trennung seiner Eltern widmete er sich der Kunst und arbeitete nebenbei in verschiedenen Jobs. Seine Großmutter, Margot Honecker, unterstützte ihn finanziell und er lebte überwiegend in ihrem Haus. Im Herbst 2013 reiste R. Yáñez erstmals wieder nach Berlin und stellte dort seine Bilder aus. Trotz seiner familiären Verbindungen zu Erich Honecker betont er seine eigene künstlerische Identität und seine unterschiedliche politische Meinung.
1.2 Das Posttraumatische Belastungssyndrom
Das Posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) wird im DSM-IV unter den Angststörungen geführt und erfordert ein traumatisierendes Ereignis als Auslöser. Die Betroffenen zeigen als Reaktion auf das Trauma intensive Angst, Hilflosigkeit oder Furcht und vermeiden Reize, die mit dem Trauma in Verbindung stehen. Symptome wie bewusstes Vermeiden von Gedanken, Aktivitäten oder Menschen, die an das Trauma erinnern, sowie eine Abflachung der Reaktionsfähigkeit sind typisch. Für die Diagnose müssen mindestens drei der genannten Symptome vorhanden sein. Bei Kindern und Jugendlichen können die Symptome anders ausgedrückt werden. Studien zeigen, dass bei Flucht weniger die Flucht selbst, sondern eher die Exilbelastungen in gesellschaftlicher und familiärer Hinsicht die Traumafolgestörung auslösen.
Methode
Dieses Kapitel beschreibt die Methode der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse, die in dieser Arbeit angewendet wird. Es erläutert den Ablauf der Analyse, die Entwicklung der Kategorien und die inhaltsanalytische Auswertung.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit sind: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Traumafolgestörung, Interviewanalyse, Erich Honecker, Roberto Yáñez Betancourt y Honecker, Erinnerungen, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Familie, DDR, Chile, Surrealismus, Kunst.
- Quote paper
- Anja Pope (Author), 2017, Qualitative Datenanalyse eines Interviews mit Roberto Yáñez Betancourt y Honecker aus DIE ZEIT vom 03.03.2011, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/420535