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Das erste bürgerliche Trauerspiel "Miss Sara Sampson" von Lessing. Rezeptionsgeschichte im Vergleich mit "Nathan der Weise"

Title: Das erste bürgerliche Trauerspiel "Miss Sara Sampson" von Lessing. Rezeptionsgeschichte im Vergleich mit "Nathan der Weise"

Term Paper , 2016 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexandra Priesterath (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Sowohl „Miss Sara Sampson“ als auch „Nathan der Weise“ werden in die Literaturepoche der Aufklärung, welche die Zeit von 1700 bis 1789 umfasst, eingeordnet. Man spricht auch von dem „Zeitalter der Vernunft“ oder des Rationalismus. Aufklärer sind der Überzeugung, dass es eine angeborene Humanität gibt und jeder Mensch, ungeachtet dessen Herkunft, eine geistige Freiheit besitzt.

„Miss Sara Sampson“ wird deutsches Begründerwerk der neuen Dramengattung des bürgerlichen Trauerspiels angesehen wird. Doch was ist ein bürgerliches Trauerspiel und warum ist „Nathan der Weise“ ein dramatisches Gedicht? Weshalb das Stück „Miss Sara Sampson“ in Vergessenheit geraten ist, werde ich mithilfe von Rezeptionsgeschichte und Dramentheorie auf den folgenden Seiten erläutern. Lessing, der im Namen der menschlichen Vernunft zu Toleranz und selbstständigem Denken aufrief, ist einer „der bedeutendste[n] Vertreter der deutschen Aufklärung.“ Für ihn ist das Bemühen um die „Erkenntnis der Wahrheit“ und nicht die Wahrheit an sich, anzustreben.

Überzeugt, dass der Umdenkprozess jedes einzelnen Menschen die Grundvoraussetzung für Humanität ist, lässt sich Lessing nicht von seiner optimistischen Denkweise abbringen. Er macht es sich zur Lebensaufgabe, die Aufklärung voranzubringen und eine Bewusstseinsänderung der Bevölkerung hervorzurufen, indem er lehrende Dramen schreibt. Angestrebt werden die lehrende Menschenliebe und die sittliche Besserung des Zuschauers, welche aus der Aufklärungstheorie enthoben und lebendig erfahrbar gemacht werden. Die engen Grenzen der bloßen Belehrung verlassend, wird Lessing zum wahren Erzieher seiner Zeitgenossen und somit auch zum Wegbereiter der klassischen Sittlichkeit, was sich in Nathans Wille der Versöhnung und die von ihm ausgeführte Belehrung seiner Mitmenschen widerspiegelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Miss Sara Sampson“

2.1 Inhaltangabe

2.2 Dramentheorie des bürgerlichen Trauerspiels

2.3 Rezeptionsgeschichte

2.4 Reflexion der eigenen Leseerfahrungen

2.4.1 Vergleich mit „Kabale und Liebe“

3 „Nathan der Weise“

3.1 Inhaltsangabe

3.2 Dramentheorie des dramatischen Gedichts

3.3 Rezeptionsgeschichte

3.4 Reflexion der eigenen Lektüreerfahrungen

4 Empfehlung

5 Fazit und Beantwortung der Problemstellung

6 Anhang (Schülertagebuch/ Arbeitsprozessbericht)

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Gründe für die unterschiedliche Bekanntheit der Lessing-Dramen „Miss Sara Sampson“ und „Nathan der Weise“ zu analysieren und zu erörtern, warum das erstgenannte Stück trotz seiner Bedeutung als Begründerwerk des bürgerlichen Trauerspiels heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

  • Analyse der Dramentheorie des bürgerlichen Trauerspiels und des dramatischen Gedichts.
  • Vergleichende Betrachtung der Rezeptionsgeschichte beider Werke.
  • Reflexion der persönlichen Leseerfahrungen und literarischen Wirkung.
  • Gegenüberstellung von „Miss Sara Sampson“ mit Schillers „Kabale und Liebe“.
  • Bewertung der aktuellen Relevanz der behandelten Themen wie Toleranz und Humanität.

Auszug aus dem Buch

2.2 Dramentheorie des bürgerlichen Trauerspiels

„Im Mittelpunkt [des bürgerlichen Trauerspiels] steht eine tragische Konfliktsituation, die sich in der bürgerlichen Welt, meist in der Familie als deren reinste Ausprägung, ereignet. Angehörige des Bürgerstandes werden jetzt tragischer Verwicklung für würdig und befähigt erachtet, die Ständeklausel ist damit gefallen.“7

Die Rührung zu Tränen aufgrund von Einfühlungsvermögen ist das primäre Wirkungsziel des bürgerlichen Trauerspiels, welches die moralische Besserung bzw. Reinigung (Katharsis) des Zuschauers nach sich zieht. 8 Lessing erzielte die Erregung von Mitleid (mit den Figuren des Dramas) und Einfühlvermögen mit sogenannten ‚gemischten Charakteren‘, dessen Distanzierung zu perfektionistischen Figuren des Adels, zu einer Identifikation des Zuschauers mit den Figuren führen sollte. Die Identifikation wird als Voraussetzung für das erzieherische Potenzial des Theaters verstanden.9 Die Figuren sollen nicht edler und vollkommener als die Zuschauer selbst sein. Zugleich sollte Schrecken darüber verspürt werden, dass dem Publikum ein ähnliches Schicksal wiederfahren könnte.10 Lessing stellt jedoch die Erregung von Mitleid als vorrangiges Ziel des Trauerspiels über den Schrecken, welcher nur als untergeordneter Effekt an die zweite Stelle zu treten habe und deutet das Mitleid als „moralisches Gefühl“.11 Dies schreibt er auch im November 1756 an Nicolai:

„Der mittleidigste Mensch ist der beste Mensch, zu allen gesellschaftlichen Tugenden, zu allen Arten der Großmut der aufgelegteste. Wer uns also mitleidig macht, macht uns besser und tugendhafter, und das Trauerspiel, das jenes tut, tut auch dieses, oder-es tut jenes, um dieses tun zu können.“12

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung ordnet die Dramen in die Literaturepoche der Aufklärung ein und erläutert Lessings Bestreben, durch lehrende Dramen eine sittliche Besserung der Bevölkerung zu erreichen.

2 „Miss Sara Sampson“: Das Kapitel bietet eine Inhaltsangabe, analysiert die Gattungsmerkmale des bürgerlichen Trauerspiels sowie die Rezeptionsgeschichte und reflektiert die Lektüreerfahrungen im Vergleich zu Schillers „Kabale und Liebe“.

3 „Nathan der Weise“: Hier werden die inhaltlichen Aspekte des dramatischen Gedichts, die Abweichung von der bisherigen Dramentheorie, die komplexe Rezeptionsgeschichte und die persönlichen Lektüreerfahrungen des Autors dargelegt.

4 Empfehlung: Dieses Kapitel begründet, warum „Nathan der Weise“ auch heute noch eine essenzielle Schullektüre darstellt, insbesondere aufgrund der anhaltenden Relevanz von Toleranz und der kritischen Auseinandersetzung mit historisch-religiösen Konflikten.

5 Fazit und Beantwortung der Problemstellung: Das Fazit führt die Gründe für die Unbekanntheit von „Miss Sara Sampson“ zusammen und erläutert anhand einer historischen Anekdote Lessings Motivation und das Scheitern seines ersten bürgerlichen Trauerspiels.

6 Anhang (Schülertagebuch/ Arbeitsprozessbericht): Der Anhang dokumentiert chronologisch den zeitlichen Verlauf, die Methoden und die Ergebnisse des Arbeitsprozesses der Verfasserin.

Schlüsselwörter

Lessing, Aufklärung, bürgerliches Trauerspiel, Nathan der Weise, Miss Sara Sampson, Dramentheorie, Rezeptionsgeschichte, Toleranz, Humanität, Mitleid, Katharsis, Schullektüre, Familiengeschichte, Theater, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die zwei Lessing-Dramen „Miss Sara Sampson“ und „Nathan der Weise“ im Kontext der Aufklärung und analysiert deren theoretische Grundlagen sowie ihre jeweilige Bedeutung in der Literaturgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das bürgerliche Trauerspiel, die Dramentheorie des 18. Jahrhunderts, der Aufklärungsgedanke, die Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit sowie die Rezeption der Werke durch das Publikum und die Literaturkritik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Gründe für die große Bekanntheit von „Nathan der Weise“ im Kontrast zur Vergessenheit von „Miss Sara Sampson“ zu identifizieren und zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur, einer Rezeptionsanalyse sowie einem inhaltlichen Vergleich basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche und theoretische Untersuchung beider Dramen, deren Rezeptionsverläufe über die Jahrhunderte und eine Reflexion der persönlichen Lektüreerfahrungen der Autorin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Aufklärung“, „Bürgerliches Trauerspiel“, „Toleranz“ und „Lessing“ charakterisiert.

Welche Rolle spielt die „Ringparabel“ in der Argumentation?

Die Ringparabel aus „Nathan der Weise“ wird als Kernstück von Lessings Botschaft hervorgehoben, da sie verdeutlicht, dass nicht eine spezifische Religion, sondern menschliches Handeln für den Wert einer Person entscheidend ist.

Warum wird „Miss Sara Sampson“ als „Weinerfolg“ bezeichnet?

Die Bezeichnung „Weinerfolg“ bezieht sich auf die emotionale Wirkung des Stücks auf das zeitgenössische Publikum, das intensiv auf die tragische Handlung reagierte und durch das Mitleid zu einer moralischen Läuterung angeregt werden sollte.

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Details

Title
Das erste bürgerliche Trauerspiel "Miss Sara Sampson" von Lessing. Rezeptionsgeschichte im Vergleich mit "Nathan der Weise"
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Alexandra Priesterath (Author)
Publication Year
2016
Pages
25
Catalog Number
V419844
ISBN (eBook)
9783668685451
ISBN (Book)
9783668685468
Language
German
Tags
trauerspiel miss sara sampson lessing rezeptionsgeschichte vergleich nathan weise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Priesterath (Author), 2016, Das erste bürgerliche Trauerspiel "Miss Sara Sampson" von Lessing. Rezeptionsgeschichte im Vergleich mit "Nathan der Weise", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419844
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