Bisherige Studien zeigen, dass Annäherungs- und Vermeidungsverhalten mit jeweils unterschiedlich lateralisierter, kortikaler Aktivität einhergehen. Zudem wurde postuliert, dass links- oder rechts-kortikale Aktivität mit einer stärkeren Ausrichtung der räumlichen Aufmerksamkeit zur gegenüberliegenden Seite einhergeht. Ziel der vorliegenden Studie ist daher die Überprüfung der Annahme, ob induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation zu einer stärkeren Aktivierung der linken beziehungsweise rechten Hemisphäre führt, die sich im Verhalten in einer stärkeren räumlichen Gewichtung der kontralateralen Seite äußert.
Die Versuchsteilnehmer durchliefen jeweils drei Versuchsbedingungen eines programmierten Spiels, in welchem sie entweder Versuchspersonenstunden gewinnen oder verlieren konnten, sowie eine Kontrollbedingung, in der beides möglich war. Die angenommene Haupthypothese konnte nicht bestätigt werden. Allerdings konnte ein Pseudoneglect über alle Bedingungen bestätigt werden. Die Persönlichkeit ist indirekt mit dem Explorationsverhalten über Bestrafungs- und Belohnungssensitivität assoziiert: am stärksten sind Neurotizismus und Ängstlichkeit positiv mit Bestrafungssensitivität korreliert, welche wiederum mit dem horizontalen Explorationsverhalten über alle Bedingungen zusammenhängt. Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit und Ängstlichkeit sind über Belohnungssensitivität mit der explorierten räumlichen Distanz assoziiert.
Inhaltsverzeichnis
- Abstract
- Einleitung
- Theoretische Grundlagen
- Affekt und Motivation.
- Promotions- vs. Präventionsfokus..
- Räumliche Aufmerksamkeit.
- Persönlichkeit.......
- Belohnungs- und Bestrafungssensitivität .
- Zielsetzung und Hypothesen
- Methodisches Vorgehen.
- Material
- Räumliche Aufmerksamkeit und Motivation: Das Spiel............
- Verwendete Fragebögen zur Belohnungs- und Bestrafungssensitivität
- Verwendete Fragebögen zu Aspekten der Persönlichkeit .
- Stichprobe...........
- Durchführung
- Ergebnisse
- Vorbereitung und Gütekriterien der Variablen
- Überprüfung der H1 & H2:
- Überprüfung der H3
- Überprüfung der H4
- Diskussion und Ausblick.
- Der Einfluss von Annäherungs- und Vermeidungsmotivation auf die räumliche Aufmerksamkeit.
- Die Rolle der kortikalen Aktivität in der räumlichen Wahrnehmung.
- Die Beziehung zwischen Persönlichkeit, Belohnungs- und Bestrafungssensitivität und räumlicher Exploration.
- Die Validität eines neuen, spielbasierten Testmediums zur Erfassung der räumlichen Aufmerksamkeit.
- Die Bedeutung von Pseudoneglect im Kontext räumlicher Aufmerksamkeit.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Studie untersucht die Auswirkungen induzierter Annäherungs- und Vermeidungsmotivation auf die räumliche Aufmerksamkeit. Dabei wird die Hypothese geprüft, ob die induzierte Motivation zu einer stärkeren Aktivierung der linken bzw. rechten Hemisphäre führt, was sich in einem stärkeren räumlichen Bias zur kontralateralen Seite manifestieren sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der räumlichen Aufmerksamkeit und den Einfluss von Affekt und Motivation ein. Sie beleuchtet das Phänomen der Inattentional Blindness und Change Blindness anhand des "Invisible Gorilla"-Experiments und weiterer Beispiele. Die Kapitel 2 und 3 erläutern die theoretischen Grundlagen der Studie, beleuchten die Zusammenhänge zwischen Affekt, Motivation, räumlicher Aufmerksamkeit und Persönlichkeit und leiten die Hypothesen der Studie ab. Kapitel 4 beschreibt die methodische Vorgehensweise der Studie, inklusive der verwendeten Materialien, der Stichprobe und der Durchführung. Kapitel 5 präsentiert die Ergebnisse der Untersuchung und analysiert die Daten im Hinblick auf die gestellten Hypothesen. Die Kapitel 6 und 7 befassen sich mit der Diskussion der Ergebnisse, den Limitationen der Studie und den Implikationen für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Räumliche Aufmerksamkeit, Annäherungsmotivation, Vermeidungsmotivation, kortikale Aktivität, Pseudoneglect, Persönlichkeit, Belohnungssensitivität, Bestrafungssensitivität, Inattentional Blindness, Change Blindness, Spielbasierte Testmethode.
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht die Studie zum Thema räumliche Aufmerksamkeit?
Die Studie prüft, ob induzierte Annäherungs- oder Vermeidungsmotivation zu einer einseitigen räumlichen Gewichtung (Bias) führt, bedingt durch eine stärkere Aktivierung der linken oder rechten Gehirnhälfte.
Was bedeutet "Pseudoneglect"?
Pseudoneglect beschreibt das Phänomen, dass gesunde Menschen die linke Seite des Raumes oft stärker gewichten oder bevorzugen, was auch in dieser Studie über alle Bedingungen hinweg bestätigt wurde.
Wie beeinflusst die Persönlichkeit das Explorationsverhalten?
Faktoren wie Neurotizismus und Ängstlichkeit sind positiv mit Bestrafungssensitivität korreliert, was wiederum das horizontale Explorationsverhalten beeinflusst.
Konnte die Haupthypothese der Studie bestätigt werden?
Nein, die Annahme, dass gezielte Motivation (Gewinn/Verlust) direkt zu einer messbaren lateralisierten Aktivierung im Verhalten führt, konnte nicht bestätigt werden.
Was sind "Inattentional Blindness" und "Change Blindness"?
Dies sind Phänomene der räumlichen Aufmerksamkeit, bei denen Objekte oder Veränderungen übersehen werden, wenn die Aufmerksamkeit anderweitig gebunden ist (bekannt durch das "Invisible Gorilla"-Experiment).
- Quote paper
- Melissa Quantz (Author), Laura Schlaf (Author), Yvonne Moch (Author), 2017, Wer gewinnen will, klickt rechts? Eine empirische Untersuchung der räumlichen Aufmerksamkeit durch induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418135