Darstellung von Geschichte ist nicht einfach Wiedergabe und Abbildung einer Vergangenheit - und dies gilt insbesondere für solche, die in TV- oder Filmproduktionen kommuniziert werden. Vielmehr wird immer eine Auswahl und eine Perspektivierung vorgenommen, und damit auch eine Deutung geliefert.
Denn selbst die sachlichste Auflistung historischer Daten setzt eine Zusammenstellung der Jahreszahlen und der dazugehörenden Ereignisse – ergo eine Auswahl – voraus.
Es scheint also, dass jegliche Geschichtsdarstellung Sinngebung beinhaltet und auch der moderne wissenschaftliche Geschichtsschreiber unweigerlich Mittel der Fiktion benötigt. Doch damit wäre die traditionelle Unterscheidung zwischen historischem Fakt und der fiktiven Erzählung dekonstruiert. Die spannende Frage lautet also: Ist eine wertneutrale Geschichtsdarstellung damit unmöglich?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Thesen des Textes
- Fiktionalisierung ist unabdingbar
- Personalisierung - Ein Mittel der Fiktionalisierung
- Pro und contra Personalisierung
- Personalisierung von Geschichte als Gradwanderung?
- Die Differenz zwischen Auffassung und Darstellung von Geschichte
- Der Bezug zum Fernsehen
- Weiterführende Gedanken
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text von Wolfgang Hardtwig,,Personalisierung als Darstellungsprinzip\" befasst sich mit der Charakterisierung personalisierender Geschichtsdarstellung. Der Fokus liegt auf der Analyse von Hardtwigs Thesen über die Vor- und Nachteile einer solchen Geschichtsvermittlung und deren Einfluss auf die Rezeption. Die Untersuchung betrachtet auch die Gründe, die Personalisierung in verschiedenen historischen Epochen und gesellschaftlichen Kontexten zu einem bevorzugten Mittel der wissenschaftlichen und populären Geschichtsdarstellung machen.
- Die Notwendigkeit von Fiktionalisierung in der Geschichtsdarstellung
- Personalisierung als ein Mittel der Fiktionalisierung
- Die Vor- und Nachteile der Personalisierung in der Geschichtsdarstellung
- Die Differenz zwischen der Auffassung und Darstellung von Geschichte
- Der Bezug zur Geschichtsdarstellung im Fernsehen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung des Textes führt in die Thematik der personalisierenden Geschichtsdarstellung ein und stellt die zentrale Fragestellung vor. Der Autor diskutiert, ob und inwieweit die Ausführungen von Hardtwig auf jede Darstellung von Geschichte anwendbar sind und ob er sich in seinem Text auf das Medium Fernsehen bezieht.
Kapitel 2 präsentiert die Thesen des Textes. Zunächst wird argumentiert, dass eine wertneutrale Geschichtsdarstellung unmöglich ist, da bereits die Auswahl und Anordnung von Daten eine Interpretation voraussetzt. Weiterhin wird betont, dass die Verwendung von fiktionalen Elementen in der Geschichtsschreibung unausweichlich ist, da die Darstellung von historischen Ereignissen sowohl Sinngebung als auch Fiktionalisierung erfordert.
In Kapitel 3 wird die Personalisierung von Geschichte näher betrachtet. Der Autor beleuchtet die Systematik der fiktionalisierten Geschichtsdarstellung und analysiert, wie sich die Personalisierung in Form des „vollständigen Verlaufs“, der Illusionsbildung von Anfang und Ende sowie der Objektivitätsvorgabe manifestiert.
Kapitel 4 diskutiert die Vor- und Nachteile der Personalisierung. Hardtwig argumentiert, dass diese Darstellungsform sowohl Chancen als auch Risiken bietet. Sie ermöglicht es dem Rezipienten, sich der Fremdheit historischer Wirklichkeiten anzunähern und elementares Interesse zu entwickeln, kann aber gleichzeitig die Veränderbarkeit der Vergangenheit in den Vordergrund stellen.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Textes sind: Personalisierung, Geschichtsdarstellung, Fiktionalisierung, Objektivität, Didaktik, Fernsehen, Wissenschaft, Rezeption, und historische Wirklichkeiten. Diese Begriffe beleuchten die zentralen Themen und Konzepte des Textes und ermöglichen ein tieferes Verständnis der Argumentation des Autors.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine wertneutrale Geschichtsdarstellung möglich?
Laut der Arbeit ist dies unmöglich, da bereits die Auswahl und Anordnung historischer Daten eine Deutung und Sinngebung beinhaltet.
Was bedeutet „Personalisierung“ in der Geschichte?
Personalisierung ist ein Mittel der Fiktionalisierung, bei dem Geschichte durch das Prisma einzelner Personen dargestellt wird, um sie greifbarer zu machen.
Welche Vor- und Nachteile hat die personalisierende Darstellung?
Vorteile sind die Annäherung an historische Wirklichkeiten und die Weckung von Interesse; Nachteile sind die Gefahr der Verzerrung und die Dekonstruktion historischer Fakten durch fiktive Erzählweisen.
Welche Rolle spielt das Fernsehen bei der Geschichtsvermittlung?
Die Arbeit untersucht insbesondere TV- und Filmproduktionen, da diese Medien stark auf Personalisierung und Illusionsbildung setzen.
Wer ist Wolfgang Hardtwig?
Er ist der Autor des zugrunde liegenden Textes „Personalisierung als Darstellungsprinzip“, dessen Thesen in dieser Arbeit analysiert werden.
- Quote paper
- M.A. Florian Rosenbauer (Author), 2002, Personalisierende Darstellung von Geschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41770