Nach bundesdeutschem Verständnis waren die DDR-Bürger Teil des einen Deutschland, das durch die Bundesrepublik vertreten wurde unter dem Vorzeichen einer späteren deutschen Wiedervereinigung. Dabei konnte der politische Charakter der Fluchten den Alleinvertretungsanspruch der BRD nur unterstreichen. Die „Abstimmung mit den Füßen“ war ein Beweis für den totalitären und inhumanen Charakter des Deutschen Demokratischen Staates. Folglich konnte den Deutschen der SBZ/DDR der Weg in die BRD nicht versperrt werden. In die Zeit nach dem Mauerbau fällt das Thema der Fluchthilfe, die sowohl von der Bundesrepublik Deutschland als auch von Privatpersonen geleistet wurde. Der Hauptaugenmerk der Arbeitet liegt in der Zeit von 1945 bis 1961, und zeigt, mit welchen Tricks Menschen die Flucht Richtung BRD ermöglicht wurde.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Staatliche Einflussnahme der BRD auf Fluchtbewegung von 1945 bis 1961
- I.1 Das Notaufnahmegesetz vom 22. August 1950
- I.2 Bundesvertriebenengesetz vom 15. Mai 1953
- I.3 Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde und das Notaufnahmeverfahren
- II. Die westdeutsche Fluchthilfe nach 1961
- II.1 Der Freikauf ab 1963
- II.2 Exkurs: Conrad Schumann 1961
- II.3 Fluchthelfer in Berlin: Organisation „Reisebüro“ und Tunnelbau
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Reaktion der Bundesrepublik Deutschland auf die Fluchtbewegung aus der SBZ/DDR. Sie analysiert die gesetzliche Grundlage und das Notaufnahmeverfahren in der Zeit von 1945 bis 1961, wobei der Fokus auf die Zeit vor dem Mauerbau liegt. Des Weiteren werden die Formen der Fluchthilfe nach 1961 durch die Bundesrepublik und Privatpersonen beleuchtet.
- Die gesetzliche Grundlage für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der SBZ/DDR
- Das Notaufnahmeverfahren und die damit verbundenen Regularien
- Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland bei der Fluchthilfe nach 1961
- Die politische Bedeutung der Fluchtbewegung im Kontext der deutschen Teilung
- Der Einfluss der Bundesrepublik auf den Flüchtlingsstrom und seine Verteilung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung legt die Zielsetzung und den Themenschwerpunkt der Arbeit dar. Sie beleuchtet die Situation der Bundesrepublik Deutschland im Umgang mit den Flüchtlingen aus der SBZ/DDR und die besondere Bedeutung der Zeit von 1945 bis 1961. Die Arbeit untersucht das Notaufnahmegesetz vom 22. August 1950 und analysiert dessen Relevanz im Hinblick auf die deutsche Teilung und die politische Situation der BRD. Sie zeigt die Herausforderungen, die sich aus dem Flüchtlingsstrom ergaben, und die staatliche Einflussnahme auf die Verteilung der Zuwanderer. Das Bundesvertriebenengesetz vom 15. Mai 1953 wird im Detail vorgestellt und die darin definierten Fluchtmotive und Ausschließungsgründe analysiert. Schließlich wird die Rolle der Fluchthilfe nach dem Mauerbau 1961 beleuchtet, sowohl von Seiten der Bundesrepublik als auch von Privatpersonen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Flucht, SBZ/DDR, Flüchtlingspolitik, Notaufnahmegesetz, Bundesvertriebenengesetz, Fluchthilfe, deutsche Teilung, Wiedervereinigung, politische Situation, staatliche Einflussnahme, Notaufnahmeverfahren und Verteilung der Zuwanderer.
Häufig gestellte Fragen
Wie reagierte die BRD auf Flüchtlinge aus der DDR vor 1961?
Die BRD betrachtete DDR-Bürger als Teil des einen Deutschlands und schuf gesetzliche Grundlagen wie das Notaufnahmegesetz von 1950, um ihre Aufnahme zu regeln.
Was war das Ziel des Notaufnahmegesetzes von 1950?
Es diente dazu, den Flüchtlingsstrom staatlich zu lenken, die Zuwanderer auf die Bundesländer zu verteilen und die Fluchtgründe politisch zu prüfen.
Welche Rolle spielte das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde?
Marienfelde war die zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge aus der SBZ/DDR, in der das offizielle Notaufnahmeverfahren durchgeführt wurde.
Was änderte sich bei der Fluchthilfe nach dem Mauerbau 1961?
Nach 1961 wurde die Flucht lebensgefährlich. Es entstanden private Fluchthelfer-Organisationen (z. B. Tunnelbau) und der staatlich organisierte "Häftlingsfreikauf" ab 1963.
Was verstand man unter der "Abstimmung mit den Füßen"?
Dieser Begriff bezeichnete die massenhafte Flucht als Beweis für die Ablehnung des DDR-Systems durch seine Bürger und den inhumanen Charakter des Staates.
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- Mag.phil. Verena Brunner (Author), 2002, Die BRD und die Fluchten aus der SBZ/DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41575