Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Arbeitd-, Wirtschafts- und Berufstruktur der BRD

Titel: Arbeitd-, Wirtschafts- und Berufstruktur der BRD

Seminararbeit , 2005 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Alexander Pillris (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Arbeit, Wirtschafts- und Berufsstruktur sind untrennbar miteinander verwoben und bedingen einander. Der Mensch definiert durch die ausgeübte Tätigkeit seinen Platz in der Gesellschaft.1 Diese nur auf den ersten Blick sehr eingängige Formulierung ist in der soziologischen Diskussion seit etwa 20 Jahren einer tiefgehenden Differenzierung und Diskussion unterworfen und trifft auch auf Widerstand.2 „Was machen Sie beruflich?“ Diese vo m Autor in oftmals durchaus harmloser Absicht gestellte Frage führt zu unterschiedlichen Reaktionen: Vom stolzen „ich bin Prokurist bei einer Bank“ hin zu einem verschämten „ich bin zur Zeit arbeitslos“; von „ich lehne Arbeit als Ausbeutung durch das kapitalistische System ab“ bis zum frechen „ich bin von Beruf Sohn“. Bei genauerer Betrachtung der Antworten wird deutlich, dass die Begriffe „Arbeit“ und „Beruf“ von verschiedenen Personen offenbar unterschiedlich und zunehmend subjektiv interpretiert werden. Bezieht man nun die in Mode gekommenen Differenzierungen wie „Beziehungsarbeit“ oder „Unterscheidungsarbeit“ in die Betrachtung ein, wird offensichtlich, dass oben angeführte Alltagsformulierung der heutigen Realität nicht mehr gerecht wird. Es scheint vielmehr einen Trend zu geben, der von dem Blickwinkel „Erwerb“ immer weiter weg führt, und Arbeit mehr aus der Perspektive der „Selbstverwirklichung“ betrachtet wissen will. Ich werde, ausgehend von einer historischen Betrachtung der Begriffe „Arbeit“ und „Beruf“ und einer – problematischen – modernen Definition dieser Begriffe (Punkt B) vor dem Hintergrund dieses Trends · zunächst die aktuelle Arbeits-, Wirtschafts- und Berufsstruktur der Bundesrepublik Deutschland in ihrer Entwicklung makroökonomisch beschreiben (Punkt C), · sodann die soziologische Diskussion zwischen „Weiterbestehen der Arbeit“ und „Ende der Arbeit“ darstellen (Punkt D), · diese Diskussion dann anhand der These der „subjektbezogenen Ansprüche an Arbeit“ einer Synthese zuführen (Punkt D), diese empirisch unterfüttern und Erklärungsmöglichkeiten für diesen Wertewandel aufzeigen (Punkt E), · und zuletzt einen Ausblick auf die Neubestimmung des Verhältnisses von Arbeit und Leben in der Zukunft geben (Punkt F) 1 eigene Formulierung 2 vgl. Jäger, Wieland (1997). Arbeits- und Berufssoziologie. In: Korte, He., Schäfers, B. (Hg.), Einführung in Praxisfelder der Soziologie, Opladen: Leske + Budrich, S. 112.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Arbeit und Beruf – begriffsgeschichtlicher Überblick (n. Rudolph Walther)

C Strukturwandel der Erwerbstätigkeit – Makrobetrachtung (n. G. Wilke)

a) Grundlinie des sektoralen Wandels: die 4-Sektoren-Hypothese

b) Entwicklung und Ist-Zustand – Deskripitive Betrachtung

(i) Primärer Sektor

(ii) Sekundärer Sektor

(iii) Tertiärer Sektor

D Arbeit und Beruf in der Soziologie – Mikrobetrachtung

a) Ausgangspunkt: „Arbeit“ / „Beruf“ im Kapitalismus (n. Breckenbach)

b) Arbeit als Zentralmoment des modernen Menschen (n. Marie Jahoda)

c) Das Ende der Arbeit?

d) Wiederkehr der Arbeit!

e) Synthese: subjektbezogene Ansprüche an Arbeit (n. Martin Baetghe)

E Wandel der Arbeitsauffassung (nach Peter Pawlowsky)

F Ausblick: Neubestimmung des Verhältnisses von Arbeit und Leben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel der Arbeits-, Wirtschafts- und Berufsstrukturen in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich das Verständnis von Arbeit von einer rein ökonomisch geprägten Erwerbsnotwendigkeit hin zu einem zunehmend subjektiv geprägten Konzept der Selbstverwirklichung entwickelt hat.

  • Historische Begriffsgeschichte von Arbeit und Beruf
  • Makroökonomische Analyse des sektoralen Strukturwandels
  • Soziologische Perspektiven auf die Zukunft der Arbeit
  • Diskussion der These einer zunehmenden Subjektivierung
  • Empirische Einordnung des Wandels der Arbeitsauffassung

Auszug aus dem Buch

d) Wiederkehr der Arbeit!

Ist die oben aufgezeigte Entwicklung nun das Anfang vom Ende der Erwerbsarbeit? Die Folgen dieses postulierten „Endes der Arbeit“ wären gravierend. Das ganze Wirtschaftssystem würde wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzen, die politischen Nachbeben unkalkulierbar. Zum Glück scheint es sich, wie ich unten ausführen werde, nicht um ein Ende der Erwerbsarbeit zu handeln, sondern vielmehr um Verschiebungen in der Wahrnehmung der Erwerbsarbeit und veränderte Ansprüche an selbige.

Deutlich zu beobachten ist ein Strukturwandel beruflicher Strukturen. Die Arbeit kehrt zurück in Formen, die bislang (da sie ja nicht entlohnt wurden) noch nicht als Arbeit gegolten haben. Auch lässt sich beobachten, dass berufliche Fähigkeits- und Fertigkeitsbündel auf dem Gebiet der Planung, Verwaltung, Steuerung, Beratung und Überwachung stark im Wachstum begriffen sind, während die Produktion (sowohl die landwirtschaftliche als auch die industrielle) immer weniger Gewicht hat. Diese Verschiebung vom primären und sekundären Sektor weg und hin zum tertiären Sektor (vielleicht auch zum quartären Sektor) hat Gerhard Wilke, wie ich im Punkt C erläutert habe, empirisch nachgewiesen.

Die Anforderungen an die Arbeiter steigen mit dieser Entwicklung dramatisch an. Viel mehr als früher noch muss der Arbeiter fähig sein, abstrakt-planerisch zu denken und komplexe Zusammenhänge schnell zu verstehen. Dies erfordert die Bereitschaft, über die Erstausbildung hinaus Bereitschaft und Interesse an ständiger Fort- und Weiterbildung zu zeigen. Dieser formaler Bildungserwerb muss jedoch noch erweitert werden, und zwar um das „Zauberwort“ der Schlüsselqualifikationen. Hierunter versteht man die Ergänzung der formalen, tendenziell sehr kurzlebigen Fachqualifikation um langlebige, eher individuell persönliche Grundqualifikationen, wie beispielsweise DV-Kenntnisse, kommunikative Fähigkeiten, Zuverlässigkeit, Sprachen, Interesse etc. („Soft-Skills“).

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Die Einleitung führt in die Verflechtung von Arbeit und gesellschaftlicher Identität ein und skizziert die Transformation des Arbeitsbegriffs hin zur Selbstverwirklichung.

B Arbeit und Beruf – begriffsgeschichtlicher Überblick (n. Rudolph Walther): Dieses Kapitel beleuchtet die etymologische Herkunft des Arbeitsbegriffs, der historisch stark negativ behaftet war, bis hin zur protestantischen Arbeitsethik.

C Strukturwandel der Erwerbstätigkeit – Makrobetrachtung (n. G. Wilke): Hier wird mittels der 4-Sektoren-Hypothese der Wandel von der Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft und die Entstehung eines Wissenssektors analysiert.

D Arbeit und Beruf in der Soziologie – Mikrobetrachtung: Dieses Kapitel stellt soziologische Theorien zur Bedeutung der Arbeit vor und diskutiert kritisch die These vom „Ende der Arbeit“ gegenüber der „Wiederkehr der Arbeit“.

E Wandel der Arbeitsauffassung (nach Peter Pawlowsky): Auf Basis empirischer Zeitreihendaten wird der Wandel der Arbeitsauffassung zu subjektiven Ansprüchen hin belegt.

F Ausblick: Neubestimmung des Verhältnisses von Arbeit und Leben: Der Ausblick formuliert die Zukunft der Arbeit als einen bewusst reflektierten Prozess, in dem die Einbettung in einen soziokulturellen Kontext an Bedeutung gewinnt.

Schlüsselwörter

Arbeitsstruktur, Wirtschaftsstruktur, Berufsstruktur, Sektoraler Wandel, Erwerbsarbeit, Selbstverwirklichung, Schlüsselqualifikationen, Subjektivierung, Dienstleistungsgesellschaft, Strukturwandel, Arbeitssoziologie, protestantische Arbeitsethik, Wissenssektor, Beschäftigungsstruktur, Wertewandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel der Arbeits-, Wirtschafts- und Berufsstrukturen in Deutschland und untersucht die soziologische Verschiebung des Arbeitsverständnisses.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die historische Etymologie der Arbeit, der makroökonomische Strukturwandel der Erwerbssektoren und die soziologische Debatte über den Sinn von Erwerbsarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass sich Arbeit zunehmend von einer rein ökonomischen Notwendigkeit hin zu einer subjektiven Form der Selbstverwirklichung entwickelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus historisch-etymologischer Betrachtung, makroökonomischer Struktur-Analyse und einer Auswertung soziologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Makroanalyse, eine soziologische Mikroanalyse des Arbeitsbegriffs sowie eine empirische Untersuchung des Wertewandels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitsstruktur, Subjektivierung, Strukturwandel, Dienstleistungsgesellschaft und Selbstverwirklichung charakterisiert.

Was versteht der Autor unter dem „quartären Sektor“?

Der quartäre Sektor umfasst Bereiche der wissensbezogenen Wertschöpfung, wie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sowie ehrenamtliche, nicht-entlohnte Tätigkeiten.

Warum steigen die Anforderungen an Arbeitnehmer laut dem Autor?

Durch die Verschiebung in den Dienstleistungs- und Wissenssektor sind vermehrt abstrakt-planerisches Denken und die ständige Aneignung von Schlüsselqualifikationen erforderlich.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arbeitd-, Wirtschafts- und Berufstruktur der BRD
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (allgemeine Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die Sozialstruktur der BRD
Note
1,7
Autor
Alexander Pillris (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V40410
ISBN (eBook)
9783638389266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitd- Wirtschafts- Berufstruktur Einführung Sozialstruktur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Pillris (Autor:in), 2005, Arbeitd-, Wirtschafts- und Berufstruktur der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40410
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum