Jeder kennt die These von der Medienmacht als neuerdings vierter Staatsgewalt. Diese ist jedoch durchaus umstritten. Genauer gesagt stehen ihr mindestens drei weitere Ansätze der einschlägigen Literatur gegenüber, die die Beziehung dieser gesellschaftlichen Sphären näher beleuchten und vor allem, erklären wollen. Im Einzelnen werden also überblicksartig das Gewaltenteilungsparadigma, die Dependenz des Politischen, die Abhängigkeit der Medien, sowie die Annahme eines symbiotischen "Supersystems" vorgestellt. Erweitert um die Erläuterung zahlreicher Rahmenvariablen, wie die rechtlichen Bedingungen, die im weitesten Sinne "schauspielerischen" Einflüsse, die Sozialisation der Berufsgruppe Journalist, das Maß der Regulierbarkeit durch Entscheidungsträger etc. soll anschließend zu einem Loblied auf die Vorteile grundgesetzlich verankerter Meinungs- & Willensbildung in einem Kulturkreis, der die Pressefreiheit schätzt und wenigstens bis zum Zeitpunkt der Abfassung einigermaßen hochhielt (man denke an den Skandal um "Cicero"), angesetzt werden, bevor eine abrundende Betrachtung um Perspektiven, Nutzen & Chancen der neuesten IT-Technologie "Internet" für die in der Tat offene Entwicklung politischer Systeme weltweit (Stichwort: globale Demokratie) die Arbeit ihrem bis dato logischen Ende entgegenführt.
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Konzeptuelle Grundlagen
- Überblick der theoretischen Ansätze
- "Gewaltenteilung"
- Instrumentalisierung der Medien
- Dependenz des Politischen
- Interdependenz - Symbiose - "Supersystem"
- Strukturelle Rahmenbedingungen
- Kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen
- Nachrichtenwerttheorie
- "gatekeeper"-Forschung
- Das PR-Modell
- Der "uses & gratifications"-Ansatz
- Gemeinsame Folgen "sui generis"
- Veränderte Logiken
- Theaterwissenschaftliches
- Politikverdrossenheit/"Videomalaise"
- Andere Besonderheiten
- Kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen
- Exkurs: (Nicht-)Demokratien oder die Rolle des Rechts
- Versuch einer Bilanz
- Verheißung Internet - ein Ausblick
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit zielt darauf ab, einen aktuellen Überblick über die Debatte um das Verhältnis von Politik und Medien zu geben. Der Fokus liegt auf der Analyse der unterschiedlichen theoretischen Ansätze und der strukturellen Rahmenbedingungen, die dieses Verhältnis prägen.
- Die Rolle der Medien als "vierte Gewalt" im Staat
- Die Instrumentalisierung der Medien durch politische Akteure
- Die Abhängigkeit des Politischen von den Medien
- Die Interdependenz und Symbiose von Politik und Medien
- Die Folgen der Medienentwicklung für das politische System
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt die konzeptionellen Grundlagen und definiert die relevanten Teilsysteme: das politische System, das publizistische System und den Kommunikationsprozess. Das zweite Kapitel bietet einen Überblick über die gängigen theoretischen Ansätze, die das Verhältnis von Politik und Medien beschreiben, wie z. B. das Gewaltenteilungsparadigma und die Instrumentalisierungstheorie. Das dritte Kapitel widmet sich den strukturellen Rahmenbedingungen, darunter die kommunikationswissenschaftlichen Voraussetzungen und die Folgen der Medienentwicklung. Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Exkurs in die Rolle des Rechts in (Nicht-)Demokratien.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen der Mediensystemforschung, wie z. B. der "vierten Gewalt", der Instrumentalisierung, der Dependenz, der Interdependenz, der Nachrichtenwerttheorie, dem "gatekeeper"-Modell, dem PR-Modell, dem "uses & gratifications"-Ansatz, der Politikverdrossenheit, dem "Videomalaise" und der Rolle des Rechts in (Nicht-)Demokratien.
Häufig gestellte Fragen
Sind Medien wirklich die „vierte Gewalt“ im Staat?
Diese These ist umstritten. Die Arbeit stellt sie neben andere Ansätze wie die Instrumentalisierung der Medien oder die Abhängigkeit der Politik von der Medienlogik.
Was versteht man unter der „Dependenz des Politischen“?
Damit ist gemeint, dass politische Akteure ihr Handeln zunehmend an den Regeln und Bedürfnissen des Mediensystems ausrichten müssen, um Gehör zu finden.
Was ist das Konzept des „Supersystems“?
Es beschreibt eine symbiotische Beziehung, in der Politik und Medien so eng miteinander verflochten sind, dass sie ein gemeinsames System bilden.
Welche Rolle spielt das Internet für die globale Demokratie?
Das Internet wird als Verheißung gesehen, die neue Chancen für die offene Entwicklung politischer Systeme und die weltweite Meinungsbildung bietet.
Was untersucht die Nachrichtenwerttheorie?
Sie analysiert die Kriterien, nach denen Journalisten entscheiden, welche Ereignisse zu Nachrichten werden und welche nicht (Gatekeeper-Funktion).
- Arbeit zitieren
- Oliver Köller (Autor:in), 2005, Die Debatte um das Verhältnis von Politik und Medien - Ein aktueller Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40247