In unserer modernen Gesellschaft werden technische Geräte zunehmend weiterentwickelt und von einer immer größeren Gruppe Menschen genutzt. Angesichts des demographischen Wandels wurden auch Technologien geschaffen, die die Lebensqualität von älteren Menschen erhöhen sollen. Das Ambient-Assisted Living und die Gerontechnologie sind zwei der zentralen Beispiele auf diesem Feld. Doch welche grundlegenden Bedürfnisse und Anforderungen hat die Zielgruppe an solche Konzepte? Welche ethischen Aspekte sind dabei wichtig? Welche Faktoren sind förderlich oder hinderlich für die Akzeptanz zur Nutzung solcher Angebote?
Der Autor Horst Kolb veranschaulicht in seinem Buch die Perspektive der Nutzer von Ambient-Assisted Living und Gerontechnologie. Dabei bezieht er sich hauptsächlich auf ältere Kunden, unabhängig von ihrer Pflegebedürftigkeit. Der Autor stellt die historische Entwicklung sowie die Anwendungs- und Forschungsgebiete dieser relativ jungen Wissenschaft vor. Einen zentralen Raum nehmen die Bedürfnisse und Anforderungen der älteren Menschen als Adressaten und die praktischen Aspekte dieses Technologiewandels ein.
Aus dem Inhalt:
- Gerontechnologie;
- Ambient-Assited Living;
- Demographischer Wandel;
- Rentner,
- Senioren,
- Technologiewandel
- Nachhaltigkeit
Inhaltsverzeichnis
1 Aufbau
2 Einführung
2.1 Motivation
2.2 Fragestellung und Zielsetzung
2.3 Abgrenzung
2.4 Hypothesen und Vorannahmen
3 Ambient Assisted Living (AAL)
3.1 Enge Definition
3.2 Erweiterte Definition
4 Gerontechnologie (GT)
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Anwendungs- und Forschungsbereiche
4.3 Positionen und Priorisierungen
5 Adressaten
5.1 Unmittelbar profitierende Zielgruppen
5.2 Mittelbar profitierende Zielgruppen
5.3 Sonstige profitierende Zielgruppen
5.4 Sonstige Zielgruppen
6 Bedürfnisse und Anforderungen älterer Menschen
6.1 Demographischer Ansatz
6.2 Pflegerischer Ansatz
6.2.1 Basic Activities of daily living in Gestalt der AEDL
6.2.2 Instrumental Activities of daily living
6.3 Sozialwissenschaftlicher Ansatz
6.4 Gerontologischer Ansatz
6.5 Gerontechnischer Ansatz
6.6 Psychologischer Ansatz
6.7 Gesundheitswissenschaftlicher Ansatz
7 Ethische Aspekte
8 Faktoren für die Akzeptanz und Nutzung
8.1 Verhaltenswissenschaftliche Kriterien
8.2 Technik-Akzeptanz-Modell (TAM)
9 Beantwortung der Fragestellungen
10 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen Perspektivenwechsel in der AAL- und Gerontechnologie-Forschung vorzunehmen, indem die Bedürfnisse und Anforderungen älterer Menschen konsequent in den Fokus gerückt werden, anstatt sich primär auf technische Konzepte oder wirtschaftliche Aspekte zu konzentrieren.
- Analyse der grundlegenden Bedürfnisse und Anforderungen älterer Menschen an Assistenzsysteme.
- Untersuchung der ethischen Implikationen beim Einsatz von Technik im Alter.
- Identifikation förderlicher und hinderlicher Faktoren für die Akzeptanz und Nutzung von Gerontechnologie.
- Überprüfung der Bedeutung von Partizipation und Selbstbestimmung im Kontext technischer Assistenz.
Auszug aus dem Buch
2.4 Hypothesen und Vorannahmen
Beim alltäglichen Blick in die deutsche Gesellschaft fällt auf, dass Jugendliche und junge Menschen zunehmend technische Geräte wie Smartphone, Laptop, oder Tablet-PC nutzen. Sie bewegen sich mit Ohrstöpseln in Fußgängerzonen und nutzen in ihrem Jargon viele neue Begriffe wir „chatten“, „surfen“, „tracken“ und viele andere mehr. Man findet sie bei YouTube, Facebook oder Pinterest. Doch bedeutet dies, dass ausschließlich junge Menschen Technik zur Unterstützung ihrer Bedürfnisse nach Mobilität, Sicherheit oder Kommunikation nutzen? Auch ältere Menschen nutzen Technik – vielleicht andere und vielleicht auch anders. Natürlich lässt sich nicht bestreiten, dass die technische Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte komplexere Geräte hervorbrachte, die zahlreiche Möglichkeiten in sich vereinen, aber von dieser Komplexität auf eine – vielleicht kognitiv bedingte – Unfähigkeit älterer Menschen zu schließen, was dazu führt, dass diese Technik nicht genutzt wird, erscheint höchst zweifelhaft. Das hieße letztlich, dass junge Menschen intelligenter wären und ältere die Technik nicht verstehen. Da anzunehmen ist, dass sich die Intelligenz der Menschheit in den letzten Jahrzehnten nicht maßgeblich steigerte müssen andere Gründe vorliegen. Es ist vielmehr anzunehmen, dass ältere Menschen Technik anders nutzen und andere Anforderungen an diese stellen. Auch könnte es daran liegen, dass ältere Menschen im Umgang mit Technik zunächst anders sozialisiert wurden, was sich bei vielen bis heute niederschlägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aufbau: Diese Einleitung stellt die Motivation des Autors sowie die Struktur der vorliegenden Arbeit dar, inklusive der verwendeten Kriterien und Hypothesen.
2 Einführung: Hier werden die Grundlagen von AAL und Gerontechnologie sowie die Motivation für das Thema und der angestrebte Perspektivenwechsel erläutert.
3 Ambient Assisted Living (AAL): Das Kapitel definiert den Begriff des Ambient Assisted Living sowohl in einer engen technischen als auch einer erweiterten, zielgruppenorientierten Form.
4 Gerontechnologie (GT): Es wird die historische Entwicklung der Gerontechnologie beleuchtet und ihr Stellenwert als Forschungsfeld und Unterstützungsinstrument für alternde Menschen verdeutlicht.
5 Adressaten: Die Definition und Einteilung der Zielgruppen, von direkt profitierenden Nutzern bis hin zu mittelbar beteiligten Akteuren, wird in diesem Abschnitt vorgenommen.
6 Bedürfnisse und Anforderungen älterer Menschen: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert die Anforderungen aus sieben verschiedenen Blickwinkeln, darunter demographische, pflegerische, psychologische und sozialwissenschaftliche Aspekte.
7 Ethische Aspekte: Die ethische Dimension der Techniknutzung wird anhand zentraler Prinzipien und des MEESTAR-Modells kritisch hinterfragt.
8 Faktoren für die Akzeptanz und Nutzung: Hier stehen verhaltenswissenschaftliche Kriterien und das Technik-Akzeptanz-Modell (TAM) im Mittelpunkt, um die Nutzung technischer Hilfsmittel besser zu verstehen.
9 Beantwortung der Fragestellungen: Die eingangs aufgeworfenen Forschungsfragen werden basierend auf den vorangegangenen Analysen zusammenfassend beantwortet.
10 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das Werk schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche Implementierung von Gerontechnologien im Alltag.
Schlüsselwörter
Gerontechnologie, Ambient Assisted Living, Technikakzeptanz, Altersgerechte Assistenzsysteme, Demographischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Alltagskompetenz, Ethische Aspekte, MEESTAR, Lebensqualität, Autonomie, Nutzerorientierung, Technikgeschichte, Altersforschung, Mensch-Technik-Interaktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Nutzung von Technik durch ältere Menschen und analysiert, wie diese sinnvoll in den Alltag integriert werden kann, um die Lebensqualität im Alter zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf AAL (Ambient Assisted Living), Gerontechnologie, der Analyse von Bedürfnissen älterer Menschen sowie ethischen Aspekten und Faktoren der Technikakzeptanz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Fokus bei der Entwicklung technischer Lösungen von der rein technischen Perspektive hin zu den Bedürfnissen und der Sichtweise der betroffenen Nutzer (der älteren Menschen) zu verlagern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden verschiedene theoretisch-konzeptionelle Ansätze genutzt (demographisch, pflegerisch, sozialwissenschaftlich, etc.), um die Anforderungen an Gerontechnologie holistisch zu beleuchten und eine Basis für eine Nutzer-orientierte Entwicklung zu schaffen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Bedürfnisse älterer Menschen unter sieben verschiedenen Blickwinkeln, diskutiert ethische Aspekte und untersucht Faktoren, die die Akzeptanz von Technik fördern oder hemmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gerontechnologie, Ambient Assisted Living, Technikakzeptanz, Autonomie im Alter und ethische Aspekte.
Wie unterscheidet sich die "enge" von der "erweiterten" Definition des AAL?
Die enge Definition fokussiert auf allgemeine technische Assistenzsysteme unabhängig vom Alter, während die erweiterte Definition explizit auf die Lebenssituation und Bedürfnisse älterer Menschen und den demographischen Wandel zielt.
Welche Rolle spielt das MEESTAR-Modell für die ethische Bewertung?
MEESTAR dient als Modell zur ethischen Evaluation von sozio-technischen Systemen, indem es hilft, ethische Herausforderungen zu identifizieren und entlang von Bewertungsdimensionen systematisch einzuordnen.
Warum ist die Sprache des Anwenders für den Erfolg von Gerontechnologie entscheidend?
Der Autor argumentiert, dass eine dem Anwender vertraute Sprache (z. B. "Knopf" statt "Button") Vertrauen aufbaut, Stigmatisierung vermeidet und die Hemmschwelle bei der Bedienung neuer technischer Systeme senkt.
- Arbeit zitieren
- Horst Siegfried Kolb (Autor:in), 2018, Ambient Assisted Living (AAL) und Gerontechnologie (GT). Die Nutzung von Technik durch ältere Menschen und Senioren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378650