In diesem Essay wird die unerhörte Begebenheit in Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ analysiert. Der Fokus liegt auf der Entstehung, Entwicklung und Äußerung der unerhörten Begebenheit.
Der Titel lässt bereits das Thema und den Ausgang der Novelle erahnen. Durch den Zusatz „auf dem Dorfe“ wird der Unterschied zwischen Shakespeares und Kellers Werken auf den ersten Blick deutlich. Die Eigenschaften einer Novelle besitzt Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ ebenfalls. Hier wird jedoch nur die unerhörte Begebenheit analysiert. Zusätzlich stellt sich die Frage, warum es eine unerhörte Begebenheit ist.
Inhaltsverzeichnis
- Unerhörte Begebenheit in Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“
- Die unerhörte Begebenheit
- Der Ackerstreit
- Die Folgen des Streits
- Die unerhörte Begebenheit im Kontext der Gesellschaft
- Das Schicksal von Sali und Vrenchen
- Die unerhörte Begebenheit als Folge der Verantwortungslosigkeit der Väter
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ mit dem Fokus auf die unerhörte Begebenheit. Dabei wird die Entstehung, Entwicklung und Äußerung dieser Begebenheit untersucht und ihre Bedeutung im Kontext des gesellschaftlichen und familiären Umfelds beleuchtet.
- Die Rolle des Ackers als Katalysator für den Streit der Väter
- Die Folgen des Streits für die Familien und insbesondere für Sali und Vrenchen
- Die Verwerfungen in der dörflichen und städtischen Gesellschaft
- Die Auswirkungen der Väter auf das Schicksal ihrer Kinder
- Die unerhörte Begebenheit als Resultat von Verantwortungslosigkeit und egoistischen Handlungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt das Thema und den Ausgang der Novelle vor und betont den Unterschied zwischen Kellers Werk und Shakespeares „Romeo und Julia“.
- Der Streit um den Acker wird eingeführt und die ersten Anzeichen unerhörten Verhaltens der Väter werden beschrieben. Die Trennung von Sali und Vrenchen wird durch den Streit der Väter vorbereitet.
- Der Streit um den Acker eskaliert, die Väter versinken im Hass und die Gesellschaft profitiert von ihrem Leid.
- Die Folgen des Streits für die Familien werden dargestellt, der wirtschaftliche Ruin und der emotionale Absturz der Väter werden deutlich. Die Kinder werden von ihren Eltern vernachlässigt und ihre Zukunft wird gefährdet.
- Sali und Vrenchen treffen den schwarzen Geiger und erfahren, wie er von den Vätern behandelt wurde. Die unerhörte Begebenheit wird in diesem Zusammenhang erneut betont.
- Der Höhepunkt der unerhörten Begebenheit: Martis Angriff auf Sali und Vrenchens Reaktionen. Die Folgen für die Kinder werden deutlich.
- Sali und Vrenchen verbringen Zeit miteinander und ihre Zuneigung zueinander wächst. Die Folgen ihrer Liebe im Kontext der gesellschaftlichen Normen und ihrer finanziellen Situation werden dargestellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen unerhörte Begebenheit, gesellschaftliche Normen, Familienkonflikt, Verantwortungslosigkeit, Väter-Kind-Beziehung, gesellschaftliche Verhältnisse, Liebe und Tod im Kontext von Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die „unerhörte Begebenheit“ in Kellers Novelle?
Die unerhörte Begebenheit ist der eskalierende Streit zweier Bauern um ein Stück Ackerland, der zum Ruin beider Familien und schließlich zum gemeinsamen Freitod ihrer Kinder führt.
Wie unterscheidet sich Kellers Werk von Shakespeares Vorlage?
Keller verlegt das Drama in ein dörfliches Milieu („auf dem Dorfe“) und macht soziale und ökonomische Faktoren (den Ackerstreit) zur Ursache der Tragödie, statt eines Adelskonflikts.
Welche Rolle spielen die Väter in der Erzählung?
Die Väter Manz und Marti handeln verantwortungslos und egoistisch. Ihr Hass zerstört die Lebensgrundlage und die Zukunft ihrer Kinder Sali und Vrenchen.
Wer ist der „schwarze Geiger“?
Der schwarze Geiger ist der rechtmäßige Erbe des umstrittenen Ackers, der jedoch keine Papiere besitzt und somit außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft steht.
Warum wählen Sali und Vrenchen am Ende den Tod?
Aufgrund der sozialen Schande ihrer Familien und ihrer Armut sehen sie in der bürgerlichen Gesellschaft keine gemeinsame Zukunft für ihre Liebe.
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- Kristina Grasmik (Author), 2013, Unerhörte Begebenheiten. "Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369265