Die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien: Nach 24 Jahren ist Deutschland wieder Weltmeister. Damit endete nicht nur das größte Fußballturnier der Welt, sondern auch ein mediales Megaevent, das sich ARD und ZDF rund 210 Millionen Euro kosten ließen, damals ein neuer Rekord. Doch was lief eigentlich abgesehen von der WM noch im Fernsehen? Was sendeten die Sender, die keine Übertragungsrechte besaßen, während der Großteil der deutschen Fernsehzuschauer die Spiele der deutschen Nationalmannschaft verfolgte?
Genau mit dieser Problematik beschäftigt sich diese Arbeit. Am Beispiel des Halbfinalspiels von Brasilien gegen Deutschland am 08.07.2014 soll analysiert werden, wie RTL dort sein Abendprogramm gestaltete, während das ZDF das Fußballspiel übertrug.
Dafür wird zuerst der flow betrachtet, wie Raymond Williams ihn 1974 dargestellt hat und danach kurz mit anderen Autoren kritisch weitergeführt. Ferner werden die wichtigsten Strategien aufgeführt, die Fernsehsender bei der Programmierung benutzen. Anschließend wird der Stellenwert Weltmeisterschaft 2014 dargestellt, wobei auf das in Deutschland dargebotene Interesse besonders eingegangen wird und wie sich Fußball im Fernsehen als Institution festgesetzt hat. Fortan richtet sich das Hauptaugenmerk auf das von RTL gesendete Programm.
Hierfür wird zunächst der Vergleichstag des 27. Mai 2014 beleuchtet und anschließend der Bogen zum 08. Juli, dem Spieltag, gespannt Verwendet RTL solche Programmstrategien, die einen zusammenhängenden Sendeablauf "als Ganzes" (Williams 1974 [2002], 33) produzieren, wie es Williams im Sinne des flow sieht? Oder kommt es doch auf die Qualität des einzelnen Programms an, wie es Körbelin beurteilt?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Flow - und wie er entsteht
- Flow nach Williams
- Strategien der Programmplanung
- Fußball und was sonst?
- Der Stellenwert der Fußball-WM 2014
- Wie RTL mit dem TV-Event umgeht
- Fazit
- Quellenverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Programmierungsstrategie des Senders RTL während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Im Fokus steht das Halbfinalspiel Brasilien gegen Deutschland am 08.07.2014 und wie RTL sein Programm gestaltete, während das ZDF das Spiel übertrug. Die Arbeit analysiert das Konzept des „Flow“ nach Raymond Williams und untersucht, wie es auf das Programm von RTL angewandt werden kann. Darüber hinaus werden wichtige Programmierungsstrategien von Fernsehsendern beleuchtet.
- Das Konzept des „Flow“ nach Raymond Williams
- Die Strategien der Programmplanung im deutschen Fernsehen
- Der Stellenwert der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 im deutschen Fernsehen
- Die Programmierungsstrategie von RTL während der WM 2014
- Der Vergleich zwischen dem Programmangebot von RTL am 27. Mai 2014 und am 08. Juli 2014
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein und stellt die Forschungsfrage vor. Das zweite Kapitel behandelt das Konzept des „Flow“ nach Raymond Williams und beleuchtet die Entwicklung des Fernsehprogramms von einer Abfolge von Sendungen hin zu einem kontinuierlichen „Flow“. Das dritte Kapitel beleuchtet die Relevanz der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 im deutschen Fernsehen und analysiert, wie RTL mit dem TV-Event umgegangen ist. Die Arbeit endet mit einem Fazit, das die Ergebnisse der Analyse zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Flow, Programmplanung, Fernsehprogramm, Fußball-Weltmeisterschaft 2014, RTL, ZDF, Audience-Flow, Stripping, Lead-In, Lead-Out.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Raymond Williams unter dem Begriff "Flow"?
Williams beschreibt den "Flow" als das Erlebnis des Fernsehens als einen kontinuierlichen Strom von Bildern und Sendungen, statt als eine Abfolge einzelner, isolierter Programme.
Wie reagierte RTL auf das WM-Halbfinale 2014 im ZDF?
RTL musste Strategien entwickeln, um trotz der übermächtigen Konkurrenz durch das Fußballspiel (Brasilien vs. Deutschland) Zuschauer zu binden oder alternative Zielgruppen anzusprechen.
Was sind gängige Strategien der Programmplanung?
Dazu gehören "Stripping" (gleiche Sendezeit an mehreren Tagen), "Lead-In" (starke Sendung vor einer neuen) und "Audience Flow" (Zuschauer von einer Sendung zur nächsten mitnehmen).
Warum ist Fußball ein "mediales Megaevent"?
Aufgrund der extrem hohen Einschaltquoten und der enormen Summen, die Sender wie ARD und ZDF für die Übertragungsrechte (ca. 210 Millionen Euro 2014) investieren.
Was ist der Unterschied zwischen "Flow" und Programmqualität?
Während Williams den Gesamtablauf (Flow) betont, argumentieren Kritiker wie Körbelin, dass die Qualität und Attraktivität der einzelnen Sendung entscheidender für den Erfolg ist.
- Quote paper
- Dominik Fisch (Author), 2017, Medienkonkurrenz während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. Wie RTL mit einem "Flow" auf die Übertragung in ARD und ZDF reagierte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368075