Gewaltig, so muss es auf Zeitgenossen gewirkt haben als Albrecht IV., begleitet von seinem Vetter Georg dem Reichen, im August 1486 in Regensburg einzog, dabei war bei der Übernahme der Stadt nicht die kleinste Gewalteinwirkung im Spiel. Es war gerade deshalb aber ein singulärer Vorgang in der Reichsgeschichte, dass eine freie Reichsstadt einfach freiwillig zu einem Herzogtum überging.
Freilich gewaltlos blieb der Vorgang nicht, schließlich konnte die oberste Reichsebene, sprich der Kaiser, so eine Provokation nicht einfach tolerieren, dennoch steht Albrechts "Eroberung" der Stadt auf einem ganz anderen Blatt Papier, als etwa der Versuch seines Vetters sich im Raum Nördlingen festzusetzen.
Zu beiden Ereignissen gibt es einige Untersuchungen, wie natürlich sowieso weiter gefasste Darstellungen zur Politik beider Herzöge allgemein. So hat etwa Rudolf Stefan Mayer eine sehr ausführliche Untersuchung geliefert zum Versuch Albrechts IV. Regensburg in seinen Herrschaftsbereich einzugliedern. Auch Thomas Menzel widmet in seiner Monographie zu Herrschern in der Rolle von Feldherren dem Konflikt einen näheren Blick.
Genaue Ausführungen zur Belagerung Nördlingens durch Georg und deren Vor- sowie Nachspiel liefert Stauber in seinem umfassenden Werk zur Politik des Niederbayerischen Herzogs. Auch Susanne Wolf legt einiges zu dem Konflikt der beiden Herzöge mit König und Kaiser dar. Sowieso die Gewalt der beiden Herzöge gegen beide Reichsstädte sind immer auch als Gewalt gegen den Kaiser als deren Lehnsherren zu bewerten, und so ergibt sich ein Fragenkomplex rund um Gewalt als politisches Mittel.
Zu fragen ist eben nicht nur nach der von den Herzögen eingesetzten Gewalt, im Falle Albrechts wäre dies ja sowieso zuerst zu verneinen, sondern auch nach der kaiserlichen Gegengewalt, den Drohgebärden und dem typischen Fehdeverlauf in jenen Auseinandersetzungen.
Inhaltsverzeichnis
- Das Ringen um die Reichsstädte Nördlingen und Regensburg im Vergleich
- Georg der Reiche greift nach Nördlingen aus
- Regensburg wird bayerische Landstadt.......
- Gegenüberstellung der Konflikte
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Ringen der Herzöge Albrecht IV. und Georg der Reiche um die Reichsstädte Nördlingen und Regensburg. Es wird untersucht, warum die Herzöge diese Städte in ihren Herrschaftsbereich einzugliedern versuchten, welche Methoden sie dabei anwendeten und wie die Städte und der Kaiser auf diese Aktionen reagierten.
- Die unterschiedlichen Strategien der Herzöge im Umgang mit den Reichsstädten
- Die Rolle des Kaisers im Konflikt zwischen den Herzögen und den Reichsstädten
- Die Bedeutung der Reichsstädte in der Reichspolitik
- Die Auswirkungen des Konflikts auf die Städte, die Herzöge und den Kaiser
- Die Frage, ob der Kaiser zu spät oder zu schwach reagierte
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Hausarbeit befasst sich mit dem Ringen der Herzöge Albrecht IV. und Georg der Reiche um die Reichsstädte Nördlingen und Regensburg. Das zweite Kapitel analysiert den Versuch Georgs des Reichen, die Stadt Nördlingen in seinen Herrschaftsbereich einzubeziehen. Dabei wird insbesondere auf die Hintergründe des Konflikts, die Strategien Georgs und die Reaktion der Stadt Nördlingen eingegangen.
Schlüsselwörter
Reichsstädte, Reichspolitik, Herzöge, Albrecht IV., Georg der Reiche, Nördlingen, Regensburg, Gewalt als politisches Mittel, Kaiser, Reichsrecht, Privilegien, Landfriedensbruch, Fehde.
Häufig gestellte Fragen
Warum wollten die bayerischen Herzöge Regensburg und Nördlingen eingliedern?
Die Herzöge Albrecht IV. und Georg der Reiche versuchten, ihren Herrschaftsbereich zu erweitern und die wirtschaftlich sowie strategisch bedeutenden Reichsstädte unter ihre Kontrolle zu bringen.
Wie unterschieden sich die Strategien bei Regensburg und Nördlingen?
Während Regensburg sich 1486 nahezu freiwillig Albrecht IV. unterwarf, versuchte Georg der Reiche, Nördlingen durch militärische Gewalt und Belagerung zu erobern.
Welche Rolle spielte der Kaiser in diesem Konflikt?
Der Kaiser war der Lehnsherr der Reichsstädte. Übergriffe der Herzöge wurden als Provokation gegen die kaiserliche Autorität gewertet und führten zu Drohgebärden und kaiserlicher Gegengewalt.
Was war das Besondere an der Übernahme Regensburgs 1486?
Es war ein singulärer Vorgang, dass eine freie Reichsstadt ohne direkte Gewaltanwendung freiwillig Teil eines Herzogtums wurde, was den Kaiser zu einer Reaktion zwang.
Was ist eine Fehde im spätmittelalterlichen Kontext?
Eine Fehde war ein rechtlich geregeltes Mittel zur Durchsetzung von Ansprüchen durch Gewalt, das jedoch oft gegen den geltenden Landfrieden verstieß.
- Citar trabajo
- Christian Maier (Autor), 2013, Das Ringen der bayrischen Herzöge um die Reichsstädte Nördlingen und Regensburg. Ein Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366718