Europa und insbesondere die Europäische Union steht zumindest seit 2015 im Zentrum verschiedenster intensivster Flüchtlingsströme, vornehmlich aus dem Nahen Osten.
Obgleich viele Länder Flüchtlinge aus Kriegsgebieten Zuflucht gewährten und die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung groß ist, so sollte an dieser Stelle auch nicht über sehen werden, dass es auch Bewegungen gibt, die der Ansicht sind, dass eine so große Anzahl von Flüchtlingen für Europa nicht oder nur sehr schwer zu bewältigen sind, wobei die sogenannte Visegrád-Gruppe (Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn) am restriktivsten Beschränkungen fordert.
Aber auch in Mitteleuropa, und hier vor allem in Deutschland und Österreich, beides Länder, die sich in der humanitären Aufnahme der Flüchtlingsströme besonders hervorgetan haben, sollte nicht vergessen werden, dass sich zumindest seit dem „Rekordflüchtlingsstrom von 2015“ Stimmen mehren, die der Meinung sind, dass eine uneingeschränkte Aufnahme schlicht nicht möglich sei.
Die Gräueltaten des sogenannten Islamischen Staates, gepaart mit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei 2016 sowie der letztjährigen gravierenden Flüchtlingsströme aus (mehrheitlich) moslemischen Ländern bedingen in Teilen der europäischen Bevölkerung, Angst vor „kultureller Überfremdung“ (Stichwörter z.B.: Schächten, Burkini, Mehrfachehen) hervorzurufen und bereitet rechtspopulistische Parteien quer über den Kontinent fruchtbaren Boden für ihre Parolen.
Leider wird in Teilen nicht immer zwischen Islamismus und dem Islam unterschieden und ist es wohl in breiten Teilen der österreichischen Bevölkerung nicht mehr vorhandenes Wissen, dass der Islam „im alten Österreich“ fest verankert war.
Vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, das österreichische Islamgesetz, auch in seiner Historie, ein wenig zu durchleuchten und soll durch die Aufarbeitung eventuell eine Brücke zu den heutigen, höchst aktuellen Gegebenheiten schlagen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- A. Zur geschichtlichen Entwicklung im Allgemeinen
- 1. Der Islam gehört zu den monotheistischen Religionen
- 2. Die zehn Länder mit dem größten Anteil an der muslimischen Weltbevölkerung
- B. Der Islam in Österreich
- 1. Bekannt sind die militärischen Versuche der islamischen Türken, ihr Reich nach Westen zu erweitern
- 2. Eine kleine türkische (und damit islamische) Minderheit in Wien ist bereits seit Maria Theresia bzw. Kaiser Josef II. nachweisbar
- 3. Ab 1878 verwaltete Österreich - Ungarn die früher türkische Provinz Bosnien Herzegowina
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem österreichischen Islamgesetz und seiner historischen Entwicklung. Ziel ist es, die Gesetzgebung im Kontext der heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu beleuchten und einen Brückenschlag zur aktuellen Situation zu ermöglichen.
- Die Entwicklung des Islams als Religion und seine Verbreitung in der Welt
- Die Geschichte der muslimischen Präsenz in Österreich, von den ersten Kontakten bis zur Annexion Bosnien-Herzegowinas
- Die Regulierung von Religionsverhältnissen im historischen Österreich, im Vergleich zu anderen Konfessionen
- Die Bedeutung des Islamgesetzes im Kontext der aktuellen Debatten um Integration und kulturelle Vielfalt in Europa
- Die Herausforderungen, die die wachsende muslimische Bevölkerung für die österreichische Gesellschaft darstellt
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext der Arbeit dar und beleuchtet die aktuelle Situation in Europa im Kontext der Flüchtlingsströme und den damit verbundenen gesellschaftlichen Debatten. Sie stellt die Relevanz des Themas „Islamismus“ in Österreich dar und erläutert die Notwendigkeit, die Geschichte des österreichischen Islamgesetzes zu beleuchten.
Kapitel A beschäftigt sich mit der allgemeinen Entwicklung des Islams als Religion. Es werden die wichtigsten Merkmale des Glaubens sowie seine Verbreitung und Bedeutung in der heutigen Welt dargestellt. Die zehn Länder mit der größten muslimischen Bevölkerung werden aufgezeigt, und die Bedeutung des Islams in Europa wird im Kontext der Geschichte des Kontinents und der Migrationsbewegungen erläutert.
Kapitel B beleuchtet die Geschichte des Islams in Österreich. Es werden die ersten Kontakte zwischen dem osmanischen Reich und Österreich, die militärischen Auseinandersetzungen und die Einwanderung kleiner muslimischer Minderheiten nach Wien beschrieben. Die Regulierung der Religionsverhältnisse in der österreichisch-ungarischen Monarchie und die Rolle Bosnien-Herzegowinas in der Entwicklung des Islams in Österreich werden diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Islamgesetz, österreichische Geschichte, Religionsfreiheit, Integration, kulturelle Vielfalt, Flüchtlingsströme, Islamismus, Islamophobie, Bosnien-Herzegowina, Militärgrenze, Türkische Herrschaft, österreichisch-ungarische Monarchie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der historische Hintergrund des österreichischen Islamgesetzes?
Es wurzelt in der Zeit der Monarchie, als Österreich-Ungarn 1878 Bosnien-Herzegowina verwaltete und den Islam rechtlich anerkannte.
Warum wurde das Islamgesetz modernisiert?
Um den aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten, Integrationsfragen und Sicherheitsbedürfnissen Rechnung zu tragen.
Welche Rolle spielt Bosnien-Herzegowina für den Islam in Österreich?
Durch die Annexion Bosniens kamen erstmals größere muslimische Bevölkerungsgruppen unter österreichische Verwaltung, was eine rechtliche Regelung erforderte.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Islam und Islamismus?
Die Arbeit betont die historische Verankerung des Islams in Österreich und warnt vor einer Pauschalisierung, die nicht zwischen Religion und politischem Extremismus trennt.
Was bedeutet "kulturelle Überfremdung" im Kontext der Debatte?
Es ist ein Schlagwort, das Ängste vor dem Verlust der eigenen Identität durch Migration und religiöse Praktiken wie das Schächten oder das Tragen der Burka beschreibt.
- Quote paper
- Nicolas Forster (Author), 2017, Das österreichische Islamgesetz. Geschichtliche Entwicklung und neues Recht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/366327